True North

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   2006
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Filmhandlung und Hintergrund

True North: Erschütterndes Drama über schottische Hochseefischer, die aus finanzieller Not chinesische Flüchtlinge schmuggeln.

Das schottische Fischerboot Providence steht mit seiner Besatzung kurz vor dem Bankrott. Viel zu mager ist der Fang, um damit anstehende Rechnungen bezahlen zu können. Um wieder liquide zu werden, entschließt sich Maat Sean (Martin Compston), 20 illegale chinesische Immigranten nach Schottland zu schmuggeln. Kollege Riley (Peter Mullan) weiß davon, Seans Vater, der Kapitän (Gary Lewis), nicht. Weil sie nichts fangen, vegetieren die Chinesen unter Deck.

Eine menschliche Tragödie erzählt das mehrfach international ausgezeichnete Drama von Steve Hudson über die Kosten des Menschenschmuggels. Die bewegende, raue und abgründige Geschichte von fatalen Fehlentscheidungen klagt die moralische Verantwortung des Einzelnen ein.

Weil Fischfang die hohe Verschuldung durch das Boot nicht mehr auffangen kann, trifft Skippersohn Sean eine verhängnisvolle Entscheidung. Ohne seinen Vater zu informieren, versteckt er chinesische Flüchtlinge unter entwürdigenden Bedingungen im Frachtraum, um sie nach Großbritannien zu bringen. Als die Wahrheit ans Licht kommt, löst sie eine von Verzweiflung getriebene Tragödie aus, die Opfer auf beiden Seiten kostet.

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Kritikerrezensionen

  • Deutsch-irisch-englische Koproduktion über die Tragödie des Menschenschmuggels und schottische Hochseefischer, die darin verwickelt werden.

    Die Vita von Steve Hudson, Cambridge-Absolvent und Darsteller in deutschen TV-Produktionen („Verbotene Liebe“), nimmt eine weitere überraschende Wende. Das Regiedebüt des vielseitigen Briten, der auch das Drehbuch schrieb, präsentiert sich als kompetentes Drama mit Top-Darstellern und subtiler Erzählweise. Nichts führt hier ein dramatisches Ausrufezeichen, vieles wird nicht ausgesprochen, sondern nur angedeutet, dennoch erschüttert „True North“, ohne emotional zu manipulieren.

    Es beginnt mit chinesischen Flüchtlingen, die Argumentationen einüben, sollten sie von den Einwanderungsbehörden gestellt werden. Das Gesicht eines Mädchens, in deren Tränen sich die Wunden eines traumatischen Lebens zeigen, bleibt in Erinnerung – und das nicht ohne Grund. Su Lis Weg wird die vierköpfige Crew eines schottischen Fischkutters kreuzen. An Bord ein verklemmter Koch, ein lauter Spaßvogel (Peter Mullan), der wortkarge Skipper und sein Sohn (Martin Compston), der aus der Not, den immer ertragloseren Fischzügen, einen Ausweg sucht und eine verhängnisvolle Entscheidung trifft. In Ostende bringt er ohne Wissen des Vaters chinesische Emigranten an Bord, die er gegen gutes Geld nach Großbritannien bringen soll. Sie werden in den frostig-feuchten Laderaum gesperrt – nur dem Mädchen gelingt es, sich im Kajütenbereich zu verstecken. Ihre Entdeckung durch den Koch mündet in eine heikle, delikat inszenierte Szene, in der sich das Mitgefühl des Manns mit verdrängter sexueller Neugier mischt, die das Mädchen verängstigt und zu einem auch für den Koch schockierenden Angebot zwingt. Verzweiflung ist das dominante Motiv – auf beiden Seiten.

    Weil die Gruppe im Grunde gesichtslos bleibt und ihre entwürdigende Situation nur angedeutet wird, ist die kleine Chinesin Symbolfigur einer globalen Tragödie von Heimat- und Familienverlust, von einem Leben auf der Flucht und in der Fremde. Zu großen Teilen auf See spielend, beobachtet „True North“ das Beziehungsgefüge an Bord, den Kampf gegen raues Wetter und das distanzierte Verhältnis eines Vaters zum Sohn, das schließlich eine Tragödie auslöst. Unsentimental ist Hudsons Film, seine Empathie nicht ins Herz des Zuschauers gehämmert, sein Gewissen aber immer spürbar. Und seine Darsteller, drei davon Veteranen aus Ken-Loach-Filmen, sind beeindruckend. kob.

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