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Fakten und Hintergründe zum Film "Unstoppable - Au?er Kontrolle"

Kino.de Redaktion |

Unstoppable - Außer Kontrolle Poster

Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Über die Produktion

Mit UNSTOPPABLE - AUSSER KONTROLLE hat Regisseur Tony Scott einen wahren Adrenalinrausch in seinem ganz eigenen, typischen Stil in Szene gesetzt: Er bannt eine ständig vorantreibende Actionhandlung auf der Leinwand, die in einem realen Umfeld ganz normaler Menschen stattfindet, die sich plötzlich mit einer außergewöhnlichen Situation konfrontiert sehen. Ein erfahrener Zugführer (Denzel Washington) und sein junger Kollege (Chris Pine) müssen in einem Wettlauf gegen die Zeit einen unbemannten und außer Kontrolle geratenen Zug aufhalten, um in einer dicht besiedelten Gegend eine Katastrophe zu verhindern.

Der 12. Oktober beginnt am Fuller Yard, einem Rangierbahnhof in Pennsylania, mit der üblichen morgendlichen Hektik. Die Nachtschicht kann es kaum erwarten, nach Hause zu gehen, und die Ablösung von der Morgenschicht schleppt sich mit dem Kaffee in der Hand zur Arbeit. Zwei Arbeiter, die gerade eine Pause machen wollen, um ihr Frühstück hinunterzuschlingen, werden dabei unterbrochen und gebeten, einen der neuesten Züge des Bahnhofs auf ein anderes Gleis zu rangieren. Grundschulkinder aus Olean, einer Kleinstadt im Bundesstaat New York, sind auf dem Weg zu einem Schulausflug zum Fuller Yard. Verstimmt, aber unbeeindruckt machen sich die Arbeiter daran, die 777, ein absolutes Monstrum von Zug, zu seinem neuen Standort zu bringen. Dann jedoch fällt einer der Arbeiter die verhängnisvolle Entscheidung, einen Arbeitsvorgang abzukürzen, um den Job schneller erledigen zu können. Doch schneller bedeutet nicht immer sicherer – und so verwandelt sich von einem Moment zum anderen diese neue Lokomotive, die in punkto Computertechnik mit allen Schikanen ausgestattet ist und 39 Wägen zieht, in eine Monstermaschine.

321 Kilometer entfernt beginnt am Mingo Yard, einem Rangierbahnhof in Brewster, der Tag mit der gleichen gewohnten Routine. Bevor es an die Arbeit geht, sitzt die alte Garde von Eisenbahnern noch bei einem Kaffee zusammen und erledigt den anfallenden Papierkram. Während sie sich schlimme Geschichten von den lahmen Leistungen junger neuer Zugführer und Bremser erzählen, entdeckt Frank Barnes, dass der junge Kollege, der heute im Führerhaus mit ihm fahren wird, Will Colson ist, ein neuer, aufgrund von Firmenpolitik eingestellter Mitarbeiter. Begeistert ist Frank davon nicht, behält aber seine Meinung für sich. Nachdem beide Männer in die 1206 gestiegen sind, eine zähe und zuverlässige sechsachsige Lokomotive, die schon unzählige Kilometer auf dem Buckel hat, konzentriert sich Frank auf die Arbeit und macht Will deutlich klar, dass er mit seinen 28 Dienstjahren den jungen Kollegen mit seinen gerade mal vier Monaten Erfahrung jederzeit übertrumpfen kann.

Trotz der kleinen Ärgernisse des Tages hat an beiden Rangierbahnhöfen kein Mensch auch nur den Hauch einer Ahnung, welch schreckliche Prüfung der Nachmittag mit sich bringen wird. Eine Prüfung, die den Mut zweier ganz normaler Männer testen wird, die zu außergewöhnlichen Helden werden.

Produktion: Das Drehbuch

Filmemacher Tony Scott ist ein Meister in der Realisierung von Filmevents. Das zeigen Erfolge wie CRIMSON TIDE („Crimson Tide – In tiefster Gefahr“, 1995), MAN ON FIRE („Mann unter Feuer“, 2004), TRUE ROMANCE („True Romance“, 1993) und TOP GUN („Top Gun – Sie fürchten weder Tod noch Teufel“, 1986). Es sind Filme, die Nonstop-Action mit fein abgestimmter Charakterzeichnung verbinden und damit den Zuschauer noch stärker in die Actionszenen und die Dramatik der Geschichte hineinziehen.

Sein jüngster Film UNSTOPPABLE – AUSSER KONTROLLE steht in dieser großen Tradition und beweist erneut Scotts erstaunliche Fähigkeit, Action, Charakterzeichnung, menschliches Drama und Gefühle miteinander zu verschmelzen. „Unser Film beginnt mit einer Geschwindigkeit von 80 und endet mit 240 Stundenkilometern, das ist wie Speed auf Speed“, erzählt Scott, der zugibt, dass dieser Film für ihn mental und physisch sein härtester überhaupt war. Dabei bezieht sich der Regisseur nicht nur auf die logistischen Herausforderungen, auf einem mit 80 Stundenkilometern über die Gleise rasenden Zug zu drehen, oder auf die packenden Stuntsequenzen, sondern auch auf eine ganz spezielle Problematik.

Dass die Hauptfiguren einen Großteil der Handlung auf engstem Raum, auf knapp fünf Quadratmetern in der blau-gelben Lokomotive mit der Nummer 1206 verbringen mussten, brachte eigene Probleme mit sich. Diese Figuren innerhalb dieses engen Raums kontinuierlich interessant erscheinen zu lassen, war eine der größten Herausforderungen, denen sich der Regisseur stellen musste. „Für mich war dieser Stoff das brillanteste Abenteuer mit den größten Herausforderungen meiner Karriere, denn ich musste eine Geschichte, die sich auf ihre Charaktere konzentrierte, in einem Schauplatz erzählen, der sich mit rasender Geschwindigkeit bewegte. Es dreht sich immer alles um die Darstellungen, um eine Perspektive auf diese beiden Figuren, die ich bisher noch nicht eingenommen hatte - und auch darum, ihre Persönlichkeiten aufrichtig abzubilden.

