Unter anderen Umständen: Spiel mit dem Feuer

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   2012
Unter anderen Umständen: Spiel mit dem Feuer Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Unter anderen Umständen: Spiel mit dem Feuer: Ein ZDF-Krimi wagt sich in sexuelle Grenzbereiche: Jana Winter sucht in ihrem siebten Fall einen Mörder im SM-Milieu.

Nach dem grausigen Mord an einem Mitarbeiter des Jugendamts entdecken die Schleswiger Ermittler eine Kammer des Schreckens: Der Mann hat offenbar vor den Augen der Gattin seine sadistischen Neigungen befriedigt. Möglicherweise ist er der Rache eines Ehemanns zum Opfer gefallen. Vielleicht hat er bei einer seiner Gespielinnen auch eine Grenze überschritten. Aber ein stichhaltiges Motiv hätten natürlich auch all jene Väter, denen er den Umgang mit ihren Kindern verboten hat.

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Kritikerrezensionen

  • Schon der letzte Schleswig-Krimi mit Natalia Wörner als Kriminalkommissarin Jana Winter („Mord im Watt“) war in all seiner Düsternis und Abgründigkeit stark skandinavisch geprägt. Auch „Spiel mit dem Feuer“ wagt sich in Niederungen vor, die für den Hauptabend ungewöhnlich sind.

    Nach dem grausigen Mord an einem Mitarbeiter des Jugendamtes – der Mann wurde erst niedergeschlagen und dann bei lebendigem Leib geräuchert – entdecken Winter und ihr Kollege Hamm (Ralph Herforth) im Gartenhaus der Familie Ullmann eine Kammer des Schreckens: Der nunmehr tote Gatte hatte beim Sex offenbar eine ausgeprägte Neigung zur handfest ausgelebten Dominanz. Auch wenn die Funktion der entsprechenden Utensilien nicht näher erläutert wird und die Darbietungen vergleichsweise harmlos sind: Konservative Gemüter wie etwa die Mitglieder des ZDF-Fernsehrates könnten sich allein durch die Erwähnung dieser sexuellen Vorlieben brüskiert fühlen. Der Filmtitel ist also durchaus doppeldeutig.

    Dabei spielt der wie die gesamte Reihe von Judith Kennel souverän und im spürbaren Bemühen um eine eigene Handschrift inszenierte Film das Thema Sadomasochismus gar nicht spekulativ in den Vordergrund. Aber es taucht naturgemäß immer wieder auf, weil die Ermittler den Täter in diesem Umfeld vermuten. Allerdings gibt es eine ganze Reihe von Verdächtigen. Die große Kunst des Drehbuchs von Sören Hüper und Christian Prettin besteht darin, diese Spuren nicht als falsche Fährten ins Spiel zu bringen: Die Nebenstränge der Handlung sind nicht wie etwa oft im „Tatort“ bloß die genre-üblichen Ablenkungsmanöver, sondern hängen untrennbar miteinander zusammen. Auch die Motive sind unterschiedlichster Art: Mal geht es schlicht um Rache, weil Ullmann einem versoffenen Schriftsteller (Thorsten Merten) das Kind weggenommen hat; mal um Eifersucht, weil er in der Frau (Ursula Karven) seines Freundes und Chefs (Peter Prager) sexuelle Gelüste geweckt hat, die der brave Ehemann nicht erfüllen wollte. Auch Ullmanns gedemütigte Gattin hatte gute Gründe, ihren Mann zum Teufel zu wünschen, schließlich fanden die Fesselspiele direkt vor ihren Augen statt. Aber vielleicht hat er bei einer seiner vielen Gespielinnen auch eine Grenze überschritten.

    Nicht minder geschickt integrieren Hüper und Prettin, deren Drehbuch so komplex ist wie sonst oftmals nur Romanadaptionen, die private Seite der Hauptfigur. Der Reihentitel bezieht sich ja ursprünglich auf Jana Winters Schwangerschaft. Wörners kleiner Sohn Jacob-Lee (sein Vater Robert Seeliger hat eine winzige Gastrolle) ist nach wie vor mit von der Partie und wird immer wieder gern dramaturgisch in die Handlung eingebaut. Neben ihren Ermittlungen im Mordfall kümmert sich die Kommissarin um eine Frau, die nach der Trennung von ihrem Ehemann Götz Teding (Johann von Bülow) terrorisiert wird. Der versetzt Winter einen Riesenschreck, als er während ihrer Abwesenheit in ihr Haus eindringt. Der ohnehin einschlägig vorbestrafte Mann bietet sich gleichfalls als Täter an, denn Ullmann hat dafür gesorgt, dass ihm die Kinder entzogen werden. Tatsächlich spielt er beim fesselnden Finale eine entscheidende Rolle. tpg.

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