Filmhandlung und Hintergrund

Sat.1 verweist in seiner Ankündigung dieser unterhaltsamen Komödie zwar selbst auf „Magic Mike„, aber „Unsere Jungs“ erzählt eine völlig andere Geschichte; auch wenn es in beiden Filmen Männer sind, die sich ausziehen. Der Titelzusatz „Auch Strippen will gelernt sein“ setzt allerdings einen eher plumpen Impuls, der außerdem womöglich falsche Erwartungen weckt, selbst wenn er inhaltlich nicht falsch ist: Jonas...

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Kritikerrezensionen

  • Sat.1 verweist in seiner Ankündigung dieser unterhaltsamen Komödie zwar selbst auf „Magic Mike„, aber „Unsere Jungs“ erzählt eine völlig andere Geschichte; auch wenn es in beiden Filmen Männer sind, die sich ausziehen.

    Der Titelzusatz „Auch Strippen will gelernt sein“ setzt allerdings einen eher plumpen Impuls, der außerdem womöglich falsche Erwartungen weckt, selbst wenn er inhaltlich nicht falsch ist: Jonas (Eugen Bauder), um die dreißig, hat sich halbwegs erfolgreich als Model für Unterwäsche versucht, kehrt nun in sein brandenburgisches Heimatdorf zurück, wo auch sein achtjähriger Sohn lebt, und verdingt sich als Bauarbeiter in der Firma seines väterlichen Freundes Cem (Adam Bousdoukos). Als er auf dem Gerüst eine Show im Stil des Cola-Light-Werbespots abzieht, entdeckt der zufällig anwesende Stripclub-Besitzer Victor (Jorge González) das Potenzial des attraktiven Manns. Jonas schlägt das großzügige Angebot aber aus: Er will nur gemeinsam mit seinen nicht weniger gut gebauten Kollegen Richi und Micha (Nyamandi Adrian, Mathias Ludwig) auftreten. Weil sich das Trio bei den Proben recht ungeschickt anstellt, zeigt ihnen Cem, wie’s geht. Der Boss hat zwar keinen Chippendale-Body, aber ein begnadetes Körpergefühl, weshalb die drei ihn kurzerhand zum Mitmachen überreden.

    Zum Glück beschränkt sich das Drehbuch nicht auf den Showtanz. Die Auftritte des Quartetts sind zwar richtig gut choreografiert und dank entsprechender Popmusik angemessen mitreißend, aber ohne die weiteren Handlungsebenen wäre „Unsere Jungs“ – der Titel bezieht sich auf den Namen von Cems Firma – bloß ein Film für Menschen, die sich gern Männerkörper anschauen. Damit andere Zielgruppen ebenfalls auf ihre Kosten kommen, verliebt sich Jonas in die schöne Bar-Bekanntschaft Katja (Janina Uhse). Als sich rausstellt, dass sie die Fußballtrainerin seines Sohns Tim ist, beendet sie die Beziehung jedoch, bevor sie überhaupt richtig begonnen hat; sie will vermeiden, dass der Eindruck entsteht, sie könne den Jungen bevorzugen. Außerdem ist Jonas im Grunde selbst noch ein Kind und muss erst mal erwachsen werden, um bereit für die große Liebe zu sein. Der Reifeprozess vollzieht sich in seiner Beziehung zu Tim, mit dem er zunächst überhaupt nichts anzufangen weiß.

    „Unsere Jungs“ basiert auf dem holländischen Film „Onze Jongens“, der 2017 immerhin Platz zwei in den niederländischen Kinocharts belegte. Die deutsche Adaption hat die Serienautorin Tamara Sanio („Unter uns„, „Verbotene Liebe“) besorgt, Regie führte Florian Gärtner, der für Sat.1 unter anderem „Die Mongolettes“ gedreht hat. Seine Inszenierung lebt vor allem von den schwungvollen Showtanzeinlagen und den Blickfangkörpern der drei Männer, aber der Film ist mehr als bloß eine Nummernrevue. Sehr sympathisch ist zum Beispiel der Tonfall. Wenn sich Jonas und seine Kumpane als Bauarbeiter, Feuerwehrleute oder Polizisten den johlenden Frauen präsentieren, wirkt das wegen der heiteren Elemente nur dann anzüglich, wenn jemand ausgesprochen prüde ist; abgesehen davon lassen die Tänzer natürlich nicht alle Hüllen fallen. Wider Erwarten ist „Unsere Jungs“ auch darstellerisch sehenswert. Eugen Bauder, bislang vorwiegend in kleineren Rollen zu sehen ist eine echte Überraschung. Anfangs scheint Gärtner ihn tatsächlich auf seinen trainierten Körper zu reduzieren, aber mit zunehmender Handlung entwickelt die Figur eine Tiefe, der Bauder auch schauspielerisch gerecht wird. Nicht minder sehenswert ist Janina Uhse, die nach ihrem Abschied von „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ schon letztes Jahr in einer Nebenrolle der Sat.1-Komödie „Leg dich nicht mit Klara an“ gezeigt hat, dass die erste Hauptrolle nur eine Frage der Zeit ist. tpg.

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