Wallace & Gromit auf der Jagd nach dem Riesenkaninchen

  1. Ø 4
   2005
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Filmhandlung und Hintergrund

Wallace & Gromit auf der Jagd nach dem Riesenkaninchen: Spielfilmdebüt der populären Knetfiguren, die wertvolles Zuchtgemüse vor einem gefräßigen Monsterkarnickel schützen.

Die alljährliche Mustermesse für Gemüsezucht steht bevor. Stolz präsentiert Erfinder Wallace seine neuste Schöpfung, mit der sich Kaninchen auf denkbar tierschonende Art aus dem Boden saugen und direkt in einen Container in Wallaces Heim bringen lassen, wo sie dann nur noch im Sinne der political correctness umerzogen werden müssen. Als ausgerechnet jetzt ein mysteriöses, riesenhaftes Wer-Kaninchen auftaucht und die Vorgärten umpflügt, schlägt die Stunde des klugen Hundes Gromit.

Nachdem die Chicks aus „Hennen Rennen“ den Kinoboden bereiteten, verlassen jetzt die kultigen Knetgummicharaktere Wallace und Gromit das Kurzfilmformat und präsentieren stolz ihr erstes Leinwandabenteuer.

Als Wachdienst beschützen Wallace und Hund Gromit die Gemüsegärten ihrer Nachbarschaft vor Kaninchen. Unmittelbar vor dem jährlichen Wettbewerb, bei dem die größten Ernteexponate ausgezeichnet werden, ist die Lage angespannt. Katastrophal aber wird die Stimmung, als ein mysteriöses Riesenkaninchen jede Nacht die Beete verwüstet. Jetzt ist das dynamische Duo gefordert, steht sein Ruf auf dem Spiel.

Junggeselle Wallace lebt zusammen mit dem cleveren Hund Gromit in seinem mit allerlei revolutionärem Technik-Schnickschnack ausgestatteten Häuschen. Den Lebensunterhalt verdient sich das gut eingespielte Duo im Auftrag der Gartenbau-Pedanten seines Heimatortes als Kaninchenfänger. Als die alljährliche Gemüseschau auf dem Anwesen der bezaubernden Lady Tottington ansteht, wächst den beiden das Nager-Problem gewaltig über den Kopf: Ein Monster-Kaninchen treibt sein Unwesen, und der Feind ist viel näher als angenommen.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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    (...) Die Geschichte vom schrecklichen Riesenkaninchen wird mit soviel Fabulierfreude und Witz erzählt, dass jede Sekunde des Films prallgefüllt mit Pointen und komischen Details ist. Adelsdünkel und Kleingärtnerallüren werden ebenso auf die Schippe genommen wie die moderne Dienstleistungsgesellschaft. Manche Doppelmoral wird augenzwinkernd kommentiert, zum Beispiel mit dem Blick auf das Magazin für "Nun-Wrestling" (Nonnen-Ringen) bei dem so fromm wirkenden Mann Gottes. Von Frankenstein über King Kong, James Bond und den britischen Ealing-Komödien wird aufs Vergnüglichste die Filmgeschichte zitiert, die Anspielungen fügen sich nahtlos in die Geschichte ein. Das schreckliche Monster hat ein überraschend menschliches Herz, und auch als Persiflage auf den Horrorfilm funktioniert der temporeich und sorgfältig gebaute Animationsfilm, der auch mit teilweise verwegenen und verspielten Kameraperspektiven überrascht.

    Vom Bewertungsausschuss wurde zusätzlich als sehr positiv empfunden, dass die deutsche Fassung sogar mehr als "nur" eine kompetente Synchronisation bietet. Die wichtigsten englischen Zeitungsüberschriften, Plakate und Schilder wurden durch deutschsprachige ausgetauscht hat, wodurch einige schöne Lacher (wie der mit den "Spuren von Nüssen") gerettet werden, die sonst für ein hiesiges Publikum verloren wären.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Angefangen hat alles mit einem britischen Kurzfilm der Aardman Studios aus dem Jahre 1989, Creature Comforts’, dessen Regisseur Nick Park 1991 den Oscar für den besten animierten Kurzfilm gewann. Doch Park hatte noch mehr in petto, denn im selben Jahr produzierte er Wallace & Gromit: A Grand Day Out (dt. Titel: Alles Käse), der bald zu einem beliebten Vorfilm in den Kinos weltweit wurde.