Im Einklang mit dem realistischen Ton des Films und seinen realistischen Figuren vermied Scott es weitgehend, digitale Effekte einzusetzen Er entschied sich stattdessen, realistische Actionsequenzen zu inszenieren und dafür auf die Fähigkeiten einiger Stuntleute zu bauen, die zu den einfallsreichsten der Filmbranche zählen. Eine großartige dramatische Geschichte, Scotts dramatisches Talent und sein visuelles Können – zusammengenommen entstand aus diesen Qualitäten ein unberechenbares und fesselndes Abenteuer. „Eine wirkliche Herausforderung“, so Regisseur Scott, „war bei UNSTOPPABLE – AUSSER KONTROLLE“, „die Persönlichkeitsentwicklungen von Frank und Will auf die Leinwand zu bringen, die diese gewaltige Fahrt ins Risiko auf sich nehmen, um den außer Kontrolle geratenen Zug aufzuhalten. Davor aber müssen sie zunächst miteinander klarkommen und ihre Differenzen beilegen.“

Bevor Scott dem Projekt seinen unverkennbaren Stempel aufdrücken konnte, hatten Julie Yorn und Mimi Rogers, zwei Produzentinnen von UNSTOPPABLE – AUSSER KONTROLLE, die Idee zu diesem Film Mark Bomback vorgeschlagen. Ausgangspunkt der Arbeit des bekannten Drehbuchautors war dabei das Konzept, einen Zug zum Bösewicht der Geschichte zu machen. „Wie viele andere Kinder auch liebte ich Züge, als ich jung war“, erzählt Bomback, „doch ein Zugfan war ich sicherlich nicht. Ich begann meine Recherchen absolut ahnungslos. Züge sind überall, aber man denkt nie darüber nach, wie abhängig das ganze Land von ihnen ist. Deshalb war es für mich ein Schauplatz, den ich für einen Film interessant fand. Züge als Schauplatz für eine Filmstory hat man eine Weile nicht mehr gesehen, und ich dachte mir, hier bietet sich die Gelegenheit, sie auf eine neue Art wieder ins Kino zu bringen. Es gibt sie schon ewig, aber sie sind immer noch modern.“

Worauf es Bomback beim Erzählen der Geschichte vor allem ankam, war ein Erzähltempo aufzubauen, das niemals nachließ. „Wir wollten das Publikum glauben lassen, dass Frank oder Will jederzeit sterben könnten, der Film damit aber trotzdem nicht zu Ende sein würde. Denn es war klar, dass der Zug bestenfalls im Finale des Films entgleisen könnte. Die Frage ist also, wie man dieses Gefühl der Anspannung aufrechterhalten kann. Ich habe alles versucht, realistische Grenzen nicht zu überschreiten und nicht zu weit zu gehen.“

Mit Unterbrechungen arbeitete Bomback zwei Jahre an dem Drehbuch, bis sich Tony Scott schließlich dem Projekt anschloss. Laut Bomback war es das erste und wahrscheinlich auch das letzte Mal in seiner Karriere, dass ein Studio eine erste Drehbuchfassung ohne Änderungswünsche annahm, bevor man begann, Darsteller und Stab zusammenzustellen.

„Marks Drehbuch war das fesselndste, was ich je gelesen hatte“, schwärmt Tony Scott. „Ich habe die Seiten geradezu verschlungen. Während sich die Geschichte entwickelt, werden die Figuren stärker, und die Action funktioniert aus sich heraus, wird von einem Vorwärtsimpuls angetrieben und lässt niemals nach.“

Erneut wandte sich Tony Scott an seinen Lieblingsschauspieler, Oscar®-Preisträger Denzel Washington, der eine kleine, aber ausgewählte Gruppe von Darstellern anführen sollte. Nach CRIMSON TIDE („Crimson Tide – In tiefster Gefahr“, 1995), MAN ON FIRE („Mann unter Feuer“, 2004), DÉJÀ VU („Déjà Vu – Wettlauf gegen die Zeit“, 2006) und THE TAKING OF PELHAM 123 („Die Entführung der U-Bahn Pelham 123“, 2009) ist UNSTOPPABLE – AUSSER KONTROLLE der fünfte Film, den Scott und Washington gemeinsam drehten. „In jedem unserer gemeinsamen Filme hat Denzel eine andere Facette seiner Persönlichkeit einfließen lassen“, erklärt Scott. „In uns allen stecken unterschiedliche Persönlichkeiten, die zu bestimmten Zeiten in unseren Leben sichtbar werden. Und Denzel versteht es auf brillante Weise, sich für ein bestimmtes Projekt Facetten seiner Persönlichkeit nutzbar zu machen.“

„Ich vertraue Tony, er ist ein großartiger Filmemacher und ich genieße die Zusammenarbeit mit ihm. Wir verstehen uns heute mit wenigen Worten. Ich weiß, worum es ihm geht, und er kennt meine bevorzugte Arbeitsweise. So lässt jeder den anderen in Ruhe, um die Arbeit zu erledigen. Tony ist sehr enthusiastisch, und sein Team liebt die Zusammenarbeit mit ihm. Mit ihm zu drehen, ist also leicht.“

Produktion: Die Besetzung

Washington entdeckte viel, was er in der großen Kluft zwischen seiner Figur Frank und Chris Pines Rolle Will erforschen konnte – eine Kluft, die in den Unterschieden hinsichtlich des Alters, der finanziellen Hintergründe, der Erfahrung und der Einstellung zum Ausdruck kam. „In dieser Geschichte geht es auch um einen Altersunterschied“, bestätigt Washington. „Es geht darum, dass viele Unternehmen die sich heute wirtschaftlich auf Talfahrt befinden, die alten Arbeitskräfte hinausdrängen, damit jüngeres, billigeres Personal die erfahreneren Arbeiter ersetzen kann. Im Grunde genommen bringt Frank dem Neuen bei, wie er seinen Job machen muss, damit dieser ihn schließlich ersetzen kann. Versteht sich von selbst, dass Frank darüber nicht allzu glücklich ist.“

Dieser Neue ist Will Colson und wird von Chris Pine dargestellt. Washington selbst schlug Tony Scott vor, seinen jungen Kollegen zu besetzen, der durch STAR TREK („Star Trek“, 2009) Schlagzeilen in den Medien machte. Scott stimmte dem Vorschlag zu, besonders, nachdem er Pines gefeierte Darstellung im Drama „Farragut North“ gesehen hatte. Als junger Mann, dessen Leben sich völlig aufzulösen scheint, ist Will von nahezu allem in seinem Leben verunsichert und nimmt schließlich widerwillig einen Job im Familiengeschäft an – als Neuling bei der Eisenbahngesellschaft AWVR (Allegheny and West Virginia Railway).

