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Vorsicht Sehnsucht

Kinostart: 22.04.2010
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Filmhandlung und Hintergrund

Altmeister Alain Resnais beweist in dieser unterhaltenden Lektion über Liebe, Freiheit und Fantasie erneut Esprit, jugendliche Kraft und Eleganz. Seine Lieblingsschauspieler Sabine Azéma und André Dussolllier spielen erneut die Hauptrollen.

Doch während Georges seine sexuelle Anziehungskraft nur austesten will, glaubt Marguerite in jeder seiner Gesten, in jedem Wort bedeutungsschwangere Liebeserklärungen zu sehen. Das kann nicht gutgehen.

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Kritikerrezensionen

    1. Vorsicht, sollte man vorab sagen: Nach relativ gradlinigen, oft reduziert ausgestatteten Adaptionen von tragikomischen Theaterstoffen knüpft Altmeister Alain Resnais hier stärker an sein experimentelles Frühwerk an, weshalb Irritationen beabsichtigt sind. Mit langen Kamerafahrten, ironischen Off-Kommentaren, teils künstlichem Dekor sowie skurrilem Humor entwickelt sich eine eigenwillige Geschichte, die stets unvorhersehbar bleibt und rätselhafte Voten schlägt. Fast wie in Ernest Hemingways unkonventionellem Kurzroman „Haben und Nichthaben“, der nach dem Ableben des Protagonisten noch weiter in unterschiedliche Richtungen mäandert, erzählt Resnais bei der Bearbeitung von Christian Gaillys Roman „L’Incident“ mehr assoziativ, statt sich einer gradlinigen Struktur zu unterwerfen.

      Deshalb an dieser Stelle zu etwas anderem: Befragt, mit welchen Filmemachern sie gerne einmal zusammen arbeiten würde, sagte Sandrine Bonnaire, Alain Resnais zähle zu ihren großen Idolen. Einst wollte sie bei ihm sogar eine kleine Rolle in einer Opernverfilmung übernehmen, doch letztlich scheiterte die Finanzierung. Allerdings lehnte der wählerische Star nun das Drehbuch zu „Vorsicht Sehnsucht“ ab, da ihr der zugedachte Part zu uninteressant erschien. Stattdessen schlüpfte die derzeit viel beschäftigte Anne Consigny in die Haut der wesentlich jüngeren Ehefrau von Protagonist Georges. Tatsächlich gedenkt ihr die Story keine entscheidenden Momente zu, doch davon abgesehen verkörpert das Ensemble ohnehin stärker ein divergierendes Gesamtbild.

      Aus seinem Stammteam trifft man lediglich André Dussollier als verträumter, insistierender Stalker und Resnais Ehefrau Sabine Azéma als Opfer seiner Obsessionen/Gedankenwelt wieder. Aus Neugier finden die einsame Zahnärztin und der eigenwillige Frühpensionär doch noch zueinander, müssen dafür aber einen hohen Preis bezahlen. Einen weiteren Star, Edouard Baer, kann man nur in der Originalfassung hören, doch als allwissender Erzähler nimmt er eine entscheidende Position ein. Das Prinzip, Off-Kommentar und Kamerafahrten in gänzlich unterschiedliche Bahnen zu lenken, erinnert an Resnais Klassiker „Letztes Jahr in Marienbad“, wo ebenfalls Bewusstseinsströme, introspektive Wahrnehmung und Vorstellungskraft kombiniert wurden. Nur spielt skurriler Humor dieses Mal eine wichtigere Rolle.