    1993 folgte dann der halbstündige Kurzfilm Wallace & Gromit: The Wrong Trousers (dt. Titel: Die Techno-Hose) und als 1995 der Kurzfilm Wallace & Gromit: A Close Shave (dt. Titel: Unter Schafen) erschien, waren die beiden Figuren Wallace und sein treuer Hund Gromit schon lange zu Kultfiguren mutiert. Während der erste Wallace & Gromit Film im selben Jahr wie Creature Comforts nur für den Oscar nominiert war, gewannen die beiden Folgefilme den begehrten Preis.

    Nick Park blieb trotz der Oscar-Ehren in Großbritannien bei den Aardman Studios und produzierte dort 2000 seinen ersten Feature Film Chicken Run, der zwar für die Golden Globes nominiert wurde, bei den Oscars aber übergangen wurde.

    Dieses Jahr folgt nun der erste Wallace & Gromit Film in Spielfilmlänge, bei dem Nick Park zusammen mit Steve Box, ebenfalls einem alten Aardman Veteran, Regie geführt hat.

    Und das Publikum, das die alten Filme geliebt hat, wird hier sicherlich nicht enttäuscht, das Duo des Käseliebhabers Wallace und des überlegten Hundes Gromit läuft hier zur Bestform auf, und lässt vergleichbare Gespanne wie Peterson und Findus blass aussehen.

    Die Geschichte birst einmal wieder vor genialen Einfällen und schrägen Gedanken, gespickt mit unzähligen Filmzitaten, die anders als in diversen Animationsfilmen allerdings nicht mit dem Vorschlaghammer kommen. Angefangen mit alten Genrekonventionen aus dem Horrorfilm und Thriller, bis hin zu King Kong, Metropolis, Frankenstein und etlichen anderen Filmen, die hier allerdings nicht genannt werden um die Überraschung nicht vorwegzunehmen, wird hier alles parodiert und angeführt, ohne allerdings aus den Augen zu lassen, dass es nicht nur ums Zitieren geht, sondern auch um das Selbst-Kreieren. Etwas was in anderen Dreamworks oder Disney Produktionen manchmal ein wenig zu kurz kam.

    So ist es nur von Vorteil, das man den Einfluss des amerikanischen Studios kaum spürt, und alter britischer Humor im Vordergrund steht, der für einen Lacher nach dem nächsten sorgt. Es sind die Details, die einen immer wieder erheitern, wie wenn der Hund von Lord Victor Quartermaine über einen Ladenstand lugt, dessen Schild ‚Hot Dogs’ direkt neben dem Kopf des Hundes prangt. Oder wenn das Feuerwerk die Form eines Kaninchen annimmt, und von einem anderen Feuerwerk zerschossen wird.

    Ein weiteres Highlight ist die BV 6000, eine Maschine, die Kaninchen aus ihren Bauten heraussaugt und heil und sicher in einem Glasbehälter auffängt, in dem die kleinen Nager dann schwerelos herumfliegen. Diese Maschine arbeitet natürlich mit einer Geschwindigkeit von RpM (Rabbits per Minute), wie Wallace Lady Tottington bereitwillig erklärt.

    Der heimliche Star des Filmes ist aber mal wieder Gromit, der zwar kein Wort sagt mit seinen Mimiken und Gesten jedoch meist genau das ausdrückt, was auch dem Zuschauer in diesem Moment durch den Kopf schießt. Mit seiner Treue zu Wallace und seinem unbrechbaren Charme, der von seinem durch und durch rationalen Verhalten herrührt, gewinnt er die Herzen des Publikums.

    Fazit: Dieser Film beweist, dass es nicht auf aufwendig computeranimierte Technik ankommt, sondern auf die Geschichte, die in diesem Fall von den Knetfiguren sehr viel charakterstärker herübergebracht wird, als von manchen anderen Animationsfilmen.
  • Das Gemüse ist in größter Gefahr. Einen „vegetarischen Horrorfilm“ nennt Regisseur Nick Park konsequenterweise das erste Langfilm-Knetabenteuer von Cracker- und Tee-Spießer Wallace und seinem smarten Hund Gromit. In etwas über 90 charmant-amüsanten Minuten jagt das Duo ein in Gemüsebeeten wilderndes Monsterkarnickel und zwangsläufig auch „Hennen rennen“, das mit 1,9 Millionen Zuschauern erfolgreiche Kinodebüt der Plastilinschmiede Aardman.

