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Über Wasser

   Kinostart: 19.06.2008

Über Wasser - Menschen und gelbe Kanister: Gelungene Dokumentation, die sich anhand dreier Kapitel mit der wechselhaften Beziehung zwischen Mensch und Wasser beschäftigt.

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Filmhandlung und Hintergrund

Gelungene Dokumentation, die sich anhand dreier Kapitel mit der wechselhaften Beziehung zwischen Mensch und Wasser beschäftigt.

In verschiedenen Teilen der Erde hat Wasser - anders als bei uns - ganz existenzielle Bedeutung: Die ständigen Überschwemmungen in Bangladesch zwingen Bauern zum Wassernomadentum, um sich den Naturgewalten anzupassen. In Kasachstan hingegen hat sich der Aralsee in eine Wüste verwandelt, wo gestrandete Schiffswracks rosten. Im größten Slum von Nairobi ist Wasser ein wertvolles Handelsgut und dort am teuersten, wo die Menschen am ärmsten sind.

Drei Kapitel schlägt Dokumentarfilmer Udo Maurer auf - über den Umgang der Menschheit mit dem Element Wasser. Spannend und unmittelbar entdeckt er die Probleme der Menschen in den Randgebieten unserer Zivilisation und eröffnet neue Ansichten zu der essenziellen Ressource.

Sie liegen jeweils an einem anderen Ende der Erde und haben doch das gemeinsame Problem Wasser: Bangladesh, der Aralsee und Nairobi. Doch auch wenn die drei Regionen mit Schwierigkeiten zu kämpfen haben, die alle das nasse Gut als Auslöser haben, könnten deren Auswirkungen nicht unterschiedlicher sein: Während sich die Menschen in Bangladesh vor den Wassermassen nicht retten können, ist der ehemals viertgrößte Binnensee der Welt, der Aralsee in Kasachstan, vom Austrocknen bedroht. Und in Nairobi ist die Wasserversorgung längst Teil des kapitalistischen Marktes geworden.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Regisseur Udo Maurer wendet sich in seinem Dokumentarfilm "Über Wasser" drei Teilen der Erde mit jeweils ganz eigenem Zugang zum Thema "Wasser" zu. Eines steht bei allen drei Orten im Vordergrund: Wasser ist elementarer Bestandteil des Alltags, des Lebens und des Überlebens. Dabei unterlegt Maurer seine Kapitel nicht mit einem Off-Kommentar, sondern lässt die Menschen vor Ort zu Wort kommen. Sie erzählen ganz nüchtern von ihrer gegenwärtigen Situation.

      Und so trifft man hier auf Bauern in Bangladesch, die im Laufe der letzten Jahre viele Male umziehen mussten, weil die der Fluss ihre Felder weggespült hat. Ob und in wie weit der Klimawandel Ursache für die immer stärker ausfallenden Überflutungen ist, wird dabei nicht gesagt. Dass die Menschen nicht unschuldig an ihrer Lage sind, spricht der Film zwar nicht immer direkt an, macht es aber dennoch zwischen den Zeilen deutlich.

      Um die Schuld der Menschen am Austrocknen des Aralsees bei Aralsk darzustellen genügt Maurer das Einspielen eines alten Propagandafilms. In ihm wird in schwärmerischen Worten das Landgewinnungsprojekt beworben, das aus der Wüste blühende Felder machen sollte. Anstelle wirtschaftlichen Aufschwungs trat allerdings wirtschaftliche Armut und wie sehr die Menschen den See brauchen merken sie erst, wenn er nicht mehr da ist.

      Der Film regt in vielerlei Hinsicht zum Nachdenken an. Udo Maurer nimmt den Zuschauer dabei nicht an die Hand, sondern lässt ihn selbst beobachten und entdecken. Dabei stellt er ganz unauffällig unsere Selbstverständlichkeit im Umgang mit Wasser infrage und zeigt uns mit Hilfe von gleichermaßen beeindruckenden wie beängstigenden Bildern, wie wichtig uns dieser Grundstoff des Lebens sein sollte.

      Fazit: "Über Wasser" ist eine sehr sehenswerte Dokumentation über ein elementares Thema.
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    2. Über Wasser: Gelungene Dokumentation, die sich anhand dreier Kapitel mit der wechselhaften Beziehung zwischen Mensch und Wasser beschäftigt.

      In einer essayistischen Reise zu drei Erdwinkeln erörtert der österreichische Dokumentarfilmer Udo Maurer die Bedeutung des Wassers für die Menschheit, hinterfragt den Umgang damit und die verhängnisvolle Abhängigkeit davon.

      Für jeden, der (noch) glaubt, Wasser komme unbegrenzt aus der Leitung, öffnet Maurers hervorragender Beitrag die Augen: Wasser ist in der Tat nicht selbstverständlich, wiewohl substanziell. Wie stark unsere Existenz von dem kostbaren Gut abhängt und wie extrem es unser Leben beeinflussen kann, illustrieren drei nachdenklich stimmende Kapitel. Bangladesh, der Aralsee und Nairobi sind die drei Zielpunkte, aber auch Konfliktherde, in denen Menschen diese enge Relation auf die harte Tour begreifen lernen.

      Bangladesh bedeutet übersetzt nasses Land - die jährlichen Überschwemmungen durch den Monsun zwingen Hunderttausende armer Bauern dazu, unfreiwillig Nomaden zu werden. Im am dichtesten besiedelten Flächenstaat der Welt weist das Mündungsgebiet des Brahmaputra Hunderte Sandbänke und Schwemmlandinseln auf, welche die Heimat für Millionen Bewohner darstellen. Ihre Ernte, ihre Häuser und ihre Existenz werden permanent vom steigenden Meeresspiegel bedroht. In sich ruhende Einstellungen bezeugen ihre Not, ohne aufdringlichen Gestus oder Off-Kommentar, aber einfühlsam und interessiert am Menschen, was viele aussagekräftige Interviews belegen. Das ist stilistisch erstklassig und informiert überdies mit Texteinblendungen.

      Nach dem zu viel kommt das zu wenig: Der Aralsee in Kasachstan verdorrt seit Jahrzehnten. In der Salzsteppe verrosten alte Fischerflotten im Wüstensand. Ein irreversibler Prozess, entfacht durch kommunistischen Planwirtschafts-Größenwahn, übernommen vom fortschreitenden Klimawandel. Arbeitslose Fischer träumen von blauen Fluten, die nie wieder kehren werden. Kenias Hauptstadt Nairobi und ihr Slum Kibera, der größte Afrikas, bilden den dritten Part: Gelbe Kanister sind zum Sinnbild für das Leben geworden. In ihnen transportieren die Einwohner Wasser, das sie aus zahllosen illegalen Leitungen für teures Geld erstehen. Das Nass ist längst kein Grundrecht mehr, sondern knallhart kalkulierte Handelsware.

      Dieses kluge Triptychon spornt an zum Weiterdenken, spürt der Lebenswirklichkeit jener Orte zwingend nach, beschließt die Reisen jeweils mit einem Lied über Wasser. Der einzige Nachteil darf dennoch nicht verschwiegen werden: Nach drei Kapiteln und nur 80 Minuten Laufzeit ist die fabelhafte Doku bereits vorbei. tk.
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