Von der Kunst, sich durchzumogeln

  1. Ø 4
   2011
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Filmhandlung und Hintergrund

Von der Kunst, sich durchzumogeln: Charmante Romanze über einen smarten, aber antriebslosen Schulverweigerer, der zum besten Freund von Neuzugang Sally wird, aber doch viel mehr sein will.

George ist klug, aber ein sensibler Sonderling ohne jede Motivation, sich den Regeln eines Lebens zu fügen, das ihm völlig sinnlos erscheint. An seiner Privatschule droht ihm im Abschlussjahr der Rauswurf, weil er sich jeder Leistungsüberprüfung verweigert. Im charmanten Neuzugang Sally findet er ein Mädchen, das ihn als guten Freund schätzen lernt. Doch Georges Gefühle gehen tiefer, aber wie soll er angemessene Worte finden, ohne eine Ablehnung und damit ein mögliches Ende der Freundschaft zu riskieren.

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Kritikerrezensionen

  • Eine nachdenkliche, zarte Jugendromanze wie diese bekommt man nicht oft im Kino zu sehen. Es ist wohl gar nicht so einfach, den richtigen Ton zu treffen für die Befindlichkeiten, die das Alter von 17 oder 18 prägen, wenn der Schulabschluss und die Wahl eines eigenen Weges anstehen, aber auch die Gefühle noch heftig ausschlagen. Dem Drehbuchautor und Regisseur Gavin Wiesen gelingt das in seinem Spielfilmdebüt einfühlsam und charmant.

    Der New Yorker Schüler George mit seinem verstrubbelten Haar und dem dunkelgrauen Mantel, den er gerne auch drinnen anbehält, wandelt als eine Art Philosoph durch die Straßen. Seine Erzählstimme im Off berichtet, was er so denkt, über die Probleme auf der Welt und den Sinn des Lebens, den er irgendwie nicht findet. In der Schule jedenfalls und zu Hause, wenn er gefragt wird, warum er nicht lernt, hat er deshalb stets eine schnelle Ausrede: Es gehe ihm gerade nicht gut, er sei etwas deprimiert wegen seiner Gedanken. Der Schuldirektor und einige seiner Lehrer ermahnen ihn, sich zusammenzureißen, denn der Schulabschluss steht bevor, und sie halten offensichtlich große Stücke auf George.

    Für den ehemaligen Kinderstar Freddie Highmore markiert die Rolle des George den Übergang ins Erwachsenenalter. Mit seinen blauen Augen und dem jungenhaft verträumten, unschuldigen Blick, aus dem ein reiches Gefühlsleben spricht und die Fähigkeit, zu staunen, ist Highmore hier wie seine Filmfigur George auf dem Sprung in die eigene Zukunft. Es macht Freude, dem Schauspieler dabei zuzusehen, wie er sich entpuppt und wie ein Schmetterling seine frischen Flügel ausbreitet. Er muss den Jugendlichen nicht nur als altklugen Denker mimen, der seine Unsicherheit hinter Pseudo-Durchblick verbirgt. Sondern er stellt auch einen verliebten jungen Mann dar, also Glück, Verzauberung, tiefen Kummer.

    Emma Roberts spielt die junge Sally. Sie bewundert den talentierten Zeichner und Außenseiter George, kichert aber auch über seine Ahnungslosigkeit in vielen praktischen Dingen und führt ihn in ihren Freundeskreis ein. Aber weder George, noch Sally wissen genau, wie es mit ihnen weitergehen soll, und so kommt es bald zu schmerzlichen Komplikationen. Und die Schule stellt George ein Ultimatum: In drei Wochen muss er alle Hausaufgaben nachgeholt haben, die er im Laufe des Schuljahres versäumt hat.

    Sehr realistisch erzählt der Film von dem inneren Tumult, der George von seinen schulischen Pflichten abhält. Und zeigt, ohne allzu viel zu erklären, welche Schwellen der Jugendliche binnen weniger Wochen überschreitet, um sein Coming-of-Age im besten Wortsinn zu vollziehen. Der Film erinnert daran, dass solche Verwandlungen immer Herzensangelegenheiten sind, ohne die Liebe gäbe es keinen nennenswerten Durchblick.

    Fazit: Zarte Jugendromanze, mit der Hauptdarsteller Freddie Highmore die Kinderrollen abstreift.
  • Gavin Wiesens Regiedebüt gehört zu den raren Teenromanzen, die mit leisen Tönen und sanftem Zauber überzeugen.

    Der deutsche Titel suggeriert einen modernen Ferris Bueller, doch eigentlich fokussiert sich diese Entdeckung des Sundance Film Festivals auf einen Totalkontrast zu Matthew Brodericks 1985 aktiven Lebenssurfer. Freddie Highmore, als Charlie vor wenigen Jahren noch glücklich über einen Besuch in der Schokoladenfabrik, ist ideal besetzt als scheuer, smarter Einzelgänger George, der mit einer entscheidenden Entwicklungszäsur nicht zurechtkommt. Seine kindliche Freude am Leben ist einer Furcht davor gewichen. An der Schwelle zum Erwachsensein wirkt die Zukunft sinnlos – als Kette von Zwängen, denen man sich ergeben muss, weil es eben alle tun. George ist klug, künstlerisch talentiert, in keinster Weise ein Rebell, aber ohne einen Hauch von Motivation, dem Unterrichtsbetrieb einer New Yorker Privatschule zu folgen. Obwohl er sich auch kurz vor dem Abschluss treiben lässt, gibt ihm sein Direktor, eine sympathische Figur, die Verständnis, aber auch Autorität vermittelt, noch eine letzte Chance, das in der Schule Versäumte nachzuholen, scheint aber zu kapitulieren, als George Sally (Emma Roberts), einen attraktiven, aber beschränkt ambitionierten Neuzugang kennenlernt. Sally und George werden Freunde, doch ein viel tieferes, bisher unbekanntes Gefühl parkt bald im Herzen des Teenagers.

    Wann es verbal von George endlich freigesetzt werden kann, gibt dem Film seine romantische Spannung, wie auch der junge Künstler Dustin, der George ein Mentor ist, aber in der Beziehung zu Sally zum Rivalen wird. Keine der Figuren des Films ist in Wiesens einfachem, aber charmant entwickeltem Drehbuch ein wirklicher Konfliktherd, doch viele zeigen unterschiedliche Facetten, gerade auch Georges Mutter, die desinteressiert wirkt, bis sie hinter ihre Fassade blicken lässt und damit George aus seiner Stasis holt. Die Kommunikationsprobleme, die kleinen Unsicherheiten, die großen Verletzungsrisiken und die verwirrende Konfrontation mit einem erwachsenen Leben – all das beobachtet diese Romanze mit leisen Tönen und einem sanft-sensiblen Indie-Soundtrack. Und statt der üblichen artifiziellen Euphorie eines zu formelhaften Endes findet der Film einen alternativen Weg und das Freundespaar in Sallys Finalsatz absoluten und bezaubernden Gleichklang. kob.

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