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Underexposure

Kinostart: 04.08.2005

Filmhandlung und Hintergrund

Sehr persönlicher Blick auf den Nachkriegs-Irak, der Dokumentar- und Spielfilmelemente mischt.

Nach der Befreiung bzw. Besetzung Bagdads durch amerikanische Truppen beschließt der irakische Filmemacher Hassan (Samer Rahftan), das Leben in seiner Umgebung und die bevorstehenden Veränderungen mit der Kamera festzuhalten.

Bilder aus einem Land, das für viele nicht mehr zugänglich ist. Fiktionale und dokumentarische Elemente in flottem Wechsel, Eindrücke vom Versuch eines normalen Lebens im organisierten Irrsinn, dazu ein Rückblick, wie es früher einmal war, dank auf dem Schwarzmarkt erworbener 35-mm-Filme des ehemaligen Kultusministeriums. Tom Tykwer und Maria Köpf koproduzierten unterstützt vom Auswärtigen Amt ein Werk des irakischen Regisseurs Oday Rasheed.

Nach dem Angriff der USA auf den Irak dokumentiert der irakische Filmemacher Hassan das Leben seiner Freunde und Nachbarn in der zerstörten Stadt Bagdad. Er begleitet etwa einen todkranken Musikerfreund, einen Tütensammler, der bei seiner Mutter lebt und einen verletzten Soldaten mit nach Hause bringt und einen alten Mann, der immerzu Radio hört.

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Darsteller und Crew

  • Gabriel Yared
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    Infos zum Star
  • Samar Qahtan
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  • Yousif Al-Ani
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  • Auwatif Al-Salman
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  • Hayder Helo
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  • Majed Rasheed
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  • Meriam Abbas
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  • Khalid Al-Samarai
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  • Basim Hamed
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  • Basim Al-Tayib
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  • Adil Khalid
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  • Muhanad Rasheed
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  • Hayder Jokan
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  • Basim Al-Hajar
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  • Abu Suhad
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  • Abu Wisam
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  • Samer Qahtan
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  • Oday Rasheed
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  • Furat al Jamil
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  • Ziyad Turkey
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  • Antje Zynga
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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Underexposure: Sehr persönlicher Blick auf den Nachkriegs-Irak, der Dokumentar- und Spielfilmelemente mischt.

    Bagdad, das ist in den Nachrichten inzwischen Synonym für menschenverachtende Selbstmordattentäter unter Terrorchef Al-Sarkawi, der besonders gerne brutal vor laufender Kamera Geiseln enthauptet. Aber es gibt auch ein anderes Bagdad. Im ersten irakischen Spielfilm nach dem Krieg und der ersten irakisch-deutschen Koproduktion überhaupt erzählt Regisseur Oday Rasheed von der zerstörten Stadt und ihren Bewohnern, die dem alltäglichen Schrecken trotzen.

    Häuserfassaden erzittern unter Explosionen, wenige Straßenzüge weiter sitzen Menschen in Cafés und lesen Zeitung. Keine Fata Morgana, sondern Wirklichkeit in Bagdad - Stadt des Terrors und der ständigen Angst, Stadt des Aufbaus und des Neuanfangs. Beunruhigende Bilder aus Absurdistan in (Bürger)Kriegszeiten. Oday Rasheed führt in einer Mischung aus Fiktion und Doku mehrere Geschichten zusammen, so die eines Musiker, der gegen den Krebs kämpft und die eines jungen Filmemachers, sein Alter Ego. Der Film beginnt mit der Invasion der Amerikaner und endet im April 2004 im beginnenden Chaos der Suicidebombers. Die sukzessive Verwüstung der Stadt geht mit der Verwüstung der Seele einher. Manchmal glaubt man sich in zwei total verschiedenen Welten, wie sie gegensätzlicher nicht sein können. Während Teile Bagdads zu Schlachtfeldern zerfallen, versuchen die Bewohner mit dem Mut der Verzweiflung inmitten von Tod und Verderben ein Stück Normalität aufrechtzuerhalten, ohne dass sie den Glauben ans Überleben ganz verlieren würden. Und wie in jeder Großstadt gerät ein Paar in die Beziehungskrise, streitet und versöhnt sich.

    Die Hauptfigur berichtet gar von einem Zeitungsjungen, der vor und nach dem Krieg den gleichen Weg nimmt, unbeirrbar. Die Figuren kreisen um sich selbst, vor allem Hassan, der Filmemacher und ganz klar Rasheeds Alter Ego geht dabei an die Grenze des Erträglichen bei dieser inneren Emigration. „Underexposure“ ist ein philosophisches Konglomerat, das in seiner Abstraktion den Zugang zu den Protagonisten nicht gerade erleichtert. Ihre tiefe Verwundbarkeit kann man nur ahnen. Interessant die Entstehungsgeschichte des Films. Das abgelaufene Ausgangs-Filmmaterial stammt aus alten Beständen des ehemaligen Kulturministeriums, erworben auf dem Schwarzmarkt. Der Crew mit 35mm-Equipment, einer alten Arri-Kamera, Kran, Licht und Dolly flogen mehr als einmal Kugeln um die Ohren. Die Angst, dass aufgrund des Alters die Aufnahmen „underexposed“, unterbelichtet sein könnten, erwies sich als unbegründet. Das unter Lebensgefahr gedrehte experimentelle Porträt einer Stadt im Ausnahmezustand sollte bei einem politisch bewegten und neugierigem Großstadtpublikum Anklang finden. mk.

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