Wambo

Filmhandlung und Hintergrund

TV-Film nach dem Mordfall Sedlmayer, der seine Person und sein Umfeld zwischen Showbiz, Bier und Halbwelt beleuchtet.

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Kritikerrezensionen

  • Wambo: TV-Film nach dem Mordfall Sedlmayer, der seine Person und sein Umfeld zwischen Showbiz, Bier und Halbwelt beleuchtet.

    Was muss dieser Mensch gelitten haben! Nach außen hin hatte er den freundlich grantelnden Ur-Bayern im Trachtenjanker zu geben, den Inbegriff von Wirtshausgemütlichkeit, der mit Dackel für ein Weißbier warb und den Umsatz der Brauerei verdoppeln half. Innerlich aber hat es ihn gegraust, weil er diese ganze Volkstümlichkeit verabscheute und von einer Anerkennung als großer Schauspieler träumte.

    Schon allein diese Zerrissenheit des Walter Sedlmayr hätte zum Filmstoff getaugt. Doch der Abgrund war noch viel tiefer, die Differenz zwischen Schein und Sein größer und grausiger, als es irgend jemand für möglich gehalten hätte. Erst Sedlmayrs brutale Ermordung im Juli 1990 offenbarte seine Vorliebe für Strichjungen und masochistische Praktiken.

    Die ARD wollte sich auf einen derart delikaten Stoff nicht einlassen. Also wandte sich Helmut Dietl (diesmal als Produzent) an seinen anderen Partner, Sat 1. Würde der Kirch-Sender nicht immer wieder mit souveränen Bearbeitungen zeitgeschichtlicher Stoffe (zuletzt „Der Tunnel“, demnächst „Vera Brühne“) überraschen, man hätte das Schlimmste befürchten müssen; schließlich tummeln sich die TV-Movies aus Berlin gern des öfteren im Rotlichtmilieu. Doch nicht nur Dietl, auch Jo Baier steht natürlich für Qualität. Baiers Verfilmung von „Der Laden“ gehört zum Besten, was das Fernsehen in den letzten Jahren zu bieten hatte.

    Daher überrascht es um so mehr, dass Baier (Buch und Regie) den Sedlmayr-Stoff nicht in den Griff bekommen hat. Die Schwäche des Films liegt dabei dank einer brillanten Leistung des Rheinländers (!) Jürgen Tarrach, der sich Sedlmayr (hier heißt er Herbert Stieglmeier) mit Leib und Seele angeeignet hat, gar nicht mal in der Hauptfigur. Es ist in erster Linie Baiers Konzept, das nicht aufgeht. Sein Drehbuch will den Stoff als Dokudrama präsentieren. Zu diesem Zweck geben die verschiedenen Figuren - Stieglmeiers Verlobte, sein Geliebter, sein Assistent - wie bei einem Interview immer wieder Statements (von Tom Fährmann mit grobem Blaustich gefilmt); es folgt eine entsprechende Rückblende.

    Diese Strukturierung der Handlung verleiht ihr zwangsläufig etwas episodisches. Baier legt den gesamten Film, der mit Stieglmeiers Beerdigung beginnt, als große Rückblende an. Da er jedoch zumindest zunächst munter zwischen ferner Vergangenheit und späterem Werdegang hin- und herspringt, wirkt der Film anfangs genauso zerrissen wie seine Hauptfigur (was natürlich auch Methode haben kann).

    Um so überzeugender ist Baier der Entwurf seines traurigen Helden gelungen. Momente aus der Kindheit, in der „Wambo“ (ein bayerischer Ausdruck für korpulente Außenseiter) unter seinem herrischen Vater litt, bieten Erklärungsversuche für die spätere Entwicklung. Auch wenn sich Stieglmeiers Metamorphose vom schüchternen Dickwanst zur despotischen Diva, die Regisseure in den Wahnsinn treibt, etwas zu rasch vollzieht: Dank Tarrachs begnadeter Verkörperung von bürgerlicher Fassade, Eitelkeit, Selbsthass und sexuellen Neigungen geht einem dieser Stieglmeier überaus nahe. Hier ist auch die von Dietl behauptete Gleichnishaftigkeit der Geschichte zu spüren.

    Angenehm zurückhaltend ist der Film bei der Darstellung besagter Praktiken; da hat man von kommerziellen Sendern schon ganz andere Beispiele gesehen („Die heilige Hure“, RTL). Die Penetrierung Stieglmeiers mit einer dornigen Rose ist zwar ein gewagtes Bild, verdeutlicht aber ungleich stärker als alle Peitschenhiebe das Unglück dieses Menschen. tpg.

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