„In Wills Familie gibt es viele Eisenbahner“, erklärt Pine den biografischen Hintergrund seiner Figur. „Will wuchs im Schatten von Familienmitgliedern auf, die heute bei der Eisenbahngesellschaft hohe Tiere sind. So verließ er seine Familie, um seinen eigenen Weg zu finden. Nachdem dieser Weg sich als härter als erwartet herausstellte, kehrte er in seine Heimatstadt zurück, nur um dann festzustellen, dass diese Heimkehr noch um vieles schwieriger war. Obwohl er zögert, will er aus seiner Arbeit für die Eisenbahngesellschaft das Beste machen…fürs Erste jedenfalls.“

Am 12. Oktober geht Will Colson, der nach einem zornigen Ausbruch von Frau und Sohn getrennt lebt, zur Arbeit. Bestimmte Absichten verbindet er nicht damit, will nur den Tag irgendwie überstehen. „Wills Reise ist die eines selbstsüchtigen Mannes, der eigenständig erfolgreich werden wollte“, erklärt Pine. „Er glaubt, versagt zu haben, weshalb Selbsthass bei ihm eine große Rolle spielt. Diese Situation, der Druck, den seine Familie ausübt, und eine Lehrzeit mit Typen, die ihm alles übelnehmen und ihm seine Arbeit so schwer wie möglich machen wollen – das alles macht Will zu einem Vulkan, der kurz vor dem Ausbruch steht.“

Obwohl er ständig darüber schimpft, dass die junge Generation so anders als die seine ist, lebt Denzel Washingtons Figur Frank Barnes ein ganz ähnliches Leben. Verzweifelt wünscht er sich, wieder Kontakt mit seinen beiden entfremdeten Töchtern zu haben, will sich auf seine Arbeit konzentrieren, Problemen aus dem Weg gehen und einfach seinen Job machen.

„Wie Will hat auch Frank jede Selbstwertschätzung aufgegeben, wenngleich aus sehr unterschiedlichen Gründen, die mehr mit seinem Beruf zu tun haben“, erklärt Mark Bomback. „Über die Jahre hat er sich viel Wissen und viele Fähigkeiten angeeignet und sieht sich plötzlich mit der Vorstellung konfrontiert, dass dies alles nicht annähernd so großen Wert hat, wie er geglaubt hat.“

„Frank hat persönlich überhaupt nichts gegen Will“, ergänzt Washington. „Es ist nur so, dass er und andere wie er der Grund dafür sind, dass altgediente Eisenbahner gefeuert werden. Die Situation verbessert sich auch nicht dadurch, dass Wills Bruder und seine Onkel hohe Tiere bei der Eisenbahn sind. Will ist einfach Mitglied im Club der glücklichen Spermien, so beschreibt es Frank.“

„Frank nimmt die Neuen nicht einmal zur Kenntnis“, fährt Washington fort. „Er sieht sie nicht, für ihn existieren sie nicht. Aber dann will es der Zufall, dass ihm an genau diesem Tag ein Neuling zugeteilt wird. Als Lokführer ist Frank eigentlich nur der Fahrer, aber irgendwie glaubt er, der 1206 sei sein Zug.“

Der erste gemeinsame Arbeitstag der beiden beginnt mit rauem Umgangston - beide Männer haben mehr ihre persönlichen Probleme als ihre Arbeit im Kopf. Aber bevor dieser Tag zur Hälfte um ist, erkennen sie, dass sie ihre Probleme mit der Familie und sich selbst zur Seite schieben und sich darauf konzentrieren müssen, wie sie den rasenden Zug mit der mächtigen 777-Lokomotive aufhalten können. Im Verlauf der Geschichte, wenn die Gefahr noch deutlicher wird, schließen die beiden Fremden schnell Freundschaft, die tiefer geht, als sie das je erwartet hätten. Noch ergreifender aber ist, wie jeder der beiden Klarheit über sein Leben bekommt und dabei lernt, sich selbst besser zu verstehen als je zuvor.

„Wir müssen unter diesen widrigen, extremen Umständen zusammenarbeiten“, führt Washington die Beschreibung der beiden Hauptfiguren fort. „Wir lernen mehr über uns selbst, weil wir die Entscheidung fällen müssen, etwas zu unternehmen oder den Dingen ihren Lauf zu lassen. Frank weiß, dass er es versuchen und helfen muss, aber Will ist sich zunächst nicht sicher, deshalb muss er Stärke zeigen und seinen Mann stehen.“

„Beide Männer sind zur falschen Zeit am falschen Ort“, erklärt Autor Bomback. „In dieser Situation geht es ums Ganze. Der junge Zugführer ist erfahren genug, um zu wissen, dass es keinen sicheren Weg gibt, die Lokomotive zu verfolgen. Aber ist sein Vertrauen in jemanden, der seit 30 Jahren für die Eisenbahn arbeitet, groß genug, um zu glauben, dass sie Franks Plan auch in die Tat umsetzen können? An diesem Punkt erreicht der Konflikt zwischen den beiden seinen Höhepunkt, und beide Männer erkennen, dass sie zusammenarbeiten müssen.“

„Als Will mit dieser außergewöhnlichen Situation unerwartet konfrontiert wird, muss er entscheiden, ob er Verantwortung übernehmen will, ob er diese Städte retten und uneigennützig sein will“, sagt Pine. „Und das ist es, was Frank ihm wirklich beibringt. Will ist so eingebunden in seine seelischen Kämpfe, dass ihn erst eine Entwicklung, die von außen kommt, dazu zwingt, aus seinem Schatten zu treten, aktiv zu werden, einmal nicht an sich zu denken und etwas für andere zu tun, was ihm am Ende sogar selbst helfen wird.“

„Will ist ziemlich eigensinnig“, fährt Pine fort. „Er glaubt, alles am besten zu wissen, aber wir werden erfahren, dass dem nicht so ist, dass Frank bei allem zu hundert Prozent Recht hat. Er erkennt, dass die alte Garde oder die alten Köpfe, wie sich echte Eisenbahner selbst nennen, durchaus Ahnung haben und respektiert schließlich Frank und die Dinge, die er ursprünglich für selbstverständlich gehalten hatte.“

Denzel Washington ist nicht leicht zu beeindrucken, aber Chris Pine ist für ihn ein Schauspieler, der seinen Weg machen und wirklich eine Zukunft haben wird. Pine wiederum speicherte das, was er durch die Beobachtung von Washingtons Arbeit gelernt hatte, ab, um in Zukunft darauf zurückgreifen zu können. „Denzel treibt einen ständig an, an der eigenen Darstellung zu feilen und sie zu verbessern“, erklärt Pine. „Er ist im besten Sinne kompliziert und bringt so viel in seine Darstellung ein, dass sich jeder Take unterscheidet, eine eigene unverwechselbare Qualität besitzt. Wenn man als Schauspieler bei der Sache und aufmerksam ist, kann man diese Nuancen ausspielen und den Figuren so mehr Tiefe verleihen. Denzel ist einfach der Beste, deshalb habe ich mich von ihm inspirieren lassen.

