Weingut Wader: Die Erbschaft

Filmhandlung und Hintergrund

Acht Jahre nach dem Ende der Serie „Der Winzerkönig“ war es wohl Zeit, dass die ARD neue Geschichten über ein Weingut erzählt. Das liegt diesmal in der Pfalz und ist zum Auftakt der Filmreihe „Weingut Wader“ Schauplatz eines facettenreichen Dramas. Erst stirbt der geliebte Vater der Heldin, dann ihr Lebenstraum. Eigentlich ist Bio-Winzerin Anne Wader (Henriette Richter-Röhl) drauf und dran, in die Fußstapfen von...

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Kritikerrezensionen

  • Acht Jahre nach dem Ende der Serie „Der Winzerkönig“ war es wohl Zeit, dass die ARD neue Geschichten über ein Weingut erzählt. Das liegt diesmal in der Pfalz und ist zum Auftakt der Filmreihe „Weingut Wader“ Schauplatz eines facettenreichen Dramas.

    Erst stirbt der geliebte Vater der Heldin, dann ihr Lebenstraum. Eigentlich ist Bio-Winzerin Anne Wader (Henriette Richter-Röhl) drauf und dran, in die Fußstapfen von Vater Albert zu treten, aber als der nach einem Streit mit seinem Bruder Bruno (Jürgen Heinrich) einen Herzinfarkt hat, stellt sich raus, dass er sein Testament nicht unterschrieben hat. Deshalb ist Anne nicht wie erwartet Alleinerbin, sondern muss sich das Weingut mit Mutter Käthe (Leslie Malton) und Bruder Matthias (Max von Pufendorf) teilen; und die wollen verkaufen.

    Der Film verniedlicht die Schicksalsschläge keineswegs, bettet sie aber in warme herbstliche Weinbergbilder. Gedreht wurde in Hambach an der Weinstraße; im Hintergrund ist immer wieder mal das berühmte Hambacher Schloss zu sehen. Mit dem Mantel der Geschichte hält sich „Weingut Wader“ allerdings nicht weiter auf. Dafür wäre auch gar keine Zeit, weil dauernd was passiert, denn zum großen Drama gesellen sich ständig kleine Ereignisse, die Anne Wader nicht zur Ruhe kommen lassen. Natürlich sorgt sie sich vor allem um die Zukunft des elterlichen Betriebs, aber ihre 16jährige blinde Tochter Tori (Caroline Hartig) hält sie ebenfalls auf Trab. Einzige Lichtblicke sind ihre beste Freundin Corinna (Ines Lutz) und deren Bruder Valentin (Sebastian Fräsdorf): Brunos zukünftiger Kellermeister erweist sich als Retter in der Not und war schon als Jugendlicher in die Freundin seiner großen Schwester verknallt.

    Natürlich klingt das alles wie eine typische Freitagsfilmreihe im „Ersten“: schöne Landschaftsbilder, familiäre Dramen, ein bisschen Liebe, Konflikte zwischen Müttern und Töchtern, ein böser Bruder, der bereit ist, den Traditionsbetrieb zu verscherbeln, weil er pleite ist; und außerdem der Zwist zwischen den beiden alten Männern, der auch nicht durch den Tod beendet wird, weil er im Hass der Witwe weiterlebt. Über allem schwebt zudem ein Familiengeheimnis, dass jedoch erst im zweiten Film preisgegeben wird. Von Zutaten dieser Art leben und lebten auch schon andere Filmreihen der ARD-Tochter Degeto, etwa „Hotel Heidelberg“ oder „Schwarzwaldhof“. Die Autorinnen Bernadette Feiler und Ania Kock haben jedoch eine angenehme Mischung für ihre Geschichte gefunden: „Weingut Wader“ entführt in eine eigene Welt und informiert nebenbei auch über die Geheimnisse des Weinmachens, hat darüber hinaus aber einen gewissen Anspruch. Der Film erfüllt als Flucht aus dem Alltag durchaus eskapistische Bedürfnisse und bietet dennoch wie ein guter Wein Genuss ohne Reue. Dass den Machern etwas Besonderes vorschwebte, deutet schon der Vorspann an: Die Namen der Mitwirkenden werden nicht einfach eingeblendet, sondern als Weinetiketten präsentiert. Diese Liebe zum Detail zeigt sich auch in der Bildgestaltung (Dominik Berg). Regisseur Tomy Wigand („Fußball ist unser Leben„) steht ohnehin für anspruchsvolle Freitagsfilme im „Ersten“ (zuletzt „Die Büffel sind los“, 2016). „Weinguter Wader“ zeichnet sich außerdem durch die gute Arbeit mit den Schauspielern aus. Das gilt nicht nur für die erfahrenen Profis, sondern vor allem für Caroline Hartig; die junge Frau, die hier zudem regelmäßig singen darf, hat in den letzten Jahren schon einige Male ihr Talent bewiesen. Seltsam nur, dass keine einzige Figur Pfälzisch spricht; bei einer Reihe aus Bayern wäre das undenkbar. tpg.

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