Was am Ende zählt

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   2007

Was am Ende zählt: Drama, das überzeugend die Schwierigkeiten junger, armer Mütter aufzeigt.

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Filmhandlung und Hintergrund

Was am Ende zählt: Drama, das überzeugend die Schwierigkeiten junger, armer Mütter aufzeigt.

Kaum ist die junge Carla (Paula Kalenberg) von daheim ausgerissen, um in Lyon Mode zu studieren, schon wird ihr am Bahnhof alles gestohlen. Mittellos heuert sie bei Rico (Vinzenz Kiefer) an, um auf seinem Schiff mitzuarbeiten. Dort lebt Lucie (Marie-Luise Schramm), in der sie eine Freundin findet. Als Carla entsetzt entdeckt, dass sie schon seit geraumer Zeit schwanger ist, trifft sie eine Vereinbarung: Sie bekommt das Kind in Lucies Namen, um frei zu sein.

Der kühn eingefädelte Deal einer werdenden Mutter wird durch ihre aufflammende Liebe zum Kind hintertrieben und löst gefährliche Eskalationen aus. Zwei Lebensentwürfe opponieren in diesem emotionalen und milieugetreuen Drama über die Orientierungslosigkeit der Jugend.

Carla wird auf dem Weg nach Lyon zur Modeschule um Geld, Papiere und Koffer erleichtert. Sie driftet durch Berlin und trifft Rico, der sie bei sich übernachten lässt. Sie wird schwanger. Nachdem ihr Rico die kalte Schulter zeigt, vertraut sie sich Lucie an, die ihr einen ungewöhnlichen Vorschlag macht: Lucie würde so tun, als ob sie schwanger sei und sich später des Babys annehmen, während Carla sich absetzen könne.

Eigentlich sollte es für Carla der Start in ein besseres Leben werden. Doch auf dem Weg nach Lyon zur Modeschule wird sie um Geld, Papiere und Koffer erleichtert. Durch Berlin driftend trifft sie Rico, der sie bei sich übernachten lässt. Sie wird schwanger. Nachdem ihr Rico die kalte Schulter zeigt, vertraut sie sich Lucie an, die ihr einen ungewöhnlichen Vorschlag macht: Lucie würde so tun, als ob sie schwanger sei und sich später des Babys annehmen, während Carla sich absetzen könne.

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Koffer ist weg, Geld ist weg, nur der Plan bleibt: In Lyon Mode zu studieren. Doch erstmal muss sich Carla das notwendige Geld verdienen, beim Umbau eines abgewrackten Schiffes in ein Restaurant. Rico hat den Job beschafft, gegen eine kleine Gefälligkeit: Unter Ausnutzung ihrer Notlage hat er sie ficken dürfen.

    Was folgt, könnte fast Komödie, gar Bauernschwank sein: Ein Verwechslungsspiel der werdenden Mutter, die unter Namen und mit dem Krankenkärtchen von Freundin Lucie zum Arzt geht, das Kind bekommt. Doch Julia von Heinz setzt andere, dramatische Akzente, und das funktioniert. Weil es einerseits emotional berührend inszeniert ist, weil die Darsteller frisch und frei und präzise spielen, weil der Film Themen berührt, die weit über eine Beschreibung städtischen Elends von sozialen Versagern von Schulabbrechern, Kleinkriminellen, Drogenabhängigen erzählt.

    In dieses Milieu rutscht Carla, bei der alles scheiße läuft, seit sie in den Zug gestiegen ist, um von zu Hause abzuhauen. Armut, Schwangerschaft, Obdachlosigkeit – und nur Lucie, die Freundin, ist ein Halt. Und der große Plan: Lyon. Freilich: Während Carla ungebunden und frei sein will, dabei aber haltlos zu werden droht, ist Lucie in alten Bindungen gefangen, an denen sie hängt, auch wenn sie sie fesseln.. Der soziale Bodensatz kann auch stabil sein, hier kann man nicht weiter absinken, in der größten Not hilft der Sozialarbeiter, weil er es muss. Lucies Pläne sind bescheiden: Erstmal ne Wohnung, dann Bedienung in Ricos Restaurant. Und doch zerplatzen sie immer wieder: weil der innere Beweggrund fehlt, der innere Schweinehund ein zu großes Hindernis darstellt, weil das Nichtstun bequemer ist.