    Nachdem die in nostalgischer Stop-Motion-Technik animierten Knethelden trotz dreier populärer Kurzfilme von traumatisierten Hühnern um ihr Kinodebüt gebracht wurden, erfahren sie jetzt Genugtuung. Die kreativen Kräfte, die auch schon für die Kurzfilme verantwortlich zeichneten, stehen auch hinter diesem Abenteuer, das weniger bedrohlich als „Hennen rennen“ eine kindgerechte Geschichte erzählt, die auch Erwachsenen genügend witzige Anreize bietet. Geradlinig entfalten sich die dramatischen Ereignisse um einen im tiefsten Britannien abgehaltenen Wettbewerb, bei dem Gemüsezuchtexzesse prämiert werden. Damit diese Prachtprodukte nicht von übermütigen Karnickeln vernichtet werden, wird das wertvolle Erdgut mit Hi-Tech-Gewächshäusern und einem Wachdienst geschützt. Hier tritt Daniel Düsentrieb Wallace auf den Plan, um mit seinen schrägen Erfindungen lästige Nager zu jagen. Die neueste Kreation saugt alle Karnickel von Lady Tottingtons Besitz aus den Erdlöchern in einen Behälter, wo sie dann schwere- und verständnislos schweben, bis sie im Haus von Wallace & Gromit deponiert werden. Weil das Duo und auch Lady Tottington Tierfreunde sind, verliert kein Langohr sein Leben, wohl aber die Freiheit. Das daraus resultierende Platzproblem glaubt Wallace nur mit einer drastischen Maßnahme beheben zu können. Vermutlich inspiriert von Klassikern wie „Die Fliege“ oder „Uhrwerk Orange“ wagt er die Umprogrammierung des Karnickelverstands, der durch Verbindung menschlich-animalischer Gehirnströme auf einen „Keine-Macht-den-Karotten-Kurs “ gebracht werden soll. Bedauerlicherweise geht das Experiment schief, mutiert das Versuchskaninchen allmählich zu Wallace und selbiger bei Vollmond zum monströsen Karnickel, das in den Gemüsegärten Twister spielt und eine Spur der Verwüstung zurücklässt. Was immer der Fan von einem Wer-Karnickel-Stoff erwartet, wird erfüllt. Es gibt spektakuläre ober- und unterirdische Verfolgungsjagden inklusive eines Luftkampfs zwischen zwei Hunden, der den Terminus „Dogfight“ auf seine wahren Wurzeln zurückführt. Erwartet werden dürfen auch eine haarige Verwandlungsszene, eine flammende, vom Orgelspieler zusätzlich dramatisierte Priester-Ansprache und eine zarte Lovestory, bei der Wallace Lady Tottington und deren schießwütigen Verehrer auf Distanz halten muss. Eine Aura von sympathischer Unschuld durchdringt den Film, selbst wenn Gottesdiener in Zeitungen wie „Nun-Wrestling“ inneren Frieden suchen. Wie viele Aardman-Produktionen surft auch dieses professionell und liebevoll inszenierte Projekt durch die Filmgeschichte, findet man Zitate von „Hatari“, „Frankenstein“ bis hin zu „King Kong“. Auch wenn die Dramatik der Story nicht an „Hennen rennen“ heranreicht und die Macher ihr Potenzial an schwarzem Humor mit Rücksicht auf jüngeres Publikum nicht ausschöpfen, entzieht sich ein Held jeglicher Kritik. Vierbeiner Gromit hat die besten Szenen, setzt mit komischer, minimalistischer Mimik immer wieder Höhepunkte. Ob er nun entnervt die Augen verdreht, als im Radio „Bright Eyes“ (das Thema der Hasentragödie „Watership Down“) angespielt wird, oder einen aggressiven Kampfhund stoisch seinem Schicksal überlässt. Marcel Marceau hat seinen Meister gefunden. kob.

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