Vertraute Angst

  1. Ø 5
   2006
Vertraute Angst Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Vertraute Angst: Hervorragend gespielter Psychothriller, der sich im Grenzbereich zum Drama bewegt.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Dank großartiger Darsteller und einer fesselnden Inszenierung wandelt dieser Thriller erfolgreich auf dem schmalen Grat zwischen Vertrauen und Angst

    Alfred Hitchcock hatte ein ebenso simples wie erfolgreiches Spannungsrezept: Zwei Personen sitzen an einem Tisch, unter dem sich eine Bombe befindet. Als Zuschauer ahnt man, dass diese Bombe irgendwann explodieren wird; aber man weiß nicht, wann. Wolf Jacoby hat sein Drehbuch zu „Vertraute Angst“ getreu dieser Maxime geschrieben, aber er hat sie noch verfeinert und die Spannung damit auf eine andere Ebene gehoben: Weil man der Handlung aus der Perspektive der weiblichen Hauptfigur folgt und Regisseurin Christiane Balthasar geschickt mit den Genre-Elementen jongliert, wähnt man sich in einem Thriller. Oder, um im Bilde zu bleiben: Man ist überzeugt, unter dem Tisch sei eine Bombe. Aber vielleicht ist da ja auch gar nichts.

    Das Konstrukt funktioniert, weil Thomas Wegener (Matthias Brandt) vor Jahren unter einer akuten schizoiden Psychose gelitten hat: Er war vorübergehend nicht zurechnungsfähig und hat das Haus angezündet. Jacoby und Balthasar erzählen dies als Prolog. Die Handlung setzt ein, als sich Gattin Anja (Johanna Gastdorf) endlich aus der Ehe gelöst und erstmals dem drängenden Werben eines befreundeten Anwalts (Andreas Schlager) nachgegeben hat. Ausgerechnet jetzt wird Thomas aus der Psychiatrie entlassen und will in sein altes Leben zurück. Anja lässt ihn gewähren, bleibt aber hin- und hergerissen zwischen Loyalität und der Furcht vor einem erneuten Ausrasten. Ihr Verdacht wird bestätigt, als sie Beweise für eine gespaltene Persönlichkeit findet: Briefe, die Thomas sich selbst geschrieben hat.

    Die Gratwanderung zwischen Thriller und Drama ist jederzeit glaubhaft, weil Matthias Brandt die Figur mit der nötigen Abgründigkeit versieht. Angesteckt durch Anjas wachsende Zweifel lauert man förmlich auf Belege für eine Psychose. Geschickt treiben Buch und Regie die Geschichte auf die Spitze, so dass man irgendwann von der Existenz der Bombe überzeugt ist; nun ist die Explosion nur noch eine Frage des Zeitpunkts.

    Johanna Gastdorf ist die perfekte Gegenspielerin für Brandt. Ihr Part als Identifikationsfigur ist nicht minder wichtig, denn ihre Skepsis nährt ja die Erwartungshaltung. Vor allem aber die Musik (Johannes Kobilke, Stefan Ziethen) hat großen Anteil daran, dass die Tragödie permanent zum Greifen nahe ist. Nichts könnte dieses Gefühl besser zum Ausdruck bringen als ein musikalisches Zitat aus „Basic Instinct“, einem Film, der ebenfalls von der ständigen Ungewissheit lebte und Hitchcocks Patentrezept fast zur Perfektion gebracht hat. tpg.

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