Filmhandlung und Hintergrund

Skurriles Buddy-Movie mit trockenem Humor um das Zusammentreffen eines Lebenskünstlers und eines alten Psychologen mit NS-Vergangenheit.

Nick Gutlicht ist ein Herumtreiber und Kleinkrimineller, der alte Bücher liebt. Weil er Schulden hat, übernachtet er in Wohnungen, deren Besitzer in Urlaub sind. In einer Villa am See trifft er noch auf Bewohner. Er gibt sich kurzerhand als der bestellte Housesitter aus und muss sich das neue Domizil mit einem sturen alten Mann, den ehemals berühmten und an Gedächtnisverlust leidenden Psychologen Curt Ledig, teilen. Der betrachtet Nick als willkommenes Studienobjekt und probiert eine spezielle Therapie an ihm aus.

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Kritikerrezensionen

    1. In der Buddy-Komödie "Über-Ich und Du" spielt, wie es der Titel andeutet, die Psychoanalyse eine wichtige Rolle. Ein alter Therapeut und Wissenschaftler und ein jüngerer Halbganove bringen gegenseitig Bewegung in ihre Gemütsprobleme. Diese Zweckgemeinschaft wirkt manchmal komisch, häufiger aber nur rätselhaft. Regisseur Benjamin Heisenberg ("Schläfer", "Räuber") wildert mit diebischem Vergnügen im Themenpark des Tiefgründigen und führt den Zuschauer dabei ganz schön an der Nase herum.

      Das Problem der Komödie ist die Lässigkeit, mit der sie komplexe Themen streift, zu verflechten beginnt und es sich dann anders überlegt. Der alte Psychologe Curt will seinen Vortrag auf einem Symposium in wenigen Tagen der eigenen Vergangenheit im Dritten Reich widmen. Immer, wenn diese Zeit von jemandem erwähnt wird, fängt Curts Augenlid wie wild zu zucken an. Aber die solchermaßen angekündigte Enthüllung bleibt aus. Was an Nick wiederum so speziell sein soll, dass der Alte ihn als „schamhaft anal, latent ödipal" beschreibt, wird auch nie erklärt. Die Küchenphobie, eine weiße Katze, Ticks, die den Besitzer wechseln, weil Curt und Nick eh irgendwie eine Einheit bilden: Das alles könnte etwas bedeuten, muss es aber nicht.

      Dabei hat vor allem Nick, von Georg Friedrich als uriger, prolliger Typ gespielt und mit österreichischem Akzent beschenkt, immer wieder launige Dialogzeilen. Er ist der Underdog, der die Dinge völlig illusionsfrei auf den Punkt bringt – und dabei die schnöselige Verwandtschaft von Curt schockiert. Im Schlepptau dieses windigen Kerls kommen skurrile Figuren in den Film wie sein Zahnarzt (Eisi Gulp) oder eine Ganovenchefin, die von allen nur Mutter (Maria Hofstätter) genannt wird. Curt wiederum nimmt seinen Fahrer Nick einmal zu seiner Analytikerfreundin, Frau Tischmann (Elisabeth Orth), mit. Dort sitzen die beiden Alten dann auf der Terrasse und schauen Nick und einer jungen Hausgehilfin beim Baden im Pool zu, wie Eltern, die die sozialen Fortschritte ihrer Kleinen beobachten. Das ist eine der witzigsten Szenen des Films, der seine vielen interessanten Ansätze leider nicht zu einer sinnstiftenden roten Linie zusamenführt.

      Fazit: Ist das zuckende Auge ein Symptom und wenn ja, wofür? Wer in die pseudointellektuelle Komödie "Über-Ich und Du" hineinschaut, erntet Ratlosigkeit.
    2. Über-Ich und Du: Skurriles Buddy-Movie mit trockenem Humor um das Zusammentreffen eines Lebenskünstlers und eines alten Psychologen mit NS-Vergangenheit.

      Skurriles Buddy-Movie mit trockenem Humor um das Zusammentreffen eines Lebenskünstlers und eines alten Psychologen mit NS-Vergangenheit.

      Ein schräges Stück, bei dem die Genrezuordnung schwer fällt, ist diese leichtfüßig, mit zurückhaltend trockenen Humor und Schmäh erzählte und skurrile (Tragi)Komödie um das Zusammentreffen zweier gegensätzlicher Typen. Der bislang komischste Film des preisgekrönten Regisseurs Benjamin Heisenberg („Schläfer“, „Der Räuber“) ist gleichzeitig eine ironische Betrachtung der Psychotherapie.

      Seine Protagonisten bilden ein wahrhaft seltsames Paar. Nick Gutlicht (Georg Friedrich) ist ein Herumtreiber und Kleinkrimineller, der alte Bücher (und eine Buchhändlerin) liebt und weil er Schulden hat, in Wohnungen übernachtet, deren Besitzer im Urlaub weilen. In einer Villa am See trifft er allerdings auf die Bewohner. Er gibt sich kurzerhand als der bestellte Housesitter aus und muss sich das neue Domizil mit einem sturen alten Mann, den ehemals berühmten und an Gedächtnisverlust und Küchenphobie leidenden Psychologen Curt Ledig (André Wilms), teilen. Der scheinbar hilflose Curt betrachtet Nick als willkommenes Studienobjekt und probiert eine spezielle Therapie an ihm aus. Eine Küchenphobie wird von dem einen auf den anderen übertragen, der „Patient“ in der Erde bis zum Kopf eingegraben.

      Absurde Momente wie diese, fröhliche, von der Musik unterstützte Situationskomik wechseln sich ab mit philosophischen Gedankenspielen und tragischen Momenten. Beim mäandernden, immer wieder überraschenden Verlauf der Geschichte trifft eine Räuberpistole auf ein Familiendrama in den Alpen – und all das meist mit Understatement serviert. „Über-Ich und Du“ lebt von seinen skurrilen Figuren, etwa einer österreichischen Ma Baker oder Eisi Gulps Zahnarztfreund von Nick, und natürlich der Präsenz der beiden Haupdarsteller, Georg Friedrich in seinem Element als missmutiger Kleinkrimineller, und André Wilms auch mal bewegend als Professor, der auch eine Therapie für sich sucht. „Über-Ich und Du“ verbindet skurril Tiefgründiges und Leichtes. hai.

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