Traumland

  1. Ø 3.7
   2013

Traumland: Episodenfilm, in dem von Prostituierten, ihren Freiern und deren Familien an einem Heiligabend in Zürich erzählt wird.

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Filmhandlung und Hintergrund

Traumland: Episodenfilm, in dem von Prostituierten, ihren Freiern und deren Familien an einem Heiligabend in Zürich erzählt wird.

Weihnachten in Zürich: Sozialarbeiterin Judith kümmert sich um Prostituierte und geht mit ihrem Lover zum Sex heimlich ins Hotel. Mutter und Ehefrau Lena ist geschockt, als sie herausbekommt, dass ihr Mann zu Nutten geht. Der geschiedene Rolf versucht die Familienbande zur Ex und zur Tochter aufrecht zu erhalten. Die einsame Witwe Maria zieht auf der Suche nach Liebe Strapse an, um ihren Bekannten zu beeindrucken. Sie alle treffen auf die junge Bulgarin Mia, die auf dem Straßenstrich ihr Geld verdient.

Verschiedene sich fremde Menschen in Zürich die private Nöte gemein haben, treffen auf eine bulgarische Prostituierte. Eindringlicher Episodenfilm, der um Sex und die Suche nach Liebe an einem Heiligabend in Zürich erzählt.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Mit "Traumland" schuf Petra Biondina Volpe (Drehbücher zu "Heidi", "Lovely Louise") einen Gegen-Weihnachtsfilm, der die Schattenseiten der versöhnlichen Tage aufscheinen lässt. Bei aller Sehnsucht nach Nähe und der Überwindung von Einsamkeit treten Lügen und Klassengegensätze zutage in einem dichten Ensembledrama mit Anflügen von bitterem Humor. Für ihr Kinodebüt konnte die Schweizer Autorin und TV-Regisseurin unter anderen Almodóvar-Schauspielerin Marisa Paredes als pedantische spanische Witwe gewinnen, die zunächst aufgrund ihrer deutschen Dialoge Bedenken hatte, sich aber doch überzeugen ließ.

    Zum restlichen Personal gehören eine schwangere Ehefrau im Luxusbungalow und ihr untreuer Gatte, ein geschiedener Einzelgänger und seine ablehnende Tochter sowie eine ihre Grenzen auslotende Sozialarbeiterin, die auf der Suche nach Sex und Nähe an Heiligabend mit einer in Bedrängnis geratenen bulgarischen Prostituierten zusammen treffen. Mitunter wirkt dies etwas forciert, etwa wenn die desillusionierte Ehefrau Lena das Rotlicht-Geschöpf Mia nach ihrer Profession ausfragt. Ebenso scheinen einige Stereotypen ansatzweise auf, doch diese Klippen umschifft Volpe durch eine präzise Inszenierung und die Kunst ihrer Beobachtungsgabe.

    Trotz aller aufgeworfenen Probleme können sich einige der Charaktere letztlich doch wieder fangen. Dieser Umstand wirkt alles andere als versöhnlich. Einige besitzen nun einmal Wohlstand und einen Schweizer Pass, worauf andere nicht bauen können. Umso bitterer wirkt die Einstellung, in der die eidgenössische Flagge unbeschwert im Wind flattert. Ohnehin gehört Judith Kaufmanns nüchterne Kameraarbeit, die stets die Tristesse hinter Sauberkeit und Ordnung aufscheinen lässt, zur Stärke der dichten Sozialstudie. Weiße Christbäume, leuchtender Weihnachtsschmuck und harmonische Gesänge erzeugen eine brüchige Scheinwelt.

    Ein wenig erinnert das Ensembledrama, auch aufgrund der akribisch komponierten Einstellungen, an Ulrich Seidls böse Ausflüge in menschliche Abgründe, aber ohne dessen provokant-überdrehten Tonfall. Vielmehr offenbart sich Volpes Kritik an Konsumwelt und Egoismus in beiläufigen, bissigen Details wie ein Kreuz im Auto des rücksichtslosen Zuhälters oder ein Madonnenpuzzle. Über die Auszeichnungen für den Kameraschnitt und Darstellerin Ursina Lardi hinweg können das gesamte Ensemble und der unaufdringliche Elektroscore von "Apparat" alias Sascha Ring und Nackt punkten.

    Fazit: Das beklemmende Kinodebüt "Traumland" beschreibt ein Schweizer Albtraumland hinter verschneiter, schmucker Fassade, wobei die überzeugenden Darsteller und die nüchterne Kameraarbeit herausragen.
  • Auf diversen Festivals hochgelobter Film von Petra Volpe, der die Sexarbeit, ihre Protagonistinnen und die Freier und ihre Familien differenziert und ohne Voyeurismus betrachtet. Die erfahrene Judith Kaufmann liefert die atmosphärischen Bilder vom Zürcher Strich, von den zu Weihnachten herausgeputzten bürgerlichen Eigenheimen und den sie bevölkernden Menschen, die alle auf der Suche nach Liebe sind. Eine hochkarätige internationale Besetzung spielt engagiert und auch Newcomerin Luna Mijovic kann überzeugen in dem Episoden- und Ensemble-Stück, das berühren und schockieren kann.
  • Bisher war sie Insidern nur als Drehbuchautorin bekannt. Jetzt stellt Petra Volpe ihren ersten Spielfilm vor. Sie ließ sich für die Recherche und Umsetzung mehrere Jahre Zeit. Dafür konnte sie aber hochkarätige Kollegen, wie die Kamerafrau Judith Kaufmann (nominiert für den deutschen Kamerapreis 2014) und Cutter Hansjörg Weissbrich (2010 – Deutscher Filmpreis), gewinnen.
    Zürich an Heiligabend. Tiefer Winter und eine Großstadt im Schnee. Männer, Frauen und Familien die in unterschiedlichen, persönlichen Verhältnissen leben. Rolf (Andre Jung) ist geschieden und versucht verzweifelt wieder Kontakt zu seiner Tochter aufzubauen.
    Lena ((Ursina Lardi) ist schwanger und lebt mit ihrem Mann und Sohn in gut situierten Verhältnissen. Das intakte Familienleben bekommt einen Riß, als Lena einen Teil einer Verpackung mit der Aufschrift „Easy-Anal“ in ihrem Auto findet. Ihr Ehemann Martin (Devid Striesow) gibt nach einigem Zögern zu, sich ab und zu im Rotlichtmilieu aufzuhalten.
    Die Sozialarbeiterin Judith (Bettina Stucky) fühlt sich von ihrem Mann sexual vernachlässigt und trifft sich heimlich mit einem Lover im Stundenhotel. Als ihr Mann dahinter kommt, verläßt er sie. Die verwitwete Spanierin Maria (Marisa Paredes) möchte nicht länger allein sein und lädt einen Bekannten zum Weihnachtsessen ein. Das endet allerdings nicht so wie Maria sich das vorgestellt hat.
    Alle treffen an diesem Abend auf die Prostituierte Mia (Luna Zimic Mijovic), die im Rotlichtbezirk arbeitet und so gern ihre kleine Tochter wiedersehen möchte. Bei diesen Begegnungen mit dieser jungen Frau bröckeln sämtliche Fassaden und es treten Lügen, Begehren, Schmerz und Sehnsucht ans Tageslicht.
    Ein etwas anderer Weihnachtsfilm in dem die Kehrseite der Medaille gezeigt wird. Mit starken Bilder in Szene gesetzt und schauspielerisch überzeugend dargeboten.
    98 Minuten – kein Film für einen heiteren Kinoabend, aber trotzdem sehenswert.

    A.G.Wells
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