Filmhandlung und Hintergrund

TV-Thriller um die Aufklärung eines Frauenmords am Bosporus mit Heino Ferch und Jürgen Vogel als ungleiche Ermittler.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Tod in Istanbul: TV-Thriller um die Aufklärung eines Frauenmords am Bosporus mit Heino Ferch und Jürgen Vogel als ungleiche Ermittler.

    Wie kürzlich in seinem Thriller „Der Verdacht“ lässt Matti Geschonneck die Zuschauer auch in seinem jüngsten Krimi lange im Unklaren: Gemeinsam mit dem Helden hat man keine Ahnung, wer die Guten und wer die Bösen sind.

    Inhaltlich kann man die beiden Filme zwar kaum miteinander vergleichen, aber ein wesentliches dramaturgisches Prinzip ist identisch: Es gibt keinen Prolog, keine Einführung, keine Erklärungen, man ist gleich mittendrin; und entsprechend orientierungslos. Für einen Fernsehfilm ist das durchaus mutig, und zwar nicht nur, weil es eine Weile dauert, bis man die Handlung einigermaßen durchblickt. Entsprechend komplex ist die Handlung: Hauptkommissar Kleinert (Heino Ferch) verabredet sich mit seiner Freundin Carla in einem Hotel in Istanbul. Als er dort eintrifft, ist Carla tot. Der Mann, den er für den Mörder hält (Jürgen Vogel), entpuppt sich nicht nur als verdeckt ermittelnder BKA-Mitarbeiter, sondern auch als Ehemann der Toten. Kurz drauf werden ihre Mutter und ihre Tochter ermordet. Kleinert hat keine Ahnung, wo er da hineingeraten ist, wird zu allem Überfluss auch noch suspendiert, ermittelt aber auf eigene Faust weiter. Eine schöne BKA-Beamtin (Ina Weisse) ist auf seiner Seite, aber ganz sicher ist er sich nicht. Einzig ihr Chef (Peter Simonischek) scheint eine saubere Weste zu haben; aber auch er hatte eine Affäre mit Carla. Im Hintergrund, das wird etwa zur Hälfte des Films deutlich, geht es um internationalen Waffenhandel, aber das ist letztlich nur Mittel zum Zweck. Entscheidender ist das komplizierte Beziehungsgeflecht zwischen den vier einander belauernden Hauptfiguren, die bloß auf einen Fehler des anderen warten.

    Weil es der Film tunlichst vermeidet, sich auf eine Seite zu schlagen, bezieht die Geschichte ihren Unerhaltungswert aus der Ungewissheit, worauf das alles hinausläuft und wer hier mit wem unter einer Decke steckt. Das Drehbuch stammt von Hannah Hollinger, die seit 14 Jahren und 17 Filmen mit Geschonneck zusammenarbeitet. Die Seelenverwandtschaft von Autorin und Regisseur hat schon zu diversen bemerkenswerten Werken geführt (zuletzt „Entführt“ und „Hinter blinden Fenstern“). Gerade die mosaikhafte Konstruktion und der Mut, dass jede Antwort weitere Fragen aufwirft, machen den großen Reiz des Films aus. Und natürlich die vier Hauptdarsteller, ausnahmslos und sehr clever mit Sympathieträgern besetzt. „Wir wollten einen besonderen Film über das Spiel des Bösen machen“, sagt Hollinger über „Tod in Istanbul“. Und fügt hinzu, es habe ihr ungeheuren Spaß bereitet, dieses Buch zu schreiben. Das merkt man. tpg.

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