Unkraut im Paradies

  1. Ø 0
   2009
Unkraut im Paradies Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Unkraut im Paradies: Authentische Charakterstudie und Coming-of-Age-Drama um einen verzogenen Filou, der sich weigert, Verantwortung zu übernehmen.

Lukas ist ein gut aussehender Herzensbrecher Anfang 20, der keiner Handgreiflichkeit aus dem Weg geht und deshalb dauernd den Praktikumsplatz verliert. Er will ja eigentlich auch nicht arbeiten. Er lässt sich lieber von seiner Freundin Meike in ihrem Apartment aushalten und betrügt sie mit anderen Frauen. Nachdem Meike aus dem Krankenhaus zurückkehrt, in dem sie wegen einer Geschlechtskrankheit behandelt wurde, schmeißt sie ihn raus. Er sucht bei Bruder und Eltern Unterschlupf und nervt sie so lange, bis sie ihm ein eigenes Zimmer finanzieren.

Lukas ist Anfang 20 und betrügt seine Freundin, bis sie eine Geschlechtskrankheit bekommt und ihn rauswirft. Bartosz Werners Spielfilmdebüt ist ein gelungenes Coming-of-Age-Drama um einen Filou, der die Verantwortung scheut.

Darsteller und Crew

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Kritikerrezensionen

  • Alles stimmt in Bartosz Werners authentischer Charakterstudie und Coming-of-Age-Drama um einen verzogenen Filou, der sich weigert Verantwortung zu lernen.

    Lukas (wie sämtliche Schauspieler mit perfekter Leistung: Remo Schulze aus der Serie „Endlich Samstag!“) ist ein gutaussehender Herzensbrecher, der keiner Handgreiflichkeit aus dem Weg geht, deshalb dauernd den Praktikumsplatz verliert und es sich in seinem Leben als parasitärer Nichtstuer bequem macht. Verantwortung kennt er nicht. Dass diese Figur mit unstetem Lebenswandel dennoch eine faszinierende, ambivalente Figur abgibt, liegt am Gespür von HFF-Absolvent und Spielfilmdebütant Bartosz Werner, der nach eigenem Drehbuch milieuecht bis hin zum Sprachgebrauch inszeniert.

    Ihm gelingt ein fast dokumentarisches Drama ohne den bemühten Gestus des Authentischen. Spielerisch leicht und handwerklich sauber taucht er in Lukas‘ heile Welt ein, als diese erste Risse bekommt: Seine Freundin Meike (Klara Manzel), von der er sich in ihrem schmucken Apartment aushalten lässt, muss wegen einer Geschlechtskrankheit in die Klinik. Dem selbstgefälligen Anfangzwanziger sind ihre Befindlichkeiten egal, halbherzig besucht er sie, hurt herum, und man kann sich denken, woher Meike den schwerwiegenden Infekt hat.

    Dabei wird das Tabuthema Geschlechtskrankheit mit einer Selbstverständlichkeit behandelt, wie sie im deutschen Film sonst undenkbar ist. Nachdem die enttäuschte Meike das charakterlose Bürschchen vor die Tür gesetzt hat, tanzt dieser mit dreisten Beleidigungen Bruder und Eltern auf der Nase herum, lügt und betrügt, bis seine Familie ihm ein Zimmer finanziert. Darin droht Lukas zu vereinsamen, soziale Kontakte werden weniger und seine Berufsaussichten verschlechtern sich rapide. Die unerträgliche Leichtigkeit des legeren Party-Seins hat ein Ende.

    „Unkraut im Paradies“ kann man ebenso als Abschied von einer verlängerten Kindheit als auch als Chronik vom Ende einer Beziehung betrachten. Denn es dauert den ganzen Film lang, bis sich Lukas und Meike nach einigen Wiederannäherungen endgültig trennen. Der lange und verdient schmerzhafte Weg zur Läuterung der Hauptfigur ist auch eine famose Charakterstudie, die auch als Porträt einer ganzen Generation gelesen werden könnte. tk.

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