    Von Heinz schafft es, sich hier einzufühlen, eine Geschichte von Gegensätzen zu erzählen, die durch ein Kind miteinander verbunden werden – und die nicht vom Fleck kommen, weil sie sich gegenseitig blockieren, weil jede sich selbst blockiert. Und weil von außen Druck herrscht: Rico, der Dealer, will nicht als Vater des Kindes gelten, Micha, Lucies Bruder, ist ein Schmarotzer und stets auf Droge.

    Wenn dann die emotionale Verwirrung sich steigert, zwischen Baby und Freundschaft und Streit und Eifersucht und Geldnot, dann wird die Inszenierungskunst des Spannungsbogens der Gefühlsdramaturgie offensichtlich, denn auch wenn das Einfühlungsvermögen des Zuschauers gespannt wird, bricht es doch nie – man wünscht das beste, selbst wenn beide Freundinnen schon verzweifelt sind und ihre Resignation beinahe akzeptiert haben.

    Fazit: Julia von Heinz erzählt in ihrem Debütfilm emotional von Freundschaft, von Gefühlen, von Träumen und von inneren und äußeren Zwängen, die immer wieder im Weg stehen.
  • Drama, das sich anfangs schwer tut, seinen roten Faden zu finden, aber überzeugend die Schwierigkeiten junger, armer Mütter in der Anonymität der Großstadt aufzeigt.

    Eigentlich sollte es für Carla der Start in ein besseres Leben werden. Doch wie so oft kommen die Dinge anders und als sie in den Zug nach Lyon steigt, um dort eine renommierte Modeschule zu besuchen, fällt sie einem Trickbetrüger zum Opfer. Ohne Geld, Papiere und Koffer treibt sie durch Berlin und trifft schließlich Rico, der sie nicht ganz uneigennützig bei sich übernachten lässt und ihr einen Job anbietet. Am nächsten morgen hilft Carla nicht nur beim Umbau eines Hausbootes in eine Kneipe, sondern ist auch von Rico schwanger, was sie allerdings erst später feststellt. Von Rico inzwischen mit der obligatorischen kalten Schulter geächtet, ist das Straßenmädchen Lucie, die ebenfalls beim Bau der schwimmenden Bar hilft, ihre einzige Bezugsperson. Nach einiger Zeit dämmert es auch Carla, dass sich in ihrem Bauch ein weiteres Leben regt. Allerdings passt dies nicht in ihre Zukunftspläne. Lucie bringt sie auf eine etwas absurde Idee: Man könnte der Umwelt vorgaukeln, dass Lucie schwanger und somit, nachdem sich Carla nach Lyon abgesetzt hätte, die offizielle Mutter wäre.

    Regisseurin Julia von Heinz gibt mit „Was am Ende zählt“ ihr Kinodebüt, in dem sie die Geschichte ihres Kurzfilms „Lucie & Vera“ erneut aufgreift und sich gleich mehreren schweren Themen, inklusive Armut, dem Leben auf der Straße, Drogenmissbrauch und Teenagerschwangerschaften widmet. Hier wäre weniger mehr gewesen. So weiß der Film vor allem in der zweiten Hälfte, in der er sich zusehends auf die Probleme der jungen Mütter konzentriert, zu fesseln. Gerade da zeigt sich auch die Stärke der beiden Hauptdarstellerinnen, die weitgehend erfolgreich gegen die künstlich-naiven Dialoge des Drehbuchs anspielen. Etwas arg Klischee beladenen sind dagegen die Männerrollen ausgefallen. Zu Aktionen jenseits des Faulenzens, Keifens und Testosteronablassens scheinen sie nicht fähig zu sein. Sie wurden geboren, um den Frauen das Leben schwer zu machen. Angenehm unaufdringlich ist die zart angedeutete Liebe von Lucie zu Carla inszeniert. Und so empfiehlt sich der Film letztlich einem deutschen Arthouse-Publikum, das auf der Suche nach einer ehrlicheren, weniger gekünstelt frechen Alternative zum derzeitigen Indie-Hit „Juno“ ist. mahe.

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