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Unter Verdacht: Das Geld anderer Leute

Filmhandlung und Hintergrund

Das Bild ist von grausiger Schönheit. Nebel wallen, ein himmlisches Gegenlicht unterstreicht die unwirkliche Stimmung. An einem Ast hängt ein Seil, an dem Seil hängt ein Mann. Aber das Bild ist eine Fälschung: Zwar deutet alles auf einen Suizid hin, doch der Tote starb nicht freiwillig, wie ein Forensiker mit einer ebenso einfachen wie überzeugenden Rekonstruktion beweist. Die Erkenntnis nützt Eva Maria Prohacek...

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  • Das Bild ist von grausiger Schönheit. Nebel wallen, ein himmlisches Gegenlicht unterstreicht die unwirkliche Stimmung. An einem Ast hängt ein Seil, an dem Seil hängt ein Mann. Aber das Bild ist eine Fälschung: Zwar deutet alles auf einen Suizid hin, doch der Tote starb nicht freiwillig, wie ein Forensiker mit einer ebenso einfachen wie überzeugenden Rekonstruktion beweist. Die Erkenntnis nützt Eva Maria Prohacek (Senta Berger) und ihrem treuen Langner (Rudolf Krause) jedoch rein gar nichts. Wieder einmal sieht es so aus, als gingen den internen Ermittlern aus München bloß die kleinen Fische ins Netz, während die Ganoven in den Nadelstreifen davonkommen.

    Zunächst aber gibt es gar keine Hinweise auf irgendwelche Nadelstreifen, sondern bloß zwei Streifenpolizisten, die bei einer vermeintlichen Verkehrskontrolle jenen Mann verschleppen, dessen Lebensweg im Wald enden wird. Was sie nicht ahnen: In dem Wagen war auch die 13-jährige Tochter des Mannes, und die hat an sich genommen, was die Polizisten suchen. Einen der beiden Beamten spielt Uwe Kockisch, und wenn sich ein Schauspieler, der anderswo den Commissario mimt, für die Rolle eines schlichten Streifenpolizisten hergibt, ist das ein klares Signal: Entweder wird diese Figur zum Helden, oder sie hat Dreck am Stecken.

    Natürlich Letzteres, denn in den Filmen der ZDF-Reihe „Unter Verdacht“ gibt es nur zwei Helden. Ein Baulöwe (Eisi Gulp) sieht aus wie ein erfolgloser Gangster, ein Politiker wird von Alexander Held verkörpert, der nicht erst seit „Sophie Scholl“ beinahe grundsätzlich als aalglatter, aber abgrundtief schurkischer Bösewicht besetzt wird: Dann ist der Fall ohnehin klar. Die Frage ist bloß, wie er verpackt ist; und ob das Böse durch die Maschen des Gesetzesnetzes schlüpft. In den ersten Filmen war das öfters der Fall, was den Krimis einen besonderen Reiz verlieh. Mittlerweile werden die Ganoven zwar regelmäßig überführt, aber weniger düster sind die Geschichten trotzdem nicht. Dieses Mal geht’s um die Abgründe der Hochfinanz (Buch: Wolfgang Stauch, nach einer Idee von Nils-Morten Osburg): Der Chef der landeseigenen bayrischen Hypothekenbank (Held) unterstützt seit Jahren seinen alten Spezi (Gulp) mit großzügigen Krediten; der bürgt dafür mit Häusern, die sich bei näherem Hinschauen als Ankündigungen auf grüner Wiese entpuppen, und revanchiert sich mit großzügigen Parteispenden. Dokumentiert ist all dies in einem kleinen Büchlein des Baulöwen, das ein alter Freund des Gespanns entwendet hat; und auf just dieses Büchlein hatte es die Streife abgesehen.

    Ein Detail stört den ansonsten gewohnt stimmigen Ablauf: Auf einem Hochglanzprospekt, in dem Langner blättert, prangt riesengroß der Buchstabendreher „Folrida“ (statt „Florida“). Ansonsten aber knüpft die Inszenierung (Achim von Borries, „Was nützt die Liebe in Gedanken“) nahtlos an den ausnahmslos sehenswerten Rest der Reihe an. Und auch diesmal gelten die liebevollsten Seitenhiebe wieder mal Claus Reiter (Gerd Anthoff), dem Abteilungsleiter, der die empfangenen weihnachtlichen Bestechungspräsente keck als Tombola-Preise deklariert und dem in Bedrängnis geratenen Banker kaltblütig einen günstigen Kredit abpresst. tpg.

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