1. Kino.de
  2. Filme
  3. Unter Verdacht: Evas letzter Gang

Unter Verdacht: Evas letzter Gang

Filmhandlung und Hintergrund

Die letzte Episode der Traditionsreihe ist ein eher stiller Krimi, beschert Senta Berger aber trotzdem einen Abgang in Würde.

Bilderstrecke starten(1 Bild)
Unter Verdacht: Evas letzter Gang

Darsteller und Crew

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

0,0
0 Bewertung
5Sterne
 
(0)
4Sterne
 
(0)
3Sterne
 
(0)
2Sterne
 
(0)
1Stern
 
(0)

Wie bewertest du den Film?

Kritikerrezensionen

  • Unter Verdacht: Evas letzter Gang: Die letzte Episode der Traditionsreihe ist ein eher stiller Krimi, beschert Senta Berger aber trotzdem einen Abgang in Würde.

    Die letzte Episode der Traditionsreihe ist ein eher stiller Krimi, beschert Senta Berger aber trotzdem einen Abgang in Würde.

    Seit 18 Jahren gehört „Unter Verdacht“ zu den besten deutschen Krimireihen. Drehbuchautor Alexander Adolph, Regisseur Friedemann Fromm und Hauptdarstellerin Senta Berger sowie Produzent Mario Krebs haben damals für eine ganz neue Figur im hiesigen Fernsehen gesorgt. Mit der Entscheidung, eine interne Ermittlerin zur Hauptfigur zu machen, waren sie ihrer Zeit weit voraus; in Deutschland gab es überhaupt nur zwei Dienststellen dieser Art. Adolph, Fromm und Berger wurden für den Auftakt „Verdecktes Spiel“ mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet.

    Mit dem dreißigsten Film, „Eva letzter Gang“, schließt sich der Kreis. In ihrem ersten Fall war Kriminalrätin Eva Prohacek einer Immobilienspekulation in großem Stil auf der Spur. Die Drahtzieher saßen wie in vielen Episoden der Reihe ganz oben. An diese Geschichte knüpft das Drehbuch von Stefan Holtz und Florian Iwersen an. Der besondere Reiz des Abschiedsfilms besteht nicht zuletzt im Wiedersehen mit einigen Antagonisten früherer Ermittlungen; Friedrich von Thun, Helmut Berger und Michael Greiling haben Prohaceks Antagonisten in „Das Blut der Erde“ (2013) verkörpert und waren sich nicht zu schade, im Abschlussfilm in kurzen Szenen aufzutreten.

    Der Film beginnt mit einer Rückblende: Vor 17 Jahren ist eine Frau in ihrem Haus verbrannt. Offiziell war der Brand ein Unfall; selbst die hartnäckige Prohacek hat sich mit dieser Version begnügen müssen. Die Tochter des Opfers, Sarah (Julia Franz Richter), war aber stets überzeugt, dass ihre Mutter umgebracht worden sei, weil sie ihr Haus nicht verkaufen wollte. Deshalb ist sie Polizistin geworden; nebenbei hat sie ermittelt. Auf diese Weise ist sie schließlich mit unfreiwilliger Hilfe eines Kollegen auf den mutmaßlichen Mörder gestoßen, einen Ex-Polizisten (Heinz-Josef Braun hat bereits in „Verdecktes Spiel“ mitgewirkt).

    „Evas letzter Gang“ dauert ausnahmsweise 105 Minuten, weil die eigentliche Handlung etwas umständlich eingeführt wird: Der Kollege, den Sarah für Zwecke benutzt hat, war in sie verliebt und hat sich vor ihren Augen in den Kopf geschossen. Da es zuletzt überdurchschnittlich viele Suizide bei der Münchener Polizei gegeben hat, soll sich die kurz vor der Pensionierung stehende interne Ermittlerin der Sache annehmen. Wie so oft in früheren Fällen grätscht ihr Chef dazwischen: Claus Reiter (Gerd Anthoff) war schon damals in die Sache verwickelt. Im Lauf der gemeinsamen Jahre hat der Vorgesetzte mitsamt seinen Spießgesellen aus der einflussreichen Vereinigung „Opus bavariae“ (um diesen Verein ging es auch in „Willkommen im Club“, 2006) immer wieder Schuld auf sich geladen, konnte seinen Kopf aber jedes Mal aus der Schlinge ziehen. Als Sarah tot aus der Isar geborgen wird, sehen Prohacek und ihr Mitstreiter und Reiter-Intimfeind Langner (Rudolf Krause) endlich die Chance gekommen, den verhassten Vorgesetzten dank eindeutiger Indizien zur Strecke zu bringen; aber dann kommt alles ganz anders, und Eva muss dem alten Widersacher sogar das Leben retten.

    Die Rückblenden sind im Stil alter Technicolor-Filme gehalten, aber das ist neben einigen wenigen bemerkenswert gestalteten Einstellungen die einzige stilistische Besonderheit. Regie führte Andreas Herzog, „Evas letzter Gang“ ist sein sechster Beitrag zu „Unter Verdacht“. Bislang waren seine Filme stets herausragend. Er hat neben „Blut der Erde“ unter anderem auch „Verlorene Sicherheit“ (2017) inszeniert. In dem packenden Zweiteiler wurde der Ziehsohn von Prohacek verdächtigt, an einem islamistischen Bombenanschlag aufs Oktoberfest beteiligt zu sein. An diese Qualität reicht der Abschluss der Reihe allerdings nicht heran; das Spannungsniveau ist diesmal ein ganz anderes, zumal das Drehbuch immer wieder die Pensionierung thematisiert und die Stimmung entsprechend melancholisch wird. Die Krimiebene beginnt im Grunde ohnehin erst nach dreißig Minuten. Dann allerdings erreicht der Film das übliche Niveau der Reihe, zumal Senta Berger sehenswert wie stets ist. tpg.

Kommentare