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Filmhandlung und Hintergrund

Urban Explorer: Horrorfilm um eine Gruppe junger Leute, die beim Erkunden eines unterirdischen Labyrinths mit etwas Grauenhaften konfrontiert werden.

Vier junge Touristen aus aller Welt, US-Amerikaner Denis, seine venezolanische Freundin Lucia, Französin Marie und ihre japanische Freundin Juna, suchen auf ihrem Berlin-Trip den besonderen Kick und lassen sich von Kris in einer nächtlichen, illegalen Tour durch den Berliner Untergrund lotsen. Das abenteuerliche Urban Exploring durch ein jahrzehntelang verfallenes Stollensystem wird zum Albtraum, als sich erst Kris schwer verletzt und sie in die Fänge eines ehemaligen DDR-Grenzaufklärers geraten, der dort als Kannibale haust.

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Filme zu beurteilen und vor allem dabei fair zu bleiben, ist nicht immer einfach. Man kann nicht auf jeden Film die gleiche Qualitätsschablone legen und alles, was da dann nicht rein passt, als ungenügend abstempeln. Klingt in der Theorie wahnsinnig logisch, wird aber nicht immer in die Tat umgesetzt. Bei „Urban Explorer“ zum Beispiel könnte man sehr schnell versucht sein, zu sagen: „Vorhersehbare Story! Hat man alles schon tausendmal gesehen und darunter auch einige Mal besser! Ein Logikloch, wie zum Beispiel der irre Killer ist nicht totzukriegen, jagt das andere! Ein schlechter, sehr schlechter Film, der einen auf amerikanischer Teen-Slasher macht, auch wenn die Protagonisten Anfang 20 sind!“ Die Sache ist bloß die: „Urban Explorer“ will gar nichts anderes sein, als ein Slasher-Film nach der altbewährten Methode. Regisseur Andy Fetscher will in erster Linie unterhalten und unterhalten werden kann man als Zuschauer zur Abwechslung auch mal, indem man nicht ständig auf falsche Fährten gelockt wird und einem seine Erwartungen um die Ohren gehauen werden, sondern indem sich alle Annahmen zu Beginn des Films am Ende bestätigen. Fetscher hat offensichtlich erkannt und steht dazu, dass nicht jeder Film das immer wieder gern bemühte Rad neu erfinden muss. Die Story ist sozusagen eine Einladung, sich am Ende selbst auf die Schulter klopfen zu dürfen, weil man wusste, dass es endet wie es endet. Scharfzüngiger formuliert, bedeutet das, ich setze die Messlatte einfach (deutlich) niedriger an und erspare mir somit, mich darüber zu ärgern, Zeit durch das Anschauen des Films verplempert zu haben. Mit Sicherheit sollen hier in erster Linie die Horrorfans begeistert werden, die sich nicht zum x-ten Mal „Halloween“ und die anderen üblichen Verdächtigen des Genres anschauen wollen. Und by the way, wenn Micheal Meyers immer wieder aufsteht – auch dann noch, wenn ihm ein großes Fleischermesser in der Brust steckt und wenn er sich nie schneller fortbewegt als im Schritttempo und trotzdem jeden kriegt, auch wenn er noch so um sein Leben rennt – dann ist das übrigens cool und längst Kult!

    Der Film beginnt mit typischen Berlinbildern, die mit Handkamera aufgenommen worden sind. Fetscher setzt bewusst auf den Wiedererkennungswert, um das Bedürfnis der jungen Backpacker nach etwas Neuem, Unbekannten deutlich zu machen und um einen deutlichen Kontrast zu den unterirdischen Tunneln, die dieses Neue, Unbekannte darstellen sollen, zu erzeugen. Nebenbei bemerkt ein Setting, das nicht schon tausendfach in diesem Subgenre verwurstet wurde. Wodurch genau genommen eine weitere Neuerung entsteht, denn hier rennen die potenziellen Opfer nicht die Treppen rauf, sondern in U-Bahnschächte rein. Natürlich ist es wenig nachvollziehbar, dass das Final-Girl sexy Hotpants und süße Absatzstiefelchen trägt, wenn sie sich in den Berliner Untergrund hinab wagt. Aber mal ehrlich, ihren amerikanischen Leidensgenossinnen steht sie darin doch in nichts nach! Und naja, mit der Geschichte über die sogenannten „Odin-People“, eine Hypersondernazirasse, die angeblich unkaputtbar ist, stellen Fetscher und sein Drehbuchautor Martin Thau sogar eine mögliche Erklärung in den Raum, für das Wiederaufstehverhalten des Killers. Wirklich streitbar ist die Schauspielkunst von Klaus Stiglmeier. Will er mit dem ständigen Augenverdrehen und den riesigen fletschenden Zähnen tatsächlich ernsthaft dämonisch wirken? Dann wäre es bloß unfreiwillig komisch. Oder ist es absichtlich überzogen und somit ein Augenzwinkern? Die Antwort darauf darf jeder für sich selbst finden.