      Resnais wechselt nicht nur stets die narrative Richtung. Zugleich verbindet er unterschiedliche Musikstile, realistische und künstliche Ausstattung, Handlungsfäden und Zeitebenen zu einem Reigen über Zufallsmacht, menschliche Widersprüchlichkeiten und unerfüllte Gefühle. Ebenso kommt seine Liebe zum klassischen Kino ein weiteres Mal zum Zug, sowie das Fliegermotiv (unter Einbeziehung des Klassikers „Die Brücken von Tokyo-Ri“) den ganzen Film durchzieht. Das Geschehen kulminiert in einem recht abrupten, rätselhaften Schluss, der die Handlungsfäden keineswegs zu einer eindeutigen Resolution führt. Wie Madame Bonnaire mag ihm bei diesem Trip, wenn auch aus anderen Gründen, sicherlich nicht jeder Zuschauer folgen, doch es beweist, dass Alain Resnais weiterhin zu den ungewöhnlichsten, experimentierfreudigsten französischen Filmemachern zählt.

      Fazit: Surreale, verwickelte Ensemblekomödie um unerfüllte Bedürfnisse und unterschwellige Gefühle voll absurdem Witz.
    2. Vorsicht Sehnsucht: Altmeister Alain Resnais beweist in dieser unterhaltenden Lektion über Liebe, Freiheit und Fantasie erneut Esprit, jugendliche Kraft und Eleganz. Seine Lieblingsschauspieler Sabine Azéma und André Dussolllier spielen erneut die Hauptrollen.

      Altmeister Alain Resnais beweist in dieser unterhaltenden Lektion über Liebe, Freiheit und Fantasie erneut Esprit, jugendliche Kraft und Eleganz.

      Er kann’s auch mit fast 90 Jahren nicht lassen: Alain Resnais schafft es immer noch, mit seinen hintergründigen Geschichten und großartigen Bildern zu verführen, egal, ob das Leben nun ein „Roman“ oder ein „Chanson“ ist, die „Herzen“ sich mal wieder nicht finden. „Vorsicht Sehnsucht“ warnt schon im Titel, vor zuviel emotionalen Erwartungen der Protagonisten, die sich mal wieder auf das dünne Eis der Gefühle begeben und einbrechen (können).

      Marguerite ist in den besten Jahren, kann sich damit aber nicht abfinden, macht auf kindlich. Der Raub ihrer Handtasche bringt eine „Affäre“ ins Rollen, die eigentlich keine ist. Hätte George, der Finder mit den leicht grauen Schläfen, gewusst, was auf ihn zukommt, hätte er sicherlich nicht die ausgeleerte Tasche aufgehoben und die Dame kontaktiert. Aus Telefongesprächen werden Treffen, falsche Hoffnungen, vergebliche Sehnsucht. Der Rentner lebt mit Partnerin in der Pariser Banlieue und will nur seine sexuelle Anziehungskraft austesten. Die Zahnärztin und Hobbyfliegerin sieht jedoch in jeder Geste, jedem Wort bedeutungsschwangere Liebeserklärungen. Das kann nicht gut gehen.

      Nach Christian Gaillys Roman „L ‚incident“ webt Resnais ein Netz aus Wünschen und Fantasien, in dem die Wirklichkeit nur am Rande existiert, die Figuren manchmal wie in einem Comic reagieren. Bei der Besetzung setzt Resnais auf seine bewährten Schauspieler wie Sabine Azéma, die hier allerdings mit infantilem Geplapper nerven muss, und André Dussollier, wie immer routiniert und mit doppelbödig-rauem Charme. Die Stimme des Erzählers lässt vieles ahnen, auch den Tod. Wie aus den absurden Flirtinitiativen und irrationalen Handlungen Zorn und Verletzung erwachsen, das zeichnet das romantische Drama in magischen nächtlichen Bildern von Eric Gautier und in einer gelungenen Verknüpfung von Charme, Ironie und Melancholie und verbeugt sich dabei vor dem Medium Film und seinen Kinoformen. Die eng an die Vorlage angelehnten Dialoge strotzen vor unterschwelligen Andeutungen, es macht Spaß in den filigranen Wortspielen auf unterschiedlichen Ebenen die wahren Bedeutungen und Zeichen zu lesen. mk.

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