Filmhandlung und Hintergrund

Warmherziger und amüsanter Jugendfilm über einen Jungen, der seinen unbekannten Vater in Griechenland kennenlernen will.

Tsatsiki schleicht sich für Tauchübungen ins geschlossene Hallenbad, um sobald wie möglich bereit für Griechenland zu sein, wo sein Vater, den er nur von Fotos kennt, Tintenfische fängt. Ein netter Polizist „rettet“ ihn. Er bringt den Jungen nach Hause zu seiner Mutter und quartiert sich kurzentschlossen als Untermieter ein. Tsatsiki fasst den Entschluss, ihn mit seiner Mutter zu verkuppeln.

Tsatsiki bereitet sich durch Tauchübungen im geschlossenen Hallenbad auf eine Fahrt nach Griechenland vor, wo sein leiblicher Vater leben soll. Ein netter Polizist erwischt ihn dabei, bringt ihn nach Hause zu seiner Mutter – und quartiert sich selbst kurzerhand dort ein. Warmherziger und amüsanter Jugendfilm mit originellen Einfällen.

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Kritikerrezensionen

  • Tsatsiki - Tintenfisch und erste Küsse: Warmherziger und amüsanter Jugendfilm über einen Jungen, der seinen unbekannten Vater in Griechenland kennenlernen will.

    Der dritte Spielfilm der jungen schwedischen Regisseurin Ella Lemhagen wird Kinder und Erwachsene gleichermaßen in den Bann ziehen. Erzählt wird die witzige, warmherzige und streckenweise auch etwas traurige Geschichte eines kleinen Jungen, der endlich seinen Vater in Griechenland kennenlernen will. „Tsatsiki“, der in Schweden zu den erfolgreichsten Filmen des letzten Jahres gehörte, gewann bereits zahlreiche Filmpreise, darunter den Gläsernen Bären in Berlin 2000.

    Die Schweden leben einfach am Puls der Zeit. Während in den USA und hierzulande in den Medien immer noch Familien nach dem traditionellen Schema dominieren, reagieren unsere skandinavischen Nachbarn schneller auf die realen Verhältnisse. Im IKEA-Katalog finden sich in den Musterwohnungen alle Arten von Familienkonstellationen, darunter alleinerziehende Mütter, multikulturelle Paare und Wochenendväter. Was der Werbung recht ist, kann dem Kino nur billig sein. Ella Lemhagen erzählt in ihrem dritten Spielfilm eine Geschichte aus dem wirklichen Leben. Tobias Johansson, der sich selbst Tsatsiki nennt, ist acht Jahre alt und wächst bei seiner Mutter Tina in Stockholm auf. Tina ist alles andere als eine konventionelle Mutter: Um eines Tages den großen Durchbruch zu haben, übt sie täglich mit ihrer Rockband, mit deren Bassisten sie eine Affäre hat. Das Reihenhäuschen befindet sich im mittleren Chaos, das Abendessen wird beim Asia-Heimservice bestellt und das Geld ist immer knapp. Obwohl Tina ständig etwas zu tun hat, ist sie doch da, wenn ihr Sohn sie braucht. Seinen Vater hat Tsatsiki nie kennengelernt – er war ein Urlaubsflirt seiner Mutter auf einer Reise nach Kreta. Tsatsiki hat nur ein Foto von ihm und weiß, dass er ein versierter Tintenfisch-Fischer ist – was Tsatsiki dazu veranlasst, ehrgeizig das Tauchen zu lernen, um seinem Vater irgendwann aufs Meer begleiten zu können. Eines Tages lernt Tsatsiki den Motorradpolizisten Göran kennen, der bei Mutter und Sohn spontan als Untermieter einzieht. Tina ist zunächst wenig begeistert von dem herzensguten aber konventionellen Göran, doch Tsatsikis Verkuppelungsversuche versprechen Erfolg – bis sich Tina wieder ihrem Bandkollegen zuwendet. Tsatsiki versucht seinerseits bei seiner Klassenkameradin Maria zu landen und erkundet mit seinem Freund Per die Mädchen. Nach einem furiosen Auftritt hat Tinas Band einen Plattenvertrag in der Tasche und Tsatsiki besteht darauf, endlich nach Griechenland zu fahren. Die Suche nach seinem Vater verläuft jedoch anders als erwartet.

    Lange kam nicht mehr ein so schöner Kinderfilm in die Kinos. Vor einem ernsten Hintergrund wird eine liebevolle, fantasievolle Geschichte erzählt, die auf zwei Kinderbuch-Bestsellern von Moni Brännström basiert. Das besondere an „Tsatsiki“ ist, dass das überaus zeitgemäße Umfeld des Jungen zwar klar beschrieben wird, der Film jedoch zu keinem Zeitpunkt in ein langweiliges, sozialpädagogisches Realdrama abzugleiten droht. Ella Lemhagen trifft mit ihrer feinsinnigen Inszenierung genau die Stimmung. Sehr zu Gute kommt ihr dabei das bis in die Nebenrollen exzellente Casting. Der niedliche Samuel Haus gibt mit der Rolle des Tsatsiki sein Schauspieldebüt und legt für sein Alter eine fast schon erschreckende Professionalität an den Tag. Eine Entdeckung ist auch der Theaterschauspieler Jacob Ericksson als Kinderfreund Göran. Kameramann Anders Bohman spielt in einigen Sequenzen mit den skandinavisch-klaren Kulissen von Stockholm und kreiert ästhetische, graphische Bilder. Neben all den Fantasy-Märchen für Kinder ist es erfrischend, ab und zu Geschichten aus dem echten Leben zu sehen. Es bewahrheitet sich eben auch hier, was seit Astrid Lindgren ohnehin bekannt ist: Die Schweden erzählen einfach gute Kindergeschichten. Schön, dass sie auch im Kino hochwertige Abwechslung zu Pocketmonstern, Teletubbies und Konsorten bieten. zim.

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