    „Urban Explorer“ ist ein dreckiger Film und irgendwie ist es schön zu sehen, dass ein Slasher-B-Movie auch mal aus Deutschland kommt. Es besser zu machen als das amerikanische Vorbild ist dann der nächste Schritt und bis es soweit ist, gucke ich einfach noch mal „Halloween“.

    Fazit: Ein Slasher-Movie nach altbewährter Methode. Wer überrascht werden will, muss sich was anderes angucken.
  • Robuster deutsch-amerikanischer Survival-Reißer, der im klaustrophobischen Berliner Untergrund-Labyrinth alle Register des knallharten Horror und Splatter zieht.

    Für Andy Fetschers ersten Kinofilm – “Bukarest Fleisch” startete nur auf DVD – fand der Deutsch-Rumäne nicht nur Max Riemelt als Spitze eines internationalen Cast, sondern auch zahlreiche bekannte Vorbilder, wenn er quasi einen Hinterwald-Horror unter Tage nach allen geläufigen Regeln der Slasher-Kunst veranstaltet.

    Den letzten Schrei für abenteuerhungrige Touristen nutzt der weitgehend auf englisch gedrehte Abstieg in ein unterirdisches Tunnelsystem unter der Hauptstadt für einen Thrill-Ride zwischen Spaß und Entsetzen, den vier junge Menschen aus aller Welt unter kundiger Leitung von Kris (Riemelt) begehen. Der führt sie halblegal in das seit vielen Jahrzehnten verfallene Labyrinth, erzählt haarsträubende Legenden vom Odin Volk, der Reichsflugscheibe und lotst sie, wenn schon nicht in den Führer-Bunker, so doch in den Fahrer-Bunker. Es ist ein Trip in deutsche Geschichte zwischen verbotener Nazi-Wandmalerei, Zwangsarbeiter-Schlafplätzen, Stasi-Schießständen und der Sektorengrenze. Und einen politischen Subtext hat Fetscher auch durchaus im Sinn. Aber er vergisst nicht sein Unterhaltungsprogramm, das – ganz wie der Sound – stets in die Vollen geht und alle Register des Spannungskinos zieht, womit sich diverse Déjà-vus einstellen.

    Die Gruppe will das Spezialprogramm – und bekommt es auch: Als Kris abstürzt und mit gebrochenem Bein liegen bleibt, erscheint ein redseliger Zausel (Neandertaler-Visage Klaus Stiglmeier aus “Bang Boom Bang” ist ein lebender Spezialeffekt) als Retter in der Not. Er stellt sich als ehemaliger DDR-Grenzaufklärer namens Armin heraus, ein Armeeveteran mit Spezialausbildung, der sich in den Stollen als Selbstversorger eingerichtet hat.

    Nun beginnt ein “Texas Chainsaw Massacre”-Szenario, wie es unlängst erst “Hell” heraufbeschworen hat – nur dass sich “Urban Explorer” derben Splatter traut. Denn Armin ist plakativ dem Wahnsinn verfallen, will sein Land verteidigen und geht als Kannibale unbarmherzig auf Menschenjagd. Anleihen bei “Descent” und “Wolf Creek” runden den Survival-Slasher ab, der fulminant alles herausholen will, was klischeelastig gerät, aber den Thrill punktgenau abliefert und – neben absurd komischen Volten – ziemlich maliziöse wie robuste Genre-Rohkost ist. Dieser bisweilen ohne Drehgenehmigung an Originalschauplätzen gefilmte Terror unter Tage hat ein hartgesottenes Konzept: Wer wissen will, wie man einem Afghanen das Hemd auszieht, erhält eine unvergessliche Antwort.

    tk.

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