Filmhandlung und Hintergrund

Rabenschwarzes Thrillerdebüt aus England in bester "Kleine Morde unter Freunden"-Tradition.

Die Lewis-Familie aus Swansea, einem kleinen Industriekaff in Wales, hält sich mit Einfallsreichtum und Gelegenheitskriminalität mehr schlecht als recht über Wasser. Als man jedoch mit dem lokalen Baulöwen aneinandergerät, schlägt dieser mit aller Brutalität zurück und es kommt zu Todesfällen. Da aber drehen die Lewis-Zwillinge erst richtig auf.

Swansea, Südwales. Jeremy und Julian Lewis sind ungehobelte Zwillinge, die nicht viel anderes im Sinn haben, als Autos zu stehlen und Marihuana zu rauchen. Doch dann fällt ihr Vater, der Bauarbeiter Fatty Lewis, vom Gerüst und weckt dadurch den Familiensinn seiner beiden nichtsnutzigen Söhne. Sie verlangen von dem Bauherrn und Lokal-Mafiosi Bryn Cartwright ein stattliches Schmerzensgeld - das sie natürlich nicht bekommen. Doch damit beschwört dieser erst recht die Rache der Lewis-Brüder herauf. Und die ist fürchterlich…

Die Zwillinge Jeremy und Julia versüßen sich ihren Alltag durch Drogenkonsum und kleinere Gaunereien. Als ihr Vater bei Bauarbeiten vom Gerüst fällt, wittert die gesamte Familie ein hohes Schmerzensgeld. Doch auch der verklagte Baulöwe ist mit allen Wassern gewaschen. Temporeiche Komödie mit tiefschwarzem britischen Humor.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Twin Town: Rabenschwarzes Thrillerdebüt aus England in bester "Kleine Morde unter Freunden"-Tradition.

    Mit „Trainspotting“-Tempo und „Kleine Morde unter Freunden“-Schwarz-Humor getimte und gespickte Grotesk-Komödie über die Rache der Lewis-Zwillinge an dem Mord ihrer Familie, den ein lokaler Bauunternehmer und Mafioso durch einen drogenabhängigen korrupten Polizisten begehen läßt. Der Kurzinhalt von Kevin Allens Debütfilm läßt bereits das makabre Potential erahnen, das dank ungeschönt alltagsharter und urkomischer Dialoge und verbaler Boshaftigkeiten wie ein Trommelfeuer ausgespuckt wird.

    Drehbuchautor Paul Durden hat seine Heimatstadt Swansea in Wales, ein Provinznest im Sinne des Wortes, als „a pretty shitty city“ bezeichnet, was zu Beginn im Dialog wiederaufgenommen wird und Erwartungen weckt, die der Film voll einlöst. Denn dieses Wales ist nicht das der liebevoll skurrilen Typen aus „Der Engländer, der auf einen Hügel stieg…“ oder der Kostüm-Kämpfer aus „Der erste Ritter“ und „Restoration“, sondern es ist eine Region gemeiner Intrigen, illegaler Deals und sozialdarwinistischen Manchester-Kapitalismus. So merkwürdig sich das anhört, aber genau diese explosive Mischung macht „Twin Town“ zu einem ungeschliffenen härteren Bruder von „Trainspotting“ und zu einem Film, der aus allen Gleisen rast.

    Entsprechend drastisch und wie Schläge in die Magengrube sehen die Aktionen aus: Was mit einem Bauunfall, Kunstrasenzerstörung und Wasserlassen auf einer Karaoke-Sägerin beginnt, steigert sich mit abgeschnittenem Pudelkopf, Wohnwagenexplosion und Erhängen in der Garagentür-Mechanik und doppeltem Seebegräbnis in die Abgründe pechschwarzer Leichenfarcen, als hätte Shakespeares kleiner Bruder die Elisabethanische Rachetragödie in die Moderne verpflanzt. In diesem Ambiente zwischen Kokaindeals und abgesprochenen Wetten, bestochenen Polizisten und flinken Massage-Frauen mit losem und ausgesprochen schlagfertigem Mundwerk gedeiht das Chaos-Potential prächtig.

    Gegenüber „Trainspotting“ ist das Timing etwas weniger rasant, doch die erst in der zweiten Hälfte auftrumpfenden Rache-Zwillinge reißen das Steuer immer wieder in unvorhergesehene Richtungen, ob sie spontan einen „Fish and Chips“-Stand in der Wildnis eröffnen oder mit geklauten Wagen Amok fahren. Die bei uns unbekannten Darsteller bringen den Vorteil unverbrauchter Gesichter mit sich, und die Vorgabe, die Zwillinge als O-je-oh-je-Debil-AG mit einfallsreichen Mordkünsten ohne jeden Hintergedanken an Moral zu zeichnen, steht in der Tradition britischer Krimi-, Leichen- und „Fitz“-Kunst. Ein echter Trainspotter mit entsprechendem trendy Soundtrack.ger.

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