Während sich beide Männer der drohenden Gefahr stellen müssen, ist ihr einziger Trost die Stimme von Connie Hooper, die sie über Funk hören. Connie arbeitet im Fuller Yard, dem Rangierbahnhof, an dem die außer Kontrolle geratene Lokomotive und ihre Waggons zunächst nur einen simplen Transportzug bildeten. Sie ist während der ganzen chaotischen Situation eine Stimme der Vernunft und der Orientierung.

„Connie steht für eine andere Seite im Eisenbahngeschäft“, erklärt Bomback. „Sie ist jemand, der einmal Mitglied der Führungsriege werden könnte, denn sie hat große Fähigkeiten und im Eisenbahngeschäft eine Gelegenheit erkannt, ihr Schicksal kontrollieren zu können.

„Connie ist eine starke Frau“, beschreibt Rosario Dawson die von ihr verkörperte Figur. „Sie hat großes Selbstvertrauen und versteht sich durchzusetzen, ohne arrogant oder zickig zu sein. Und das sind essentielle Qualitäten, wenn man in einer traditionell männlichen Rolle Erfolg haben will. Ein Rangierbahnhof ist definitiv eine von Männern bestimmte Welt.“

„Es war eine Herausforderung sicherzustellen, dass Connies Stimme von allen Männern um sie herum gehört werden konnte“, fährt Dawson fort. „Nicht nur von den Männern, die ihr unterstehen, sondern auch von den Männern in den leitenden Positionen. Sie muss gehört und auch akzeptiert werden, denn in ihrem Job stehen immer Leben auf dem Spiel.“

Noch bevor Connie überhaupt erfährt, dass an diesem kühlen Oktobermorgen ein unbemannter Zug ihren Rangierbahnhof verlassen hat, beginnt ihr Tag alles andere als optimal. Sie kommt verspätet zur Arbeit und trifft einen langweilig-nüchternen Sicherheitskontrolleur, den die Federal Railroad Administration ihr geschickt hat. Er soll ihr dabei helfen, wenn im Laufe des Tages im Rangierbahnhof Grundschüler eintreffen, die im Rahmen eines Schulausflugs etwas über Sicherheitsvorkehrungen im Zugverkehr lernen sollen. Eine zeitaufwendige Aufgabe, von der Connie alles andere als begeistert ist. Als der stellvertretende Rangiermeister sich über ihre Misere lustig macht, entmutigt sie das noch zusätzlich und ihr wird klar, dass dieser Tag ein ganz besonders langer werden wird. Wenn sie nur wüsste…

„Unter sehr dramatischen Umständen ist sie die Stimme der Vernunft“, ergänzt Dawson. „Obwohl sie den Anweisungen aus irgendeiner verstaubten Dienstvorschrift folgen muss, muss sie sich zusammenreißen, schnell reagieren, vorangehen und Entscheidungen mit einer Zuversicht treffen, die sie nicht unbedingt hat, wenn es um einen Zug von der Größe des Chrysler Buildings geht, der wie eine Rakete in dicht besiedeltes Gebiet hineinrast.

Alle drei Hauptdarsteller des Films geben offen zu, dass der 777, der unaufhaltsame Zug, jedem die Schau stiehlt. „Der 777 ist der eigentliche Star des Films“, erklärt Washington mit gewohnter Nonchalance. „Er ist wie der Hai in ‚Der weiße Hai’. Er ist das Monster, das Menschen, Städte und einfach alles, was sich ihm in den Weg stellt, vernichten wird. Chris Pine und ich sind nur Nebendarsteller. Es geht um den Zug, schließlich heißt der Film nicht grundlos UNSTOPPABLE – AUSSER KONTROLLE.“

„Der Zug repräsentiert auch vieles, was sich im Leben meiner Figur abspielt“, ergänzt Pine. „Am Anfang sieht es danach aus, dass alles glattgeht und plötzlich bricht alles immer schneller auseinander.“ Und Tony Scott fügt hinzu: „Wir nennen den Zug ‚Das Biest mit den drei Sieben’. Er hat eine Stimme, einen bestimmten Sound. Er ist wie der Hai in ‚Der weiße Hai’ oder das Auto in ‚Christine’ . Wir haben dem Biest in der Postproduktion eine eigene Stimme gegeben.

Doch Frank, Will und Connie nehmen den Kampf gegen das Biest nicht alleine auf. Connie wird von Bunny unterstützt, dem stellvertretenden Rangiermeister, der von Kevin Chapman dargestellt wird. Und dann ist auch noch der Sicherheitskontrolleur Werner an ihrer Seite, ein verklemmter Streber, der immer irgendwie fehl am Platz wirkt und von Kevin Corrigan dargestellt wird. Er ist an diesem verhängnisvollen Morgen nicht ganz zufällig vor Ort.

„Connie, Bunny und Werner starren auf eine Wand voller blinkender Lichter“, erklärt Rosario Dawson. „Jedes dieser Lichter steht für ein Haus, eine Farm, eine Schule oder eine Firma. Frank und Will können diese Häuser und Geschäfte tatsächlich auf der Strecke sehen, die an ihnen vorbeirasen und schnell vor ihren Augen verschwimmen. Sie fahren in einer Lokomotive rückwärts auf den Schienen entlang, die so rattert, dass man den Eindruck bekommt, sie würde gleich auseinanderbrechen. Was sie dabei nicht brauchen können, ist, dass wir ihnen zeigen, dass wir Angst um sie haben. Sie brauchen von uns Informationen, damit sie an Hand dieser Fakten sinnvolle Entscheidungen treffen können. Jeder Gruppe macht bei dieser Sache ihre eigenen Erfahrungen, und nur durch die Kommunikation miteinander verschmelzen diese beiden unterschiedlichen Welten.“

Nachdem Connie entdeckt hat, dass ein außer Kontrolle geratener Zug den Rangierbahnhof verlassen hat, ruft sie instinktiv sofort einen anderen Bahnarbeiter um Hilfe, der mit keinem Zug unterwegs und damit einsetzbar ist. Dieser Bahnarbeiter ist Ned Oldham, ein Schweißer, den Lew Temple verkörpert. Ned ist ein kontaktfreudiger Typ, der die Frauen gerne mit Geschichten seiner Heldentaten unterhält. Wenn es aber um den Job geht, konzentriert er sich ganz darauf, ist er ein Profi.

