Filmhandlung und Hintergrund

Schillernde Hommage an den Glamrock, seine Stars, Szene, Ideale und natürlich Musik.

Arthur Stuart wird von seiner Zeitung zehn Jahre nach der inszenierten Ermordung des Glamrock-Stars Brian Slade auf dessen Spur angesetzt. Arthur, der selbst einmal Fan war, taucht wieder ein in die Untiefen einer Musikszene, die auch für ihr Leben die absolute Freiheit proklamierte. Er spricht mit seiner Ex-Frau Mandy und Musikkollegen und Liebhaber Curt Wild.

Brian Slade ist ein gefeierter Glamrock-Star. Auf dem Höhepunkt seines Erfolgs verschwindet er jedoch auf mysteriöse Weise. Zehn Jahre später versucht der britische Journalist Arthur Stuart Licht ins Dunkel des scheinbaren Mordfalls zu bringen. In einem heruntergekommenen Cabaret stöbert er Slades Ex-Frau und Muse Mandy auf. Es gelingt ihm, ihr nach und nach die Wahrheit vom Aufstieg und Fall ihres Geliebten zu entlocken - Slades Karriere entpuppt sich als symptomatisch für die Musikszene der wilden 70er Jahre…

Zehn Jahre nach der inszenierten Ermordung des Glamrock-Stars Brian Slade taucht dessen ehemaliger Fan und Journalist von neuem in die Untiefen einer Musikszene, die für ihr Leben die absolute Freiheit proklamierte. Schillernde, exquisit ausgestattete Hommage an den Glamrock, seine Stars, Szene, Ideale und natürlich Musik.

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Kritikerrezensionen

  • Velvet Goldmine: Schillernde Hommage an den Glamrock, seine Stars, Szene, Ideale und natürlich Musik.

    In Cannes stach der dritte Spielfilm des New Yorker Filmemachers Todd Haynes ins Auge als einziger Wettbewerbsbeitrag, der sich originell um das Beschreiten neuer filmischer Wege bemühte. Die visuelle Grandezza und provokative Auseinandersetzung mit Begriffen wie Sexualität und Identität machen dieses Paradiesvogel-Rockmusical über die Tage des Glam Rock zu einem atemberaubenden Trip durch die frühen Siebziger, ohne angestaubt zu wirken oder gar in Melancholie zu verfallen. Die Opernhaftigkeit und Exaltiertheit dieses in alle Richtungen explodierenden Spacemärchens mag an die besten Konzeptalben dieser Ära, vornehmlich von David Bowie und Roxy Music, anknüpfen, aber die aufregende Aufbereitung bekannter Elemente hätte nicht moderner und dringlicher ausfallen können.

    Von R.E.M.-Sänger Michael Stipe mitproduziert, mit Ewan McGregor als amerikanischer Kamikaze-Rocker Curt Wilde und der Entdeckung Jonathan Rhys-Myers als schillernd-androgyne Superstardiva Brian Slade blendend und publikumswirksam besetzt und einem prickelnden Soundtrack mit Größen wie Pulp oder Shudder to Think ausgestattet, steht „Velvet Goldmine“ mit beiden Beinen fest in der Gegenwart. Nach einer Exposition im 19. Jahrhundert, in der ein Raumschiff (womöglich Bowies Spiders from Mars?) Oscar Wilde als Findelkind aussetzt und der Starman als direkter Vorfahre und Gottvater der Glambewegung ausgewiesen wird, setzt die eigentliche Handlung im Jahr 1984 ein - wie es sich Glitter-Musiker in den siebziger Jahren als ultimativen Orwell-Alptraum erdacht hatten: Es ist eine graue Zeit, in der der Große Bruder alle Aspekte des Lebens kontrolliert und jeglicher Spaß in der Musik gleichgeschaltetem Bombast-Muzak weichen mußte.

    Es ist der zehnte Jahrestag des spurlosen Verschwindens des einstigen Jugendidols Brian Slade, der auf dem Höhepunkt seiner Karriere bei einem Konzert seine eigene Ermordung gefeiert hatte und danach untergetaucht war. Der Journalist Stuart (Christian Bale) wird beauftragt, nach dem einstigen Superstar zu fahnden. Wie in einem „Citizen Kane“ in Federboas und Glitzer-Makeup macht sich Stuart daran, mit der Befragung von Brians Wegbegleitern Licht ins Dunkel zu bringen. In immer wieder neuen Episoden taucht die samtene Goldmine ein in eine Vergangenheit, in der Rockmusik noch Gefahr symbolisierte und Geschlechterrollen kaltlächelnd auf den Kopf gestellt wurden.

    Lose inspiriert von der Biografie David Bowies und dem Inhalt seines „Ziggy Stardust“-Konzeptalbums, erzählt Todd Haynes von Brian Slades Aufstieg, der Liebe von Brian zu seiner Frau Mandy (Toni Collette), seiner fatalen Obsession von dem Rockjunkie Curt und dem „Rock ’n‘ Roll Suicide“ auf dem Höhepunkt des Erfolges. Obwohl der Filmemacher süffig-überschäumende visuelle Entsprechungen für die bewußte Artifizialität und Dekadenz der Glam-Ära findet, verfällt er selbst nie ihren Exzessen: Kühl und distanziert folgt er seinen Figuren, zu denen der Regisseur keinerlei emotionalen Zugang erlaubt. So entgeht er der Gefahr, einfach nur eine weitere Successtory zu erzählen, zum anderen gelingt ihm mit seinem remixartigen Neuarrangement bekannter Versatzstücke eine intellektuelle Annäherung an den Moment, in dem Rockmusik der Idee absoluter Freiheit zum Greifen nahe kam, bevor sie von der Industrie institutionalisiert wurde. „Velvet Goldmine“ ist ein Werk der Liebe - und gerade wegen seiner Komplexität und des schwindelerregenden Ideenreichtums ein berechtigter Anwärter für den Titel „Kultfilm des Jahres“. ts.

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