... und dann kam Polly

   Kinostart: 04.03.2004
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Filmhandlung und Hintergrund

Bad-Taste-Beziehungs-Comedy nach bewährten Muster der "Meine Braut, ihr Vater und ich"-Partner John Hamburg und Ben Stiller.

Risikoanalytiker Reuben (Ben Stiller) ist geboren für seinen Job, scheut doch niemand ein unkalkulierbares Wagnis mehr als er. Das ändert sich, als Reuben seine frisch gebackene Ehefrau (Debra Messing aus „Will & Grace“) noch auf der Hochzeitsreise in flagranti beim Techtelmechtel mit dem Tauchlehrer (Hank Azaria) erwischt. Was spräche nun dagegen, sich selbst ein Abenteuer zu gönnen mit der liebreizenden Jugendfreundin Polly Prince (Jennifer Aniston aus „Friends„). Doch Polly bedeutet vor allem eines: Ärger.

Hochkarätiges Sitcom-Personal versucht sich auf der großen Leinwand in diesem romantischen Frühjahrsspaß par excellence.

Reuben Feffer erwischt seine Braut in den Flitterwochen mit einem FKK praktizierenden Tauchlehrer. Am Boden zerstört kehrt er nach New York zurück, wo er bei einer Party seiner ehemaligen Mitschülerin Polly Prince begegnet und sich mit ihr verabredet. Bereits das erste Date in einem marokkanischen Restaurant wird zu einer Katatstrophe.

Als die Braut des Versicherungsangestellten und Kontrollfreaks Reuben ihn bereits am ersten Tag der Flitterwochen mit einem textilscheuen Tauchlehrer betrügt, bricht für ihn eine Welt zusammen. Doch schon bald trifft er auf einer Party die flippige Kellnerin Polly, eine frühere Klassenkameradin. Langsam kommen sich die unbekümmerte Vollchaotin und der überängstliche Reuben näher, doch die diametral entgegengesetzten Lebensentwürfe schlagen sich ihm schnell auf den Magen - und da rückt auch noch Ex-Frau Lisa reuevoll an.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • ... und dann kam Polly: Bad-Taste-Beziehungs-Comedy nach bewährten Muster der "Meine Braut, ihr Vater und ich"-Partner John Hamburg und Ben Stiller.

    Ben Stiller profiliert sich in seiner aktuellen romantischen Komödie einmal mehr als Comedyking des Kloschlüssel-Gags, wie er es bereits ausgiebig in seinen genreverwandten Hits „Verrückt nach Mary“ und „Meine Braut, ihr Vater und ich“ vorgemacht hatte. Als Partnerin an seine rollentypisch neurotische Seite gesellt sich diesmal Jennifer Aniston („Bruce Allmächtig“), die nach dem „Gegensätze ziehen sich an“-Prinzip eine chaotisch-spontane Freinatur gegenüber Stillers verklemmt-risikoscheuen Versicherungsangestellten spielt. Dem US-Publikum gefällt die Kombination, und mit einem Einspiel von 27,6 Mio. Dollar konnte gar der bisherige Januarrekord gebrochen werden.

    Als Regisseur und Drehbuchautor fungiert John Hamburg, der bereits die Skripts für Stillers Komödien „Meine Braut, ihr Vater und ich“ und „Zoolander“ verfasste. Insgesamt weicht Hamburg wenig vom vertrauten Allgemeinkonzept der Vorgänger ab, was sich bereits mit der Namensgebung seines Protagonisten - Reuben Feffer - bemerkbar macht. Feffer wird als glücklicher Bräutigam eingeführt, der die Flitterwochen mit seiner Angetrauten Lisa („Will & Grace“-Sitcom-Darling Debra Messing) in der Karibik verbringt. Doch bereits am ersten Tag betrügt sie ihn mit einem FKK praktizierenden Tauchlehrer (Hank Azaria erstaunt völlig unerwartet als modelhaftes Muskelpaket). Am Boden zerstört kehrt Reuben allein nach New York zurück, wo ihm von allen Seiten betroffenes Mitleid entgegenschlägt. Bei einer Party, zu der ihn sein bester Freund (Philip Seymour Hoffman liefert eine perfekte Imitation von Jack Black) schleift, trifft er zufällig seine ehemalige Mitschülerin Polly Prince (Aniston wirkt als Filmschauspielerin zunehmend entspannter). Ein paar Tage darauf verabreden sie sich zum ersten Treff in einem marokkanischen Restaurant. Da Reuben kein scharfes Essen verträgt, kommt es anschließend zu einer langgezogenen pannenreichen „Sitzung“ in Pollys Badezimmer. Anstelle von Hund oder Katze hält sich Polly sich ein blindes Frettchen als Haustier, das seine Portion von genretypischen cartoonhaften Peinigungen erdulden muss. Der Löwenanteil der Lacher geht allerdings erwartungsgemäß auf Stillers Kosten, der als uncooler Durchschnittstyp von einer Peinlichkeit in die nächste stolpert. Da Stiller sich bereits in „Zoolander“ so gut eingetanzt hatte, wird auch hier mit einer amüsanten (Salsa-)Tanzeinlage aufgewartet. Wenig überraschend sind auch die komödiantischen Komplikationen, die eintreten, als Lisa zurückkehrt und Reuben kurzzeitig zwischen zwei schönen Frauen hin- und hergerissen ist.

    Weshalb die Damen sich allerdings von ihm angezogen fühlen, bleibt eine von den urtypischen filmischen Mysterien, die schon lange keiner mehr hinterfragt. Dennoch trägt dies unterschwellig zum stark nach „Best of“-Schema konstruiert wirkenden Gesamteindruck ein. Auch die Nebenrollen sind in erster Linie eine Zusammenstellung von amüsanten Karikaturen, wie Reubens vulgärem Boss (Alec Baldwin sehr souverän einmal mehr als Schleimbeutel) oder seine ihn wie einen kleinen Jungen behandelnde Mutter. Doch auch wenn es an Originalität mangeln mag, streut die Bad-Taste-Beziehungskomödie genügend Gagpfeffer ein, um ein kurzweiles Kinovergnügen zu servieren. Das sollte auch in Deutschland zünden - und zwar nicht zu knapp. ara.

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