„Ned ist ein frustrierter Hobby-Zugführer“, beschreibt Temple seine Figur. „Er gibt sich draufgängerisch, präsentiert sich als Mann mit Stil und neigt dazu, seine Arbeit bei der Eisenbahn etwas auszuschmücken. Aber wenn sich die Gelegenheit bietet, dass er tatsächlich den Retter spielen kann, ist das alles, was er braucht. Connie gibt ihm die Befehle und danach ist er nicht mehr aufzuhalten. Er durchbricht Straßensperren, fährt Offroad durchs Gelände, wird zur Kavallerie. Alles an ihm ist vielleicht etwas übertrieben, aber wenn es darauf ankommt, ist er da. Diese Fähigkeit von Menschen, über sich hinauszuwachsen, davon erzählt diese Geschichte und macht sie so großartig.“

Produktion: Die Stunts

Als Veteran vieler Actionfilme weiß Denzel Washington genau, wie weit er selbst bei Stuntszenen gehen will. Nach Dutzenden von Filmen muss er niemandem mehr etwas beweisen und sagt in aller Offenheit, welche Stunts er machen will und welche nicht. Und darüber hinaus weiß Washington, der selbst auch Regisseur ist, ganz genau, was erforderlich ist, wenn man nah an der Action sein will. Aber irgendwie wurde selbst dieser sehr erfahrene Schauspieler von Tony Scotts Charme und seiner Leidenschaft für Realismus mitgerissen, an den umfangreichen Stunts des Films intensiv mitzuarbeiten.

„Ich muss verrückt sein“, lacht Washington bei dem Versuch zu erklären, warum um Himmels Willen er zustimmte, auf dem Dach eines fahrenden Zuges zu laufen. „Der Zug fährt mit 72 Stundenkilometern dahin, ich renne über das Dach eines Waggons, ein Hubschrauber schwebt drei Meter über mir, ich hänge an der Seite eines Waggons, es ist total verrückt! Ich war sehr froh, als mein Stuntman die Stadt verließ, denn da wusste ich, dass Tony mich nicht mehr fragen würde, dessen Job zu machen“, scherzt Washington.

Scott bat Washington zunächst, über einen Zugwagen mit niedriger Höhe zu laufen, der so hergerichtet war wie das Dach eines Waggons. Langsam, aber beständig gewöhnte sich Washington an die Bewegung und bevor er wusste, wie ihm geschah, tauschte Scott den Tieflader gegen einen echten Waggon aus, der mit einem System aus Gurten und Seilzügen ausgestattet war.

„Tony ist ausgesprochen raffiniert, er sagte überhaupt nichts“, erinnert sich Washington. „Sie ließen mich aufwärmen und bevor es mir überhaupt bewusst wurde, stand ich auf dem Dach des Waggons. Züge sind weitaus höher, als man sich das vorstellt. Und diese Helikopterpiloten waren verrückt, flogen Slalom zwischen Bäumen und Waggons, rauf und runter und rund herum. Chris würde sagen, “das sind Momente, in denen der Harndrang größer wird’“, lacht Washington. Für die gefährlicheren Stunts, die weder das Studio noch die Versicherungsgesellschaft erlauben würden, wurde Washington von Stuntman Clay Donahue Fontenot gedoubeld.

„Beim Lesen eines Drehbuchs vergisst man, dass man tatsächlich einmal tun muss, was dort geschrieben steht“, erklärt Pine lachend. „Unabhängig davon, ob das nun bedeutet, dass du jede deiner Szenen im Führerhaus eines Zugs spielst oder dass deine Figur von einem 65 km/h Lastwagen auf einen Zug springen muss, der sogar noch schneller fährt.“

In einer beängstigenden Sequenz kämpft sich Will mutig damit ab, zwei Waggons bei rasender Geschwindigkeit aneinander zu kuppeln, während er von einem Güterwaggon, der mit Getreide voll beladen ist, herumgeschleudert wird. „Daniel Stevens, mein Stuntdouble, war einfach unglaublich“, erinnert sich Pine. „Beim ersten Versuch rutschte er aus und musste die ganze Kraft seines Oberkörpers aufwenden, um nicht auf den Schotter zwischen und neben den Gleisen gezogen zu werden. Und diesen Stunt hat er fünfmal gemacht!

Für eine andere Szene wurde Pine auf der Ladefläche eines Pick-ups festgeschnallt, der auf einer Straße parallel zu den Gleisen fuhr. So wurde ermöglicht, dass sein Stuntdouble den Sprung vom Truck auf den Zug simulieren konnte. Obwohl niemand es erlaubte hätte, dass Pine den Stunt selbst ausführen würde, musste er auf einen Werkzeugkasten aus Metall, der auf die Ladefläche montiert war, klettern und den Sprung simulieren.

„Ich musste einfach dem Stuntfahrer vertrauen und mich richtig festklammern“, erinnert sich Pine. „Mir kamen die Tränen, ich hatte Mücken und andere Insekten im Gesicht, und obwohl ich den Sprung ja nur simulierte, wurde ich von der Tatsache unter Druck gesetzt, dass Tony 40 Kameras laufen ließ und ein Helikopter über mir schwebte. Natürlich wollte ich meine Sache gut machen und vor der richtigen Kamera meine Szene spielen, doch dann wurde ich von einer Sekunde zur anderen nach hinten katapultiert und zum Glück von den Gurten aufgefangen.“

