Über die Grenze: Alles auf eine Karte

  1. Ø 3.2
   2017
Über die Grenze: Alles auf eine Karte Poster

Filmhandlung und Hintergrund

Über die Grenze: Alles auf eine Karte: Pilotfilm zu einer Krimireihe über eine deutsch-französische Polizeieinheit im badisch-elsässischen Grenzgebiet.

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Der Auftakt der neuen Donnerstagsreihe mit Thomas Sarbacher als Leiter einer deutsch-französischen Ermittlergruppe ist ein knallharter Thriller.

    Solche Drehbücher schreibt hierzulande sonst nur Holger Karsten Schmidt: „Alles auf eine Karte“ ist ein Thriller mit mehreren Exekutionen, einer Entführung und einer Vergewaltigung. Das Opfer ist ausgerechnet die Tochter eines leitenden Mitglieds der deutsch-französischen Einheit GZ, die im Raum Baden/Elsass grenzübergreifende Verbrechen bekämpft. Ohne lange Vorgeschichte stürzen die beiden Autorinnen Felice Götze und Sabine Radebold ihre Heldin und damit auch die Zuschauer in ein Abenteuer, das für die Hauptfigur zum grausamen Erlebnis wird. Wer dank Donnerstagsreihen wie „Bozen-Krimi“, „Kommissar Dupin“ oder den Donna-Leon-Adaptionen einen vergleichsweise gemütlichen Film erwartet, wird verstört das Weite suchen: Was Action, Brutalität und Spannung angeht, entspricht der Auftakt zu „Über die Grenze“ eher den Parametern von ARD-Samstags-Produktionen wie den Craig-Russell-Verfilmungen mit Peter Lohmeyer; gegen „Über die Grenze“ sind die anderen Reihen harmlose Blümchenkrimis.

    „Fick dich, du Fotze“ ist der erste Satz des Films und ein treffender Vorgeschmack auf die weiteren neunzig Minuten. Am Ende werden die gleichen Wörter auch den grimmigen Schlusspunkt markieren. Dazwischen erzählen Buch und Regie (Michael Rowitz) eine Geschichte, die sich nur wenige Momente der Entspannung gönnt: Als die Gangster Marquardt und Jangy (Sebastian Hülk, Rick Okon) ein Wettbüro überfallen und die Polizei den Tatort einkreist, nehmen die Verbrecher eine junge Frau als Geisel. Was sie nicht ahnen: Leni ist die Tochter von GZ-Leiter Steffen Herold (Thomas Sarbacher). Der unberechenbare Marquardt schießt einem von Herolds Männern in den Kopf, dann hauen die beiden mit Leni nach Frankreich ab, wo sie versucht, das Spiel der beiden mitzuspielen. Die drei besuchen eine Disco, tanzen, trinken, schnupfen Kokain und wirken wie gute Freunde, die großen Spaß miteinander haben. Das bittere Ende folgt am nächsten Morgen.

    Nicht nur die drastische Story, auch die Machart unterscheidet „Alles auf eine Karte“ deutlich von allen anderen Krimireihen der Degeto. Das gilt vor allem für die Bildgestaltung, weil Stefan Unterberger mit seiner agilen Kamera zuweilen an die Grenze des Erträglichen geht. Gerade in den Actionszenen vermitteln nicht nur die schnellen Schnittpassagen, sondern auch die vielen gerissenen Schwenks und die ruckigen Zooms ungemein viel Dynamik und Unruhe. Erzähltempo und optischer Aufwand sind ohnehin enorm, ständig wechseln die Schauplätze; die Thriller-Musik von Helmut Zerlett sorgt für die passende Untermalung. Am 14. Dezember zeigt die ARD einen zweiten Film, „Gesetzlos“. Nach dessen Ausstrahlung wird die ARD entscheiden, ob das GZ noch weitere Fälle bekommt. tpg.

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