Vanya - 42. Straße

   Kinostart: 13.04.1995

Filmhandlung und Hintergrund

13 Jahre nach dem Zwei-Personen-Stück „Mein Essen mit André“ hat sich Regieveteran Louis Malle erneut mit dem Theatermann André Gregory zusammengetan. „Vanya On 42nd Street“ ist, wie Malles vielgerühmtes Werk von 1981, ein reiner Dialogfilm, der im dokumentarischen Stil die Proben zu Tschechows Bühnenklassiker „Onkel Wanja“, die Gregory in New York vorbereitet, begleitet. Das erlesen besetzte und hervorragend gespielte...

Der 47jährige russische Einwanderer Vanya versucht vergeblich die Zuneigung der schönen Yelena zu gewinnen, die ihrem alternden Mann, dem Wissenschaftler und Schriftsteller Serybryakov, treu ist. Dessen Tochter aus erster Ehe Sonja hat es Dr. Astrov abgesehen, einen regelmäßigen Besucher des Hauses.

Beinahe improvisierte Filmversion von Tschechows Theatermeilenstein „Onkel Vanja“.

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • 13 Jahre nach dem Zwei-Personen-Stück „Mein Essen mit André“ hat sich Regieveteran Louis Malle erneut mit dem Theatermann André Gregory zusammengetan. „Vanya On 42nd Street“ ist, wie Malles vielgerühmtes Werk von 1981, ein reiner Dialogfilm, der im dokumentarischen Stil die Proben zu Tschechows Bühnenklassiker „Onkel Wanja“, die Gregory in New York vorbereitet, begleitet. Das erlesen besetzte und hervorragend gespielte Zwei-Stunden-Werk wird es wegen seiner theaterhaften Inszenierung nicht leicht haben, ein Publikum zu gewinnen. „Vanya On 42nd Street“ ist eines dieser Juwele, mit denen sich internationale Festivals gerne schmücken - er lief auf der Biennale ’94 und wird auch auf der Berlinale ’95 als Sondervorführung zu sehen sein - und dürfte bei Bühnenfreaks Jubelstürme auslösen. Im Kinoalltag wirkt dieses Werk indes wie ein Relikt aus einer Zeit, als die Bilder noch versuchten, das Laufen zu erlernen. Am Anfang des Films sieht man Louis Malle und André Gregory, die sich an einer Hot-Dog- Bude in New Yorks 42nd Street treffen. Nacheinander gesellen sich auch die Schauspieler der „Wanja“-Inszenierung zu den beiden Männern, und wenig später zieht der Troß weiter in das altehrwürdige, baufällige New Amsterdam Theatre, wo man in der Folge die Proben zu Tschechows Bühnenstück abhält. Die Kamera ist hautnah dabei, wenn Wallace Shawn, einst Gregorys Geprächspartner in „Mein Essen mit André“, als Onkel Wanja im Hause von Professor Serebryakov mit dessen zweiter Frau Elena zusammentrifft. Ob der dreisten Arroganz des Professors erbost, zieht die Titelfigur eine Waffe und schießt zwei Mal auf diesen, ohne allerdings zu treffen. Doch auch nach diesem spektakulären Vorfall ändert sich kaum etwas im Verhalten der anwesenden Personen. Das Leben geht so geruhsam und beschaulich weiter, als ob nichts geschehen wäre. Louis Malle stellt mit seinem aktuellsten Werk das Publikum auf eine harte Probe. Gut 120 Minuten lang provoziert er geradezu mit sparsamen Kamerafahrten, nicht enden wollenden Einstellungen und einem Dialogmarathon, der sich dem Theaterlaien nicht zuletzt wegen Tschechows ebenso schwermütigen wie langatmigen Textvorgaben nur selten erschließen dürfte. Experten auf dem Gebiet „Bretter, die die Welt bedeuten“ dürften sich dagegen am pointierten Spiel eines Wallace Shawn und seiner nicht weniger brillanten Partner Julianne Moore (als Elena), Brooke Smith (als Sonya) und George Gaynes (als Serebryakov) erfreuen. Die „Wanja“-Textversion, die Louis Malle als Vorlage für sein eher experimentelles Filmspiel diente, stammt übrigens aus der Feder von David Mamet. Wer sich an diesen exquisiten Vorgaben ergötzen kann, der ist bei „Vanya on 42nd Street“ bestens aufgehoben. Wer aber ein weiteres filmisches Wunderwerk erwartet, der sollte sich lieber gedulden und auf Louis Malles nächste Arbeit hoffen. lasso.

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