„Natürlich stellt der Zug selbst bei jedem Stunt die größte Herausforderung dar“, erklärt Stuntkoordinator Gary Powell. „Unabhängig, ob es um ein Stuntdouble oder um einen Schauspieler ging, haben wir immer die gleichen Vorsichtsmaßnahmen getroffen. Denn wenn jemand stürzt, wird dieser Zug nicht halten. Wenn viele Tonnen Stahl mit 65 Stundenkilometern über die Gleise rasen, ist alles sehr einschüchternd – von den eisernen, sich mit rasender Geschwindigkeit drehenden Rädern bis hin zum ohrenbetäubenden Lärm, wenn Metall sich an Metall reibt. Aber unsere Stunts waren authentisch und echt, was heutzutage, bei so viel Digitalanimation, selten geworden ist. Wir haben diesen Film auf die altmodische Art gedreht – mit Stuntmen, die von einem Lastwagen auf einen fahrenden Zug sprangen, die auf Waggondächern liefen und an der Seite von Waggons herunterhingen, während ihre Köpfe nur Zentimeter vom Schotter entfernt waren. All das waren echte Stunts.“

Produktion: Die Dreharbeiten

Washington, Pine und auch ihr Regisseur betrieben umfangreiche Recherchen über die Welt, in die sie eintauchen sollten. Dabei investierten sie nicht nur viel Zeit, um mit Scott und Drehbuchautor Mark Bomback über die Figuren und die Plotentwicklung zu diskutieren, sondern sie suchten auch wochenlang Rangierbahnhöfe auf, um die verschiedenen Jobs, vom Rangiermeister bis hin zum Zugbegleiter, verstehen zu können. Sie lernten die Grundlagen von echten Profis – nicht nur die Fachterminologie, sondern sie machten auch aktive Erfahrungen, was das Fahren eines Zugs oder den Job betrifft, der zu den gefährlichsten gehört: das Aneinanderkuppeln und Entkuppeln einzelner Waggons.

Wenn Tony Scott einem Projekt zugesagt hat, führt sein erster Weg immer zu Produktionsdesigner Chris Seagers und zu Location Manager Janice Polley, um mit ihnen zusammen einen visuellen Stil für den Film zu entwickeln. Scotts Arbeit beginnt damit, Bilder zusammenzusuchen, die eine optische Stütze für seine Vorstellungen hinsichtlich des Looks, der Textur und des Gefühls sind, die er im Film realisiert sehen möchte. Weil Scott ein Künstler und Maler ist, erklären diese Bilder mehr als Worte je vermitteln könnten.

Seagers erste Aufgabe war es, die richtigen Züge zu finden. „Selbstverständlich gab es viele Probleme, die gelöst werden mussten, aber die Züge hatten absolut Vorrang“, erklärt der Produktionsdesigner. „Das wiederum machte uns die Jahreszeit, in der wir drehen würden, bewusst und so bekam die Farbgebung größte Bedeutung. Wir mussten uns anschauen, wie die beiden Züge im Wechselspiel aufeinander wirkten. Bevor wir das Ganze aus einem künstlerischen Blickwinkel betrachten konnten, mussten wir die Branchenpolitik der Eisenbahnwelt berücksichtigen, denn jede Eisenbahngesellschaft hat ihren eigenen Look. Danach begannen wir, die Züge zu beschaffen, stellten dabei sicher, dass wir auch den richtigen Zugtyp hatten. Viele von uns denken, dass ein Zug einfach ein Zug und jeder Zug gleich ist, aber sobald man sich mit der Materie beschäftigt, erkennt man, wie viele Typen und Modelle es tatsächlich gibt. Wenn die Eisenbahngesellschaften neue Züge vom Hersteller kaufen, dann tricksen sie diese aus, lassen Änderungen so vornehmen, wie sie es brauchen.“

Am Ende leasten wir vier 777-Lokomotiven und bauten diese alle so um, dass sie fahrerlos gesteuert werden konnten“, fährt Seagers fort. „Gleiches machten wir mit der 1206-Lok, die per Fernsteuerung bewegt werden musste, ob nun der Fahrer darin saß oder nicht. Weil die 1206 eine viel kleinere, kompaktere Lok ist, benutzten wir die gleiche Art von feinmaschigem Netz, mit dem Werbeleute Busse drapieren. Alles, was man von außen erkennen kann, ist das gemalte Werbebild, das sich über die Außenwand des Busses zieht. Hineinschauen kann man bei dieser Verkleidung nicht, und das funktionierte auch bei uns ziemlich gut.

Seagers’ Team baute für die Sets viele einzelne Bestandteile, die laut Seagers aussahen wie „Kleinteile“ der 1206- und 777-Lokomotiven. „Das war wie bei einem Puzzle“, erinnert er sich. „Als sich herausstellte, dass wir bestimmte Szenen und Stunts nicht auf den echten Zügen drehen konnten, mussten wir Teile der Loks und verschiedener Waggons nachbauen und sie danach auf unser Schienenfahrzeug mit hoher Ladefläche montieren, damit es aussah wie der echte Zug. Aber wir mussten jedes Teil so entwerfen und bauen, dass es hinter der Lokomotive oder am Ende des Zugs benutzt werden konnte. Vor einem fahrenden Zug konnten wir nichts verwenden, mussten immer dahinter bleiben.“

Als das Produktionsteam in Canton, einer Stadt im Bundesstaat Ohio eintraf, arbeiteten Seagers und seine Maler unter Hochdruck daran, die 1206-Lok und die übrigen Loks und Waggons der Eisenbahngesellschaft AWVR fertigzustellen, die für den ersten Drehtag gebraucht wurden. Im Verlauf der Dreharbeiten wurden die Züge schmutziger und zeigten die normalen Abnutzungserscheinungen durch den Fahrbetrieb und auch die richtigen Schadensstufen, die im Drehbuch beschrieben wurden.

„Ursprünglich hatte mir Tony Fotografien von Montana gezeigt“, erinnert sich Location Manager Janice Polley, die auch Assoziierte Produzentin des Films und langjährige Mitarbeiterin Scotts ist. „Fotos von Bergen, zerklüfteten Felsen, von der Prärie, alles sah aus wie aus einem seiner Werbespots für Marlboro. Dann aber sah er ein Foto von der hochgelegten Schienenführung der Eisenbahnlinie Wheeling & Lake Erie in Ohio, die sich in einer großen Kurve durch die Stadt Bellaire zieht. Von da an ergaben sich die die übrigen Drehorte des Films von selbst.“

„Auch der Look des Rust Belt inspirierte ihn“, fährt Polley in ihren Erklärungen fort. „Aber der industrielle Look sollte nicht zu plump wirken. Die Vorstellung, dass der Zug durch wunderschöne Landschaft in diese kleinen Städte hineinfahren würde, die ihre Glanzzeiten längst hinter sich hatten, interessierte ihn weitaus mehr.“

Polley und ihre Mitarbeiter wurden in ihrer Suche etwas eingeschränkt, als sie erfuhren, dass keine der großen Eisenbahngesellschaften zur Kooperation bereit war. Sobald sie kleinere Gesellschaften gefunden hatten, die bereit und in der Lage waren, ihre Fahrpläne den Bedürfnissen der Filmemacher anzupassen, ging die Suche nach geeigneten Schauplätzen richtig los. Einige der wichtigsten Sequenzen im Drehbuch sind auf einem Ausweichgleis angesiedelt, dort also, wohin ein Zug sicher das Hauptgleis verlassen kann - ähnlich einer Ausweich- oder Rastzone auf einem Highway.

