Filmhandlung und Hintergrund

Dr. Prohacek wird zu Rate gezogen, weil sich Staatsanwaltschaft und Polizei in die Quere gekommen sind...

Ein Staatsanwalt lässt im letzten Moment den Zugriff auf eine Autoschieberbande abbrechen; dabei wird ein Polizist schwer verletzt. Die internen Ermittler kommen einer typisch bayerischen Amigo-Seilschaft auf die Spur: Der Oberstaatsanwalt deckt einen osteuropäischen Gangster, um dem Chef des Unternehmerverbands einen Gefallen zu tun. Die Honoratioren sind samt und sonders Mitglied in dem Eliteclub „Opus bavariae“; ein übermächtiger Gegner für Eva Maria Prohacek.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Unter Verdacht: Willkommen im Club: Dr. Prohacek wird zu Rate gezogen, weil sich Staatsanwaltschaft und Polizei in die Quere gekommen sind...

    Wenn eine Szene bis zu 15 Minuten lang in einem künstlich beleuchteten Raum spielt und man nichts weiter sieht und hört als drei Menschen, die einander verbal belauern und umschleichen, und wenn diese Szene dann auch noch packend ist wie ein Thriller: Dann war ein Meister seines Fachs am Werk.

    Regisseur Edward Berger (Drehbuch gemeinsam mit Norbert Ehry) knüpft nahtlos an die bisherigen fünf Krimis mit Senta Berger als interner Ermittlerin Eva Maria Prohacek an. Berger, der sich vor vier, fünf Jahren einen Namen durch zwei gute „Schimanski“-Filme gemacht hat, trifft nicht nur den typischen Tonfall der Reihe „Unter Verdacht“ perfekt, er spitzt ihn noch zu. Senta Berger fühlte sich angesichts der Dialoge sogar an „Kir Royal“ erinnert. Tatsächlich ist Bergers Form von Ironie womöglich noch feiner. Sein Spiel mit den vermeintlich ehrenwerten Honoratioren Münchens treibt er nicht weniger durchtrieben wie weiland Franz Xaver Kroetz in der legendären Reporterserie. Geradezu lustvoll darf die Kriminalrätin die scheinbar allmächtigen Strippenzieher gegeneinander ausspielen.

    Allerdings stinkt die Sache auch in der Tat zum Himmel: Staatsanwalt Koch (Martin Lindow) lässt im letzten Moment den Zugriff auf eine Autoschieberbande abbrechen; dabei wird der Mann der Einsatzleiterin schwer verletzt. Wie immer will Prohaceks Chef Reiter (Gerd Anthoff) die Sache rasch vom Tisch haben, zumal ihm Oberstaatsanwalt Klaffenboeck (Markus Boysen) im Nacken sitzt. Weil die interne Ermittlerin und ihr eifriger Mitarbeiter Langner (Rudolf Krause) nicht ganz so willfährig sind, wie sich das Reiter und Klaffenboeck wünschen, kommen sie alsbald einer typisch bayerischen Amigo-Seilschaft auf die Spur: Klaffenboeck deckt einen osteuropäischen Gangster, wo er nur kann, weil dessen Vater der Wirtschaftsminister seines Landes ist; der bayerische Unternehmerverband hofft auf intensive Beziehungen und Klaffenboeck auf einen gut dotierten Posten. Die Löwengrube, in die sich Prohacek unerschrocken begibt, nennt sich „Opus bavariae“. Hier ist die ganze Mischpoke Mitglied, und auch Reiter hat heftige Ambitionen. Prompt weiß die Ermittlerin seinen Ehrgeiz für ihre Sache zu nutzen: Gerechtigkeit mag dem Abteilungsleiter nichts bedeuten, aber bei seiner Ehre ist er zu packen.

    Dank eines Spektrums, dass von verhuschter Mädchenhaftigkeit bis hin zu kühler Berechnung reicht, kann Senta Berger wieder alle Register ziehen, und sie tut das brillant. Die Intensität, die während der verschiedenen Verhöre entsteht, ist jedoch das Verdienst Edward Bergers. Obwohl die Bildgestaltung (Kamera: Benjamin Dernbecher) äußerst zurückhaltend ist, sind gerade diese Szenen von höchster Konzentration. Der gesamte Film ist von einer dichten Inszenierung geprägt: Keine Einstellung ist überflüssig, scheinbar schlichte Schnitte sorgen für raffinierte Szenenwechsel. Ein in jeder Hinsicht ungewöhnlich gut geratener Krimi. tpg.

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