Filmhandlung und Hintergrund

Schon mit der ersten Szene macht Friederike Jehn (Buch und Regie) deutlich, dass sich die Geschichte ihres Debütfilms immer wieder anders entwickeln wird, als man erwartet: Da vergnügen sich Maren und ihr Freund Arno im Bett, als plötzlich die Stimme eines Wachmanns ertönt; die beiden tummeln sich in der Schlafzimmerabteilung eines Möbelhauses. Doch der Störenfried gibt sich unerwartet handzahm: Arno (Barnaby Metschurat)...

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Kritikerrezensionen

  • Schon mit der ersten Szene macht Friederike Jehn (Buch und Regie) deutlich, dass sich die Geschichte ihres Debütfilms immer wieder anders entwickeln wird, als man erwartet: Da vergnügen sich Maren und ihr Freund Arno im Bett, als plötzlich die Stimme eines Wachmanns ertönt; die beiden tummeln sich in der Schlafzimmerabteilung eines Möbelhauses.

    Doch der Störenfried gibt sich unerwartet handzahm: Arno (Barnaby Metschurat) ist der Juniorchef, Maren seine Verlobte. Für die nächste Irritation sorgt Peter (Stipe Erceg), Marens Ex-Freund, der nach sechs Jahren wieder auftaucht. Er personifiziert gewissermaßen den Zweifel, der Maren am Tag ihrer Hochzeit mit Macht überkommt: Die Gäste sind überwiegend Freunde und Verwandte von Arno, Mitglieder seines Tennisclubs oder gar frühere Freundinnen; mit fortschreitender Feier fragt sich Maren, ob sie nicht einen gewaltigen Fehler gemacht hat.

    Mutig legt Jehn das Regiedebüt fast völlig in die Hände ihrer Hauptdarstellerin, aber Marie-Christine Friedrich schultert die Last mit beinahe spielerisch wirkender Souveränität. Obwohl sie Mittelpunkt praktisch jeder Szene ist, wird man ihrer nie überdrüssig. Allerdings gelingt es Jehn trotz einer konsequenten Einheit von Zeit und Raum - den weitaus größten Teil der Films nimmt das Hochzeitsfest ein -, ihrer Geschichte dank immer wieder überraschender Handlungswendungen ständig einen neuen Dreh zu geben. Das beginnt schon mit den Gästen: Arnos Mutter (Eva Maria Kurz) sieht aus wie eine Hexe aus einem Märchenfilm, die Maren vorwirft, ihr den Sohn wegzunehmen; Marens Mutter (Ingrid Caven) wiederum ist eine völlig überkandidelte verblühte Diva mit passenden Allüren; ihre schwarz gewandete Schwester wünscht ihr „Herzliches Beileid“.

    Fortan muss sich Maren ständig diverser Hochzeitsspielchen erwehren. Die einen wollen sie entführen, die anderen stellen ihre blöd Fragen; und zwischendurch taucht immer wieder Unglücksbote Peter auf, der mit ihr gewettet hat, sie werde noch vor dem Nachtisch mit ihm nach Südfrankreich durchbrennen. Als sich die Prognose zu erfüllen scheint, lässt Maren sehr zum Ärger des Küchenchefs das Dessert kurzerhand vor dem Hauptgang servieren, aber auch dieser Akt der Verzweiflung verschiebt die unvermeidliche Entscheidung bloß. tpg.

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