Um jeden Preis

  1. Ø 4
   2012
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Filmhandlung und Hintergrund

Um jeden Preis: Drama um eine Farmersfamilie in Iowa, die hochdramatische, bisweilen auch satirische Töne anschlägt.

Henry Whipple, Maisfarmer in der dritten Generation, kaschiert seine Sorgen mit guter Laune. Sein Vater hält ihn für einen Versager, sein ältester Sohn hat das Weite gesucht, der jüngere will lieber Rennfahrer werden statt das Geschäft zu übernehmen. Als er in Verdacht gerät, ohne Erlaubnis des Großkonzerns Geschäfte mit gentechnisch verändertem Saatgut zu machen, droht der finanzielle Ruin. In der Not hält die Familie zusammen.

Eine amerikanische Farmerfamilie steht vor dem Ruin und stemmt sich mit aller Kraft gegen den drohenden Untergang. Feinfühlig erzähltes Drama aus dem amerikanischen Hinterland, in dem Dennis Quaid zu großer Form aufläuft.

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Der Glaube an Familienwerte und Erfolg durchzieht üblicherweise die Kinostoffe aus dem amerikanischen Heartland. Das bittere Drama "Um jeden Preis" aber stellt diese Tradition der Zuversicht auf den Kopf. Der Regisseur Ramin Bahrani ("Goodbye Solo", "Chop Shop"), selbst in den USA geboren und aufgewachsen, lässt eine typische Farmerfamilie ohne patriotisches Pathos in die Krise taumeln. Henry Whipple reibt sich bei den Versuchen auf, im amerikanischen Traum und in seinen eigenen moralischen Leitbildern eine brauchbare Richtschnur für die Wirklichkeit zu finden. Aus dieser ungewohnten Perspektive heraus entwickelt der Film sozialkritische Spannung.

    Henry Whipple hält sich für einen vorbildlichen Farmer und Familienvater. Er wird als einer der wenigen groß genug werden, um zu überleben, denn die allgemein befolgte Philosophie auf dem Land heißt „Expandieren oder Sterben". Aber es reicht immer noch nicht. Henry gibt sich stärker und erfolgreicher, als er ist und macht dabei einen gequälten Eindruck. Nichts an ihm wirkt echt: Dennis Quaid hat man noch nie in einer so zerrissenen, ehrlichen und gleichzeitig unvorteilhaften Rolle gesehen. Er spielt den komplexbeladenen Henry, der sich selbst im Weg steht, grandios.

    Den Druck, den Henry spürt, gibt er an seinen Sohn Dean weiter. So ist er das selbst von seinem Vater Cliff (Red West) gewöhnt, der ihn immer noch verständnislos zur Rede stellt, wenn er von einem Problem erfährt. Zac Efron spielt Dean als zornigen jungen Mann. Auch ihn erwartet Verstörung durch die Kompromisslosigkeit, mit der ihn die Realität auflaufen lässt. Frauen kommen in diesem Film auch vor, sind aber nur Begleiterinnen der beiden männlichen Hauptfiguren. Erst als Totengräber der eigenen Träume ziehen Vater und Sohn an einem Strang. Die Zielstrebigkeit, mit der das Drama auf die zynische moralische Bankrotterklärung zusteuert, lässt es konstruiert wirken. Dennoch erscheint er als interessantes, längst fälliges Gegengewicht zu den immer gleichen Geschichten über gute Helden und ihren Erfolg aus eigener Kraft.

    Fazit: Das düstere, sozialkritische Drama "Um jeden Preis" bezieht seine Spannung aus der ungewohnten Konsequenz, mit der es die Realität einer Farmerfamilie in Iowa gegen die amerikanischen Werte ausspielt.
  • Packende Vater-Sohn-Beziehung in einer von Profit und Konkurrenzdenken geprägten Gesellschaft im Mittleren Westen Amerikas.

    „Am I a happy Man? How could I not be?“: Maisfarmer Henry Whipple sagt diesen Satz in Ramin Bahranis spannendem Drama mit voller Überzeugung. Es geht um das Herz der US-Gesellschaft, um die Familie. An der gilt es festzuhalten „Um jeden Preis“, sie ist intakt, zumindest nach außen, auch wenn innen die Werte wanken, das Zusammensein vor der Zerreißprobe steht und es nicht gerade gut aussieht für die Whipples in Zeiten modernen wirtschaftlichen Wandels. Seit drei Generationen betreiben sie erfolgreich Mais-Anbau in Iowa. Den permanent gute Laune ausstrahlenden Henry plagen Sorgen, nicht nur sein dickköpfiger Vater macht ihm das Leben schwer, sein ältester Sohn hat das Weite gesucht und schickt nur noch Ansichtskarten aus den Anden, der jüngere will lieber Rennfahrer werden als in vierter Generation die Farm zu übernehmen und die Gattin grämt sich über seinen Seitensprung. Als er noch in Verdacht gerät, hinter dem Rücken eines Großkonzerns (Monsanto lässt grüßen) mit gentechnisch verändertem Saatgut Geschäfte gemacht zu haben, droht der finanzielle Ruin.

    Die Kornkammer Amerikas zeichnet Bahrani nicht als ländliche Idylle, sondern als von Profitdenken geprägtes Haifischbecken, in dem jeder dem anderen Kunden abjagt und nur ans eigene Überleben denkt. Wie ein Mantra heißt es in der neuen Agrarwirtschaft „Expandier oder stirb“. Wer seinen Grundbesitz nicht vergrößert, fliegt raus aus dem Geschäft (Get Big or Get Out). Mehr Hektar zählen mehr als Freunde, Nachbarn oder Gemeinschaft. Neben der privaten Familiengeschichte mit ihren geplatzten Träumen und existenziellen Dramen, beeindruckt der Blick auf den Mittleren Westen, wo der Ellenbogen-Kapitalismus gewachsene Strukturen zerstört und der Wettbewerb ebenso hart ist wie im Rest von God’s own Country. Den Kontrast zu fast pittoresken Kamerafahrten über wogende Felder und landschaftliche Weite bilden sozialrealistische Szenen einer Gegenwart, die nur Gewinner kennt. Bezeichnend für den ökonomischen Druck schon eine der ersten Szenen. Da versucht Henry mit dem sich windenden Filius im Schlepptau schamlos bei einer Beerdigung den Trauernden ein 80-Hektar-Erbe abzuluchsen. Trotz größerem Budget und berühmten Cast (Dennis Quaid und Zac Efron als familiäre Gegenspieler) bleibt Bahrani sich treu und kratzt wie in seinen früheren Filmen „Man Push Cart“, „Copy Shop“ oder „Goodbye Solo“ am Mythos vom amerikanischen Traum. Wenn am Ende beim Fest für die Kunden die Whipples scheinbar unbeschwert in die Zukunft tanzen, sind deren Schatten schon zu ahnen. mk.

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