Filmhandlung und Hintergrund

Vom Theaterkanal koproduzierte, furios-ironische Studie über sechs Großstadtfrauen am Rande des Nervenzusammenbruchs.

Sechs Frauen, so normal und doch isoliert von unserer Gesellschaft, geben ihre Perspektive auf das Leben preis. Im Mittelpunkt steht stets die Sehnsucht nach Erfüllung, nicht immer der eigenen, sondern oft auch fremder Erwartungen. Schauplatz ist ein steriler Klinikraum, der die Figuren aus dem normalen Leben herauslöst und Einblick in den täglichen Kampf um (berufliche) Anerkennung gewährt: auf das Leben als Freiberuflerin, als Ringerin oder als Politikerin. Jede führt auf ihre Weise ihren eigenen Überlebenskampf.

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Kritikerrezensionen

    1. Regisseurin Gesine Danckwart kommt vom Theater, und das merkt man. Sechs Monologe von sechs Frauen zeigt ihr Film „UmDeinLeben“, das ist an sich recht statisch. Danckwart aber löst es filmisch auf, zeigt die Protagonistinnen in ihren Lebensräumen: karge Wohnungen, ein Taxi, die Straße der Verlorenen. Lässt sie in den Tag hinein reden, oder in die Kamera, oder ins Kinopublikum. Und zwischendurch – ebenfgalls als filmischen Verweis auf theatralische Verfremdungseffekte – sehen wir sie in einem gleißend weißen Raum.

      Eine ist im Taxi unterwegs, stetig auf Achse und mit diversen Handys ständig erreichbar. Für eine andere sind der einzige Körperkontakt zum anderen Geschlecht die Ringkämpfe, die sie gegen extra dazu eingeladene Männer durchkämpft – es kommt ihr dabei wie in ihrem Leben nur aufs Gewinnen an. Eine andere leidet an Einsamkeit, eine andere an ihrer Ausgeschlossenheit aus der Gesellschaft, der sie so gerne angehören würde. Ein schönes Kleid hat sie; aber keine Einladung zu dem Galaempfang am Abend…

      Es sind all dies Luxusprobleme von High-Class-Damen, die sich bemühen, ihrem eigenen hochstehendem Anspruch zu genügen und dabei an ihrem Scheitern verzweifeln. Hoffnungslosigkeit, Einsamkeit, Unzulänglichkeit beherrschen ihr Innenleben, auch wenn sie sich nach außen tough geben, als mitten im Leben stehende, von Erfolg gekrönte moderne Frauentypen.

      In abgehackten Sätzen sondern sie ihren stream of consciousness ab, und das kann recht ermüdend werden, zumal für einen Mann, für denn die vielen Probleme kaum welche sind; aber wohl auch für Frauen, die in dieser Oberklassen-Luxus-Welt der High-Culture-Professional-Establishments nicht beheimatet sind / sein wollen.

      Doch immer wieder blitzen Momente der Wahrhaftigkeit auf, wenn pointiert die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit offenbar wird; und wenn sich zeigt, wie sehr die sechs Frauen sich immer wieder selbst im Wege stehen, weil sie gar nicht über ihren Schatten springen können, weil sie gefangen sind in einer selbsterzeugten Tragik des eigenen Lebens. Insofern ist der Film ehrlich, manchmal schmerzhaft ehrlich; zumeist aber ironisch, witzig, damit durchaus auch komisch.

      Nur am Ende, wenn Danckwart eine Art Hoffnungsschimmer für die Stärke ihrer Protagonistinnen aufscheinen lässt, zuckt sie zurück in ihrer konsequenten Haltung, die zwischen Porträtierung, Anklage und Vergackeierung dieser demontierten Frauen liegt. Denn ein (wenn auch nur angedeutetes) Happy End passt nicht ins Konzept dieser Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs.

      Fazit: Frauen reden, und keiner hört ihnen zu. Nur dieser Film.
    2. UmDeinLeben: Vom Theaterkanal koproduzierte, furios-ironische Studie über sechs Großstadtfrauen am Rande des Nervenzusammenbruchs.

      Die wahre Kunst des negativen Denkens lehrt diese furios-ironische Studie über sechs Großstadtfrauen am Rande des Nervenzusammenbruchs.

      Man merkt sofort, dass die Regisseurin, Gesine Danckwart, Projekte am Theater entwickelte. Das vom ZDF Theaterkanal koproduzierte Drama fasziniert mit unkonventioneller bis avantgardistischer Gestaltung, die zwischen experimentellen Verfremdungen, surrealen bis essayistischen Beobachtungen und greifbarer Alltagsnähe changiert. Danckwarts Verhaltensstudie von sechs Frauen, die in der modernen Großstadt den Kontakt zur Außenwelt verlieren, ist gleichzeitig eine mit formaler Brillanz gestaltete dringliche Realsatire, eine selbstironische Nabelschau als auch Topografie der anonymen Stadtwelt. Sie gleicht einem Gefängnis, aus denen die Protagonistinnen verzweifelt auszubrechen versuchen.

      Unter den zum Teil überzeichneten Frauen sind die Ringerin Sonntag (Esther Röhrborn), Barkeeperin Diamant Oil (Kathrin Angerer), Faria Kühne (Maren Kroymann) und HB (auf den Spuren von Heike Makatsch: Caroline Peters). Alle versuchen sich geschäftlich wie persönlich zu behaupten. Ihr Ringen um Daseinsberechtigung umfasst Hysterie am Handy und Selbstbetrachtungen. Den dazu gehörigen Gedankenfluss sprechen sie direkt in die Kamera oder einfach aus dem Off und gestatten so erschütternde Einblicke ins Innenleben, offenbaren ein Dasein in einem desorientierenden Umfeld, dessen Spiegelbilder sie sind. Ihr Auf-sich-selbst-Geworfen-sein löst Neurosen und Aggressionen aus, die im Nichts verhallen, weil es kein Gegenüber gibt. Diesen Befund des Unglücks ergänzt ein melancholischer Indie-Score um grandiose Stimmungsbilder.

      Danckwart, die auch das Drehbuch schrieb, versteht es, die Entfremdung ihrer stacheligen Kämpferinnen in außergewöhnlicher, strenger Formsprache widerzuspiegeln und in der femininen Variante eines German Angst Movies kongenial zu ergänzen. Ein furioses Werk, zu dem auch die starken Darstellerleistungen beitragen, besonders von Caroline Peters und Maren Kroymann, der das konziliante Schlusswort gehört: „Das Leben ist so schön, wie man es sich glaubt.“ tk.

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      Kino.de Redaktion  

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