Vatel

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Filmhandlung und Hintergrund

Vatel: Verschwenderisch ausgestattetes Kostümepos um einen Koch-und Zeremonien-Meister zu Zeiten des Sonnenkönigs.

Meisterkoch François Vatel, ein Perfektionist des Genusses und der inszenierten Lebensfreude im Dienste des Prinzen de Condé in Chantilly, soll ein dreitägiges Fest für den Sonnenkönig ausrichten. Von der Feier hängt viel ab, denn der Prinz rechnet sich Chancen aus, als General die französische Armee gegen Holland zu führen, wenn der König nur Gefallen an dem findet, was Vatel auftischt.

Bei der Ausrichtung eines Festes für den verwöhnten, überaus anspruchsvollen und launenhaften Sonnenkönig Ludwig XIV. steht der Ruf von Francois Vatel als Meisterkoch auf dem Spiel. Unvorhergesehene Zwischenfälle und Hofintrigen bedrohen das unter keinem glücklichen Stern stehende Spektakel. Vollends kompliziert wird es jedoch, als sich ausgerechnet die Lieblingsmätresse des Königs in Vatel verliebt und dessen Schicksal nun beim Kartenspiel entschieden werden soll…

Der Ruf von François Vatel als Meisterkoch steht bei der Ausrichtung eines Festes für den Sonnenkönig Ludwig XIV. auf dem Spiel. Da verliebt sich ausgerechnet die Lieblingsmätresse des Königs in Vatel. Grandiose Darsteller wie Gérard Depardieu und Uma Thurman, üppige Dekorationen, fantastische Bilder: Regisseur Roland Joffé blickt hinter die Kulissen der Macht.

Darsteller und Crew

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Kritikerrezensionen

  • Einen wahren Augenschmaus inszeniert Roland Joffe mit seinem verschwenderisch ausgestatteten Kostümepos, das kein historisches Detail auslässt und jeden Cent seiner angeblich 38 Millionen Dollar Produktionskosten auf die Leinwand, bzw. auf die Festtafel bringt. Dennoch macht seine Geschichte um den von Perfektion besessenen Zeremonienmeister im Hofstaat König Ludwigs XIV. nicht wirklich satt.

    Gerard Depardieu in der Titelrolle jenes François Vatel, im Dienste des Prinzen de Condé in Chantilly anno 1671, ein Perfektionist des Genusses und der inszenierten Lebensfreude – eigentlich könnte man sich kaum einen anderen Schauspieler im Zentrum einer vor Geschäftigkeit summenden Küche vorstellen. Ein dreitägiges Fest soll er ausrichten für den Sonnenkönig. Von der Feier hängt viel ab, denn der Prinz rechnet sich gute Chancen aus, als General die französische Armee gegen Holland zu führen, wenn der König nur Gefallen an dem findet, was Vatel so alles aufwartet. Das ist eine Menge: Prunkvolle Gelage, Feuerzauber, Theater- und Operneinlagen, Tischgedecke wie kleine Kunstwerke, und ganz nebenbei wird, weil die Eier nicht reichen, die Crème de Chantilly erfunden. Den Aufwand, den Vatel betreibt, haben die Filmemacher nachvollzogen. Bis ins Detail schwelgt dieses üppige Ausstattungswerk in den Kreationen des erfindungsreichen Maître, in Kostümen und Dekors. Die gewaltige Maschinerie des Luxus, deren Schwungrad Vatel ist, seine militärisch präzise Organisation des Heeres von Köchen, Bauern und Arbeitern wird von einer staunenden Kamera erkundet. Das Problem ist, dass der Film Vatel bei seinen Inszenierungen so genau auf die Finger schaut, dass man den historischen Bombast zwar quasi vor sich entstehen sieht – die eigentliche Geschichte aber rutscht aus dem Blickfeld.

    Dabei birgt die Szenerie im Grunde reichlich dramatisches Potenzial. Der gelangweilte Königsbruder mit seiner tuntigen Florettistenschar boykottiert die Mühen Vatels ebenso wie der intrigante Marquis de Lauzin (Tim Roth, der seine Rolle aus „Rob Roy“ mit fürstlichem Ennui wiederholt), der zudem ein Auge auf Anne de Montausier (Uma Thurman) geworfen hat, die als Mätresse des Königs ihre Stellung am Hofe sichern will und ihrerseits heimlich Vatel zugetan ist. Alle haben bei diesem hochkomplizierten Spiel um Gunst und Gnade eine tödliche Angst, dass der Schatten des Sonnenkönigs auf sie fallen könnte. Und dennoch: Die Leidenschaft will sich nicht entzünden, nicht zwischen den Schauspielern und erst recht nicht an der Figur des Vatel, der bis zuletzt merkwürdig distanziert bleibt. Einerseits mit dem glühenden Herzen des Descartes zitierenden Genies ausgestattet – zwischen „Harmonie und Kontrast“ müsse man die Perfektion suchen, erklärt Vatel seine Kunst -, andererseits ein serviler Emporkömmling aus ärmsten Verhältnissen, der die Nase lieber in seine Pastetentöpfe steckt als in das brodelnde Leben um ihn herum, sucht er die Wirklichkeit mit seinen atemberaubenden Illusionen auszublenden. Dass er schließlich an der banalen Grausamkeit der Wirklichkeit zerbricht – eine Ladung Fische bleibt aus, und an seinem Höhepunkt droht das Fest zu scheitern -, wirkt schicksalshaft, doch nicht berührend. Und obwohl Regisseur Roland Joffe („The Killing Fields“, „Goodbye Lover“) seinen Vatel bis in die geheimsten, rattenverseuchten Gänge hinter den Kulissen des Schlosses gefolgt ist, von wo aus er mit einem kleinen Fernrohr die Gäste beobachtet, hat er es versäumt, ihn als Figur lebendig zu machen. Uma Thurman hält für Vatel in einer wundervollen Szene sogar den Sturmwind auf, der die gedeckte Tafel zu zerstören droht. Die Urgewalt der Liebe aber sucht man zwischen den spitzfindig aus ihren Kostümen lugenden Schauspielern vergebens, auch wenn Ennio Morricones Musik sich nach Kräften bemüht, große Gefühle zu wecken. Wo der Glanz der in unübersehbar liebevoller Arbeit gebauten Kulisse schließlich abzustumpfen droht, bleibt Joffe nur der etwas verzweifelte Griff zur Symbolik: Der an seiner goldenen Kette zerrende Papagei Vatels darf über die Wiesen entschwinden, die Wellensittiche von Madame Anne hält die Königin im Käfig zurück, und von den die Sinne verwirrenden Gelagen bleibt geschmolzenes Eis. Und, als Dessert, die Information, dies alles habe sich wirklich so zugetragen. evo.

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