U-Turn - Kein Weg zurück

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   1997
U-Turn - Kein Weg zurück Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

U-Turn - Kein Weg zurück: Hommage an den Film Noir zwischen grotesker Burleske und finsterem Alptraum in assoziativem Filmstil.

Auf dem Weg nach Las Vegas, um Spielschulden zu begleichen, die ihn bereits zwei Finger gekostet haben, zwingt eine Autopanne Glücksritter Bobby Cooper zum Zwischenstop in dem trostlosen Wüstenkaff Superior. Dort endgültig vom Glück verlassen, nimmt er einen Mord-Auftrag des mächtigsten Mannes am Ort an, in dem niemand das ist, was er zu sein scheint..

Um seine Schulden zu begleichen, macht sich der Glücksspieler Bobby Cooper auf den Weg nach Las Vegas. Als ihm der Kühlerschlauch seines Wagens platzt, muß er in dem Wüsten-Kaff Superior Halt machen. Dort läßt er sich auf eine Affäre mit der hübschen Grace ein. Von nun an hat er nicht nur die russische Mafia, sondern auch Graces eifersüchtigen Ehemann Jake, einen durchtriebenen Immobilienmakler, am Hals. Als dieser seinem Nebenbuhler vorschlägt, die untreue Gattin für 20.000 Dollar zu beseitigen, gerät Bobby in ein teuflisches Intrigenspiel.

Unglücksrabe Bobby landet wegen einer Autopanne in einem Wüstenkaff. Weil er Spielschulden zurückzahlen muß, nimmt er einen Mordauftrag an. Thriller-Hommage an den Film Noir zwischen Groteske und finsterem Alptraum, rasant geschnitten von Oliver Stone.

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Kritikerrezensionen

  • Während seinen Figuren in der blut- und dreckverkrusteten Hommage an die existentiellen Krimis des Film noir ein Weg zurück versagt bleibt, gelingt Oliver Stone mit „U-Turn“ ein eben solcher, eine Kehrtwendung aus dem Stand: Ohne sich ein politisches oder soziales Anliegen aufs Banner zu schreiben, überzeugt der Regisseur in diesem B-Movie (42 Drehtage, Budget: 20 Mio. Dollar) mit seiner bloßen Virtuosität als Filmemacher. Innerhalb der Parameter des Genres, und zielsicher zwischen grotesker Burleske und finsterem Alptraum pendelnd, läßt Stone seine brillant besetzte Variante von „Red Rock West“ mit beängstigender Konsequenz und einer Wildheit Amok laufen, die im amerikanischen Film ihresgleichen sucht.

    Ganz bewußt hat sich Oliver Stone eine der ältesten Geschichten ausgesucht, die das Kino kennt – nur um sie nach allen Regeln der Kunst auf den Kopf zu stellen. Auf dem Weg nach Las Vegas, um Spielschulden zu begleichen, die ihm bereits zwei Finger gekostet haben, zwingt eine Autopanne den Glücksritter Bobby Cooper zum Zwischenstop in dem trostlosen Wüstenkaff Superior, das sich als dauerhafte Sackgasse entpuppt. Eine Verkettung unglücklicher Umstände – Frauen machen sich an Bobby ran, ihre Männer quittieren das mit Faustschlägen, sein Geld wird bei einem Supermarkt-Überfall in Fetzen geschossen, die Russenmafia heftet sich an seine Fersen – treibt den verzweifelten Bobby in die Arme von Jake McKenna, dem mächtigsten Mann der Stadt, der einen perfiden Mordauftrag bereit hält.

    Das ist der Startschuß für einen Spießrutenlauf, in dem jeder mit verdeckten Karten spielt und nichts und niemand ist, was er scheint. Bis zum kompromißlosen Showdown in einem verlassenen Canyon hat sich Stone mit unzähligen Wendungen und finsterem Humor durch einen Themenkatalog gekämpft, der Mord, Inzest, Vergewaltigung und immer wieder Intrigen umfaßt. Stone bedient sich in dem pechschwarzen Morality Play, in dem die Killer alles andere als natural born sind und jeder Mord schwer auf ihrem Gewissen lastet, sowohl bei Vorbildern der Schwarzen Serie und klassischen Westernmotiven (vor allem King Vidors „Duell in der Sonne“) wie auch bei der Hardboiled-Literatur eines Jim Thompson. Natürlich sucht man nach dessen cooler Ökonomie vergeblich, denn Subtilität gehört nicht zu den Stärken Oliver Stones, bei dem jedes Bild eines Films zählt, keine Bewegung zufällig passiert. Zuletzt setzte Stone in „Nixon“ seinen assoziativen Filmstil ein, in dem Blitzmontagen aus verschiedenem Filmmaterial, unterschiedlich stark belichteter Film, Jump Cuts und verschiedene Geschwindigkeiten wechseln, um wie mit einem Röntgenblick in das Innere einer realen Person zu schauen und ihre Gedankengänge zu visualisieren. Noch einen Tick perfekter wendet Stone diese hypnotische Technik nun in „U-Turn“ an. Mit von Schmerzmitteln getrübtem Blick erlebt der tragische Antiheld sein Schicksal wie in einer Halbwelt aus Realität und Fiebertraum. Handfestes vermengt sich mit beinahe surrealen Elementen, wie das Treffen von Bobby mit einem blinden Penner am Straßenrand (Jon Voight als indianischer Todesbote) und seine Diskussionen mit dem bizarren Mechaniker Darrell (Billy Bob Thornton als Inbegriff des White-Trash-Rednecks) – bis das dräuende Unwetter sich in einer exzessiven Bluttat Bahn bricht, die für viel Diskussionen sorgen wird.

    Natürlich ist „U-Turn“ visueller Overkill, eine Art „Zeit nach Mitternacht“ im Delirium tremens. Aber es ist auch ein Film voll roher Energie, der Fehltritte (nervend: Stones altbekannte Verweise auf Schamanentum und Raubtier-Symbolik) spielend auffängt und starke Schauspielerauftritte – allen voran Sean Penn als notorischer Verlierer, Jennifer Lopez als Femme fatale mit gutem Grund für ihre Intriganz sowie Nick Nolte als gewalttätiger Lee-Marvin-Verschnitt – zu bieten hat. Natürlich ist das Gezeigte nicht jedermanns Sache, aber Oliver Stone hat sehr bewußt einen Männerfilm gemacht, der Unterhaltung ausschließlich für Erwachsene bietet. ts.

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