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Una pura formalita

Filmhandlung und Hintergrund

Außen. Strömender Regen. Ein Schuß. Ein Mann (Gérard Depardieu) rennt, stolpert, hastet durch einen Wald. Die Polizei greift ihn auf und bringt ihn auf ein heruntergekommenes, mitten im Nichts gelegenes Revier. Ein freundlicher junger Polzist (Sergio Rubini) und ein altes Faktotum (Tano Cimarosa) versorgen den durchweichten Mann mit Decken und geben ihm etwas zu trinken. Der Inspektor (Roman Polanski) betritt den...

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  • Außen. Strömender Regen. Ein Schuß. Ein Mann (Gérard Depardieu) rennt, stolpert, hastet durch einen Wald. Die Polizei greift ihn auf und bringt ihn auf ein heruntergekommenes, mitten im Nichts gelegenes Revier. Ein freundlicher junger Polzist (Sergio Rubini) und ein altes Faktotum (Tano Cimarosa) versorgen den durchweichten Mann mit Decken und geben ihm etwas zu trinken. Der Inspektor (Roman Polanski) betritt den Raum und beginnt sein Verhör. Knapp, präzise und äußerst virtuos inszeniert Giuseppe Tornatore die Eröffnungssequenz seines 1994 in Cannes uraufgeführten Werks „Una pura formalita“. In wenigen Minuten hat er seine Hauptdarsteller eingeführt, den mysteriösen, feucht-dunklen Ort der Handlung, den er bis zum Schluß nicht mehr verlassen wird, vorgestellt. Sein Kammerspiel, Erinnerungen an Claude Millers „Das Verhör“ und auch an Polanskis „Der Tod und das Mädchen“ werden wach, ist im Prinzip eine Tour de Force zweier Darsteller: dem bulligen, im wahrsten Sinn des Wortes außer Form geratenen Depardieu, und dem zierlichen, manchmal gar gnomenhaft wirkenden Regisseur Roman Polanski, der immer wieder auch vor der Kamera zu überzeugen versteht. Im Gegensatz zu Tornatores hochgelobtem Erstling „Cinema Paradiso“ gibt es hier nichts zu lachen, keine Momente der Entspannung und Reflektion. Das intellektuelle Wortgefecht dieses knapp zweistündigen Redemarathons, der nur durch wenige, manchmal kaum Bruchteile von Sekunden dauernde Rückblenden unterbrochen wird, dürfte es dem Film an der Kinokasse nicht leicht machen. Auf einem Filmfest hingegen, wo er wie jetzt in München zur Aufführung kam, gehört er zweifellos zu den Highlights des Programms. Ist die Geschichte auch als Kriminalstück angelegt, geht es vielmehr um den Künstler und seine Kunst, hier um den Schriftsteller, der in einer Schaffenskrise steckt. Gérard Depardieu spielt einen weltbekannten Autor namens Onoff, der von Selbstzweifeln geplagt wird. Obendrein erklärt er seinem Befrager, daß er sich an den Verlauf seines letzten Tages nicht mehr erinnern kann. Das will ihm der schon von Berufs wegen mißtrauische Inspektor, der sich selbst Leonardo da Vinci nennt und ein glühender Verehrer von Onoffs Werken ist, natürlich nicht glauben. Und um die Wahrheit - die sich dann als überraschend und ungeheuer logisch erweist - herauszufinden, ist ihm jedes Mittel recht. Ist „Una pura formalita“ schon alleine wegen des intellektuellen Ansatzes und Anspruchs von großem Interesse, dürfen Form und Gestaltung nicht unerwähnt bleiben. Giuseppe Tornatores furioser Schnitt ist makellos, Blasco Giursios düster-monochrome Breitwand-Kameraarbeit, trotz einiger verspielter Einstellungen - wie etwa die aus einer Kloschüssel -, vorzüglich, und Ennio Morricones Soundtrack der Stimmung genau angepaßt. Und wer den Kinosaal nicht vorzeitig verläßt, kommt auch noch in den etwas fragwürdigen Genuß, Monsieur Depardieu singen zu hören. GeH.
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