Vertrauter Feind

  1. Ø 3
   1996
Vertrauter Feind Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Vertrauter Feind: Hochspannendes Psychoduell zwischen einem erfahrenem Cop und seinem jugendlichen Gast, der sich als Auftragskiller entpuppt.

Im Jahr 1993, in dem die IRA Friedensverhandlungen mit Großbritannien angekündigt haben, schlüpft ein junger irischer Emigrant bei dem New Yorker Polizisten Tom O’Meara unter. Dort wird er bald wie ein Teil der Familie behandelt. Doch der junge Mann hat eine geheime Vergangenheit und eine blutige Mission zu erfüllen. Bald beginnt für O’Meara eine tödliche Jagd…

Im Jahr 1993 – die IRA hat gerade Friedensverhandlungen mit Großbritannien angekündigt – schlüpft ein junger, irischer Emigrant, der sich Frankie nennt, bei dem New Yorker Polizisten Tom O’Meara unter. Dort wird er schon bald wie ein Teil der Familie behandelt. Doch der junge Mann, in Wirklichkeit der IRA-Terrorist Rory Devaney, verschweigt nicht nur seine dunkle Vergangenheit, er hat auch noch eine blutige Mission zu erfüllen. Mit einem Mal findet sich der gesetzestreue Cop O’Meara unfreiwillig in die Rolle des tödlichen Jägers gedrängt.

Von den Vereinigten Staaten aus versucht eine kleine Gruppe emigrierter IRA-Terroristen, den Kampf gegen die Briten fortzusetzen. Unter ihnen ist auch Rory, der mit einer falschen Identität Unterschlupf bei einem Polizisten gefunden hat. Er freundet sich mit der Familie an, doch dann fliegt alles auf. Eine unerbittliche Jagd beginnt. Starbesetzter Thriller mit Brad Pitt und Harrison Ford.

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Kritikerrezensionen

  • Monate der Spekulation über überzogene Drehpläne und Budgets, Probleme mit dem Drehbuch und Animositäten zwischen den Stars eilten „Vertrauter Feind“ voraus. Das Gerangel hinter den Kulissen wird von dem Ergebnis der Bemühungen zumindest halbwegs gerechtfertigt: Alan J. Pakulas besonnen inszeniertes Duell zwischen Harrison Ford als New Yorker Cop mit Prinzipien und Brad Pitt als IRA-Terrorist mit nervösem Finger am Abzug entpuppt sich als stiller Großstadtthriller, der seine Sprengkraft nicht, wie bei 90-Mio.-Dollar-Produktionen üblich, aus gigantischen Actionsets bezieht, sondern aus dem explosiven Zusammenspiel seiner beiden Superstars.

    Dabei sucht man Indizien für das gigantische Budget bei dem handwerklich vorzüglich realisierten Politthriller auf der Leinwand ebenso vergeblich wie Hintergründe und Stellungnahmen zum IRA-Kampf: Die sich langsam hochschaukelnde Spannung in „Vertrauter Feind“ wird durch den mit unveränderter Schärfe lodernden Konflikt zwischen Irland und Großbritannien bestenfalls verschärft. Er ist aber nicht Thema dieser unter ihrer ruhigen Oberfläche kräftig brodelnden Studie über Moral, Loyalität, Ehre, Stolz ,Verrat und die zerstörerische Kraft der Gewalt, die dankenswerter Weise auf die simple Schwarz-Weiß-Zeichnung eines „Stunde der Patrioten“ verzichtet.

    Pakula ist kein Anhänger des grellen Oberflächenreizes, des leicht konsumierbaren Effektekinos. Vielmehr setzt er auf genaue Charakterisierungen, die seinen Stars viel Raum lassen, ihre Figuren und ihre jeweiligen Standpunkte auszuarbeiten. Für ungeduldige Thrillerfans vielleicht zu viel Raum: Während Pitts in die nichts ahnende Familie von Cop O’Meara eingeschleuster IRA-Mann Frankie auf den Straßen New York Deals auf einen großen Waffendeal wartet und Fords rechtschaffener O’Meara bei seinen Streifeneinsätzen immer wieder demonstrieren darf, daß er für das Gesetz, aber gegen Gewalt ist, kommt der Handlungsfluß beinahe zum Erliegen. Die bis weit über die Hälfte der Spielzeit reichende Exposition zahlt sich jedoch aus, nachdem eine Verkettung von Ereignissen die beiden Männer auf einen fatalen Kollissionskurs schickt.

    Von Pakula mit väterlicher Hand unterstützt, holen Pitt und Ford ein Maximum aus ihren Rollen, wobei dem Jungstar der schillerndere Part zufiel: Die inneren Scharmützel seines nihilistisch-widersprüchlichen Racheengels, in dessen Leben es zwischen Aufgabe und Gewalt keine Alternativen gibt, sind packender als die stoische Aufrichtigkeit des rechtschaffenen Polizisten. In den gemeinsamen Szenen sind sich die beiden jedoch ebenbürtig: Die Zärtlichkeit zwischen Frankie, dessen echter Vater vor seinen Augen getötet wurde, als er acht Jahre alt war, und O’Meara, der in Frankie den Sohn gefunden zu haben glaubt, den er nie hatte, ist der emotionale Kernpunkt von „Vertrauter Freind“.

    Obwohl vermeintlich mehr als zehn Autoren an dem Skript arbeiteten, funktioniert die clever eingefädelte Geschichte mit der Präzision eines Uhrwerks. Gleichzeitig ist der Kampf zwischen Cop und Terrorist ein sehenswertes Duell zweier blendend aufgelegter Superstars ein Clash der Weltanschauungen und der hochemotionale Zusammenprall zweier Todfeinde, der in einem Shootout auf einem kleinen Boot kulminiert. Sparsam geht „Vertrauter Feind“ mit Action um, aber wenn Pakula Gewalt als geschickten Kontrapunkt zu langen, meditativen Passagen ausbrechen läßt, ist die Wirkung verheerend: Vor allem eine Attacke auf O’Mearas Familie in ihrem Zuhause wirkt schmerzhaft real. Und wenn der Film mit seinen New Yorker Locations doch stets näher an den moralischen Melodramen eines Sidney Lumet angesiedelt ist als in dem angestrebten, mythischen Heldenkino eines John Ford, so verfehlt er doch seine Wirkung nicht.

    In einem entspannten Moment erklärt Frankie, Happy Ends gebe es nur in amerikanischen Geschichten, nicht aber in irischen. Den Filmemachern ist es hoch anzurechnen, daß sie sich in einem derart teuren Projekt dafür entschieden haben, eine irische Geschichte zu erzählen. ts.

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