Die Dreharbeiten begannen am Montag, den 31. August 2009 am Brewster Rail Yard, einem Rangierbahnhof in Brewster, Ohio, südlich von Canton. Nach einer Drehwoche auf dem Wheeling & Lake Erie Railroad Yard zogen Schauspieler und Crewmitglieder weiter nördlich, nach Pennsylvania, schlugen ihre Zelte in Bradford, Pennsylvania auf, das etwa acht Kilometer südlich der Bundesstaatengrenze von Pennysylvania und New York liegt.

Täglich reiste die Crew zu entlegenen Gebieten im Güterverkehr der WNYP, der Western New York & Pennsylania Railroad. Für einige der dort liegenden Städte wie Port Allegany, Eldred, Turtlepoint, Blanchard oder Emporium musste man mehr als eine Stunde nach Pennsylvania hineinfahren, aber die Crew zog es auch noch weiter nördlich, nach Olean im Bundesstaat New York. Am 10. Oktober zog man schließlich um, errichtete die Produktionsbasis auf dem State College, wo sich die Penn State University befindet. Dort schien es über Nacht eiskalt zu werden. Am Ende der ersten Woche, in der man dort drehte, zog in Zentralpennsylania ein außergewöhnlicher Schneesturm auf, der die Produktion mehrere Tage lahmlegte. Die strahlenden Farben der leuchtenden Hügellandschaft, Farbtöne in Rot, Orange und Gelb, die sich über Kilometer hinzogen und einem den Atem raubten, verwandelten sich in ein matschiges Braun, als die Blätter auf den Bäumen erfroren und der Herbst über Nacht dem Winter Platz machte. In diesem Areal nutzte das Produktionsteam die Gleisanlagen der Nittany Bald Eagle Railroad, die auf der Strecke von Tyrone nach Lock Haven Orte wie Port Matilda, Martha’s Furnace, Milesburg und Bellefonte, Pennsylvania anfährt. Das Produktionsteam machte von der Gastfreundschaft der kleinen Eisenbahngesellschaft Gebrauch und drehte in jedem kleinen Ort, der das erlaubte. Danach zog man weiter südlich zu mehreren Grenzstädten im südöstlichen Ohio, die entlang der Strecke der Wheeling & Lake Erie Railroad liegen, Städte wie Bellaire, Martin’s Ferry, Mingo Junction und Steubenville. Während der Dreharbeiten dort wurde ein Großteil der Crew in Wheeling, West Virginia untergebracht, einige davon im wunderschönen Oglebay Resort. Andere Crewmitglieder wohnten in der Nähe von St. Clairsville, Ohio, wo sich die Grenzen der Bundestaaten Ohio, West Virgina und Pennsylvania treffen. In den letzten Produktionswochen drehte man im Mogul Mind Studio im Stadtzentrum von Pittsburgh, bis die Dreharbeiten am 18. Dezember 2009 zum Abschluss kamen.

In Emporium ließen die Filmemacher vor laufenden Kameras einen echten Zug entgleisen – eine Sequenz mit vielen Spezialeffekten, für die mehr als fünf Stunden lang die Hauptkreuzung des kleinen Ortes abgesperrt wurde. „Ich konnte mich glücklich schätzen, dass mir all diese Spielzeuge zur Verfügung standen, um mit größtmöglichem Realismus zu drehen“, erzählt Tony Scott. „Wir hatten für viele Szenen auch eine Menge Hubschrauber im Einsatz, zwei davon waren mit Kameras ausgerüstet, die ständig liefen. Dreht man auf einem richtigen Zug, kann das Publikum besser nachempfinden, was die Figuren, konfrontiert mit den realen Elementen, durchmachen. Eine solche Energie kann man nicht vermitteln, wenn man im Studio dreht.“

Schließlich hatten die Filmemacher insgesamt acht Lokomotiven und 60 verschiedene Waggons im Einsatz. Alles wurde regelmäßig gewartet, dabei die Bremsen gewechselt und Inspektionen vorgenommen, so wie das in der Eisenbahnbranche auch üblich ist. An diesem Film zu arbeiten, war so ähnlich, wie selbst eine kleine Eisenbahngesellschaft zu führen. Wegen des schlechten Wetters, der langen Drehtage und den allgemeinen Anforderungen, die an die Züge für den Film gestellt wurden, entschlossen sich die Zugführer, die Lokomotiven rund um die Uhr in Betrieb zu halten.

Mit den Filmemachern zog auch die für die Züge verantwortliche Abteilung mit ihrer kleinen Eisenbahngesellschaft von Drehort zu Drehort. Wie Flugzeuge, Autos und Trucks haben auch Lokomotiven und Waggons eine eigene Identifizierungsnummer, die sich nie gleicht. Um mit den verschiedenen Duplikaten der zwei Lokomotiven und einiger Frachtwaggons keine Verwirrung bei den Bediensteten der Bundesbehörde zu stiften, stellte das Ausstattungsteam von Chris Seagers große Magnetplaketten mit den Nummern jedes Waggons und der Kennung der jeweiligen Gesellschaft her.

