Filmhandlung und Hintergrund

TV-Heimatdrama.

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Kritikerrezensionen

  • Totentanz: TV-Heimatdrama.

    Mit dem im dritten Programm ausgestrahlten Allgäu-Krimi „Erntedank“ erreichte der Bayerische Rundfunk kürzlich bundesweit zwei Millionen Zuschauer. Diese Zahlen wird das Heimatdrama „Totentanz“ kaum erreichen, dabei ist der Film optisch und darstellerisch höchst sehenswert.

    Jenseits der Landesgrenzen wird man Schwierigkeiten haben, der Handlung überhaupt zu folgen: Die Figuren sprechen einen derart g’scherten Dialekt, dass man im Rest der Republik ohne Untertitel aufgeschmissen ist. Ähnlich konsequent kompromisslos setzt Corbinian Lippl, der nach einigen Dokumentationen für den BR-Sendeplatz „Unter unserem Himmel“ mit „Totentanz“ seinen ersten Spielfilm inszeniert hat, auch die Geschichte um. Das gilt vor allem für die Bildgestaltung (Peter Steuger). Gerade die Nachtaufnahmen sind sehr eindrucksvoll. Auch die oberbayerische Herbstlandschaft mit ihren wallenden Nebeln sind eine überaus angemessene Illustration für die emotionalen Verwirrungen der jungen Hauptfigur. Die Kamera ist zudem ständig in Bewegung, ohne dabei allerdings je hektisch zu wirken. Auf diese Weise sind die Bilder stets im Fluss, eine passende Analogie für die sich unaufhaltsam entwickelnde Geschichte: Nach Jahren des Stillstands kommt ein Jahrzehnte altes Geheimnis ans Licht, und die Beteiligten finden endlich Ruhe.

    „Totentanz“ knüpft an Tradition des Mysterienspiels an, und deshalb darf man bis zum Schluss rätseln, ob der Fremde, der zu Beginn ins Dorf kommt, Gottes Todesbote oder bloß ein Tourist ist. Kurz nach seiner Ankunft stirbt die Witwe des vor über zwanzig Jahren spurlos verschwundenen Sägewerkbesitzers. Der Fremde hatte ihr angeblich im Auftrag eines Anwalts eine alte Taschenuhr überbracht. Luis (Gabriel Raab), Sohn der Sägewerkspächter, ist übers Wochenende aus Rosenheim nach Hause gekommen, um mit Freundin Leni (Rosalie Thomass) seinen Geburtstag zu feiern. Der Fremde ist ihm instinktiv zutiefst suspekt, erst recht, als Tags drauf auch noch seine Mutter stirbt. Luis verändert sich und stößt vor allem Leni vor der Kopf. Allerdings liefert ihr Tod den Anlass für eine längst überfällige Aussprache zwischen Vater (Michael Mendl) und Sohn; Luis erfährt, warum sein Vater all die Jahre so distanziert war und was damals tatsächlich aus dem Sägewerksbesitzer geworden ist.

    Gerade die jungen Darsteller spielen ganz formidabel. Die wunderbare Rosalie Thomass ist längst aus dem Erfolgsschatten getreten, den ihr ein vielfach ausgezeichneter „Polizeiruf 110“ von Dominik Graf („Er sollte tot“, 2005) beschert hat. Und Gabriel Raab ist in seiner ersten Hauptrolle eine echte Entdeckung. Gleichzeitig Kontrast wie auch großartige Ergänzung ist Michael Mendl als krachlederner, einsilbiger Säger, dem die Gram einer alten Schuld das Kreuz gebeugt hat. tpg.

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