Kameramann Ben Seresin hatte das Kommando bei den täglichen visuellen Problemen, die der Dreh mit sich brachte. UNSTOPPABLE – AUSSER KONTROLLE ist Seresins erste Zusammenarbeit mit Tony Scott, aber von ihrer ersten Begegnung an war es klar, dass Seresin nichtdestotrotz mit Scotts enormen Arbeitstempo mithalten musste. „Tonys Filme zeichnet eine ganz besondere Dynamik aus“, erklärt Seresin. „Er bevorzugt eine auffällige und gewagte Bildgestaltung, und sein Inszenierungsstil eignet sich auch für die Art Filme, die er dreht. Er ist sehr organisiert, versteht viel von Lichtsetzung und sein Enthusiasmus ist grenzenlos. Bis zur letzten Einstellung an jedem Drehtag gibt er immer 100 Prozent.“

„Außerdem steht er jeden Morgen um 2 Uhr auf, um für jede Einstellung ein detailliertes Storyboard zu zeichnen“, fährt Seresin lachend fort. „Davon profitiere schließlich auch ich, denn bevor er ans Set kommt, hat er bereits viele visuelle Entscheidungen getroffen und weiß ganz genau, was er will. Die Herausforderung für mich besteht darin, Lösungen zu finden, wie ich ihm seine Wünsche auf einem fahrenden Zug erfüllen kann.“

Täglich baute das Kamerateam zwischen sechs und zwölf Kameras auf dem Zug, auf in der Nähe angebrachte stationäre Plattformen oder entlang der Gleise auf. Wenn eine bestimmte Sequenz eine zehnminütige Szene beinhaltete, konnte das bedeuten, dass der Zug acht Kilometer auf der Strecke zurücklegen musste – in einem solchen Fall mussten sogar noch mehr Kameras aufgebaut werden. Jede Szene war anders, und jede Kamera musste individuell abgestimmt werden, eine nach der anderen, damit man die Belichtung exakt hinbekam, die bei diesem speziellen Kamerastandort nötig war.

„Während eines Durchlaufs mussten wir sechs verschiedene Belichtungsversionen und ebenso viele verschiedene Kameraperspektiven realisieren, wodurch der Drehbereich gewaltige Ausmaße bekam“, erklärt Ben Seresin. „Die Komplexität dieser Situation erhöhte sich noch zusätzlich, wenn ich mit meiner Crew zu kommunizieren versuchte, die entlang der Schienen über Kilometer verteilt war.“

Obwohl ein Großteil der Szenen Außenaufnahmen sind, behielten Scott und Seresin die gleiche Farbpalette während der gesamten Produktion bei, so auch bei den Innenaufnahmen. „Nichts sollte zu glatt poliert oder stilisiert aussehen“, erklärt Seresin weiter. „Diese Geschichte ereignet sich in der realen Welt auf einer Fahrt, die von einem Rangierbahnhof durch wunderschöne Landschaften zu einem ziemlich heruntergekommenen Teil des Landes führt. Und unserer Ansicht nach sollte der Look von jedem Drehort darauf gegründet sein und das reflektieren.“

Die Handlung von UNSTOPPABLE – AUSSER KONTROLLE erstreckt sich über einen einzigen Tag, wobei sich einige der größten Actionszenen in einem Zeitraum von zwei Stunden abspielen. Die Dreharbeiten dauerten dreieinhalb Monate, von den letzten Sommertagen über den Herbst bis hinein in den Winter – Jahreszeiten mit den wohl unterschiedlichsten und unberechenbarsten klimatischen Bedingungen.

„Der Wechsel der Jahreszeiten stellte uns natürlich vor Probleme“, gibt Seresin zu. „Zweifellos nimmt die Geschichte mit grünen Blättern auf den Bäumen ihren Anfang, aber am Ende der Dreharbeiten schneite es. Diese Bedingungen vermitteln aber das Gefühl eines Übergangs – so wie man durchs Land und dabei plötzlich in extrem schlechtes Wetter fahren kann. Genauso schnell aber kann man über einen Berg kommen und in ein Tal im prallen Sonnenschein hineinfahren. Das ist genau das Gleiche. Weil der Zug fährt, helfen diese Veränderungen tatsächlich, ein Gefühl für Entfernungen und Reisen zu vermitteln.“

Zusammen mit den am Boden aufgestellten Kameras und den vier auf dem Zug platzierten Hauptkameras brachten Seresin und Scott auch spezielle Hochgeschwindigkeitskamerafahrzeuge wie den modifizierten Porsche Cayenne von Pursuit Systems zum Einsatz, aber auch Kameraaufbauten und Kameraplattformen für Motorräder und zwei Hubschrauber. Die Helikopter wurden von Alan Purwin und Fred North geflogen – unter der Aufsicht von David B. Nowell, der als Mitglied der American Society of Cinematographers (ASC) Regisseur der Luftaufnahmen war und von seinem Kameratechniker Scott C. Smith unterstützt wurde.

Beide Hubschrauber waren mit dem High-Definition-Kamerasystem von Cineflex ausgestattet. „Gerade für das Team, das für die Luftaufnahmen verantwortlich ist, ist das ein Film von gewaltigem Ausmaß“, erklärt Nowell. „Wir haben jeden Tag gedreht, an dem der Zug fuhr - und das bei jedem Wetter. Normalerweise drehen wir ein paar Tage hier und eine Woche dort. Täglich am Set gebraucht zu werden, ist daher sehr ungewöhnlich, besonders, wenn Tony beide Hubschrauber abwechselnd für Film- und Fotoaufnahmen benutzt. Wir waren permanent in der Luft, ob wir nun Actionszenen für das 1. Drehteam, Aufnahmen für die Nachrichtensequenzen drehten oder selbst als Teil der Filmhandlung von den Bodenkameras aufgenommen wurden.“

In einem der intensivsten Momente des Films umrundet der Zug eine Haarnadelkurve, doch dieser Streckenabschnitt war nur für eine Maximalgeschwindigkeit von 24 Stundenkilometern ausgelegt. „Tony wollte wirklich auf keinen Fall auf digitale Tricks zurückgreifen, wenn sich ein solches Problem stellte“, setzt Seresin seine Erklärungen fort. „Wenn man in die Ecke gedrängt wird, führt das kreativ manchmal zu großartigen Resultaten.“ So griff Scott auf „altmodische filmische Zaubertricks“, wie er sie nennt, zurück, um die Wucht und Dynamik des Zugs zu verstärken.

Unter der meisterlichen Regie von Tony Scott verschmilzt UNSTOPPABLE – AUSSER KONTROLLE Nonstop-Spannung mit der Interaktion zwischen Frank und Will - zwischen zwei Figuren, die wiedererkennbar sind, ihren Tag unter ganz gewöhnlichen Umständen beginnen und ihn als Helden beenden. Und wie Tony Scott abschließend resümiert, wird der Film den Zuschauer mit Frank und Will auf diese abenteuerliche Fahrt mitnehmen: „Meines Erachtens ist das ein Film, bei dem man sich anfangs in seinem Sitz zurücklehnt, der einen dann aber sehr schnell von den Sitzen reißt. UNSTOPPABLE – AUSSER KONTROLLE hat eine Wucht und eine Dynamik, der man nie entkommen kann.

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