Tod einer Brieftaube

  1. Ø 5
   2012
Tod einer Brieftaube Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Tod einer Brieftaube: Hinnerk Schönemann in der Fortsetzung des ZDF-Krimis "Mörderisches Wespennest" vom Duo Imboden/Schmidt.

Ein Millionärssprössling ist entführt worden. Privatdetektiv Finn Zehender bietet dem Vater an, nach erfolgter Bezahlung und Freilassung des Sohnes das Lösegeld wiederzubeschaffen. Das ist jedoch schwieriger als gedacht, weil der Drahtzieher des Verbrechens überraschend skrupellos ist und außerdem auf unerwartete Hilfe bauen kann. Aber auch Zehender zieht nicht allein in den Kampf: Dank einer dreisten Lüge ist aus dem Dorfpolizisten Mühlfellner ein guter Freund geworden.

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Zweiter Finn-Zehender-Krimi mit Hinnerk Schönemann, mit dem das eingespielte Duo Markus Imboden und Autor Holger Karsten Schmidt ein weiteres Mal eine originelle Geschichte auf die Beine gestellt hat.

    Es liegt in der Natur der Sache, dass das Fernsehen alles andere als ein anarchisches Medium ist; sobald das Angebot allzu drastisch den Erwartungen zuwider läuft, laufen auch die Zuschauer davon. Gegen Konventionen allerdings kann man auch zur Hauptsendezeit verstoßen. Zwei, die das immer wieder lustvoll tun, sind der Regisseur Markus Imboden und der Autor Holger Karsten Schmidt. Die Hauptfigur ihrer Provinzkrimis wird bevorzugt von Hinnerk Schönemann verkörpert. Seine Kantigkeit passt perfekt in die leicht skurrile Welt, die Imboden und Schmidt schaffen.

    Das gilt auch für Finn Zehender, im vergangenen Jahr bereits Held von „Mörderisches Wespennest“. Eigentlich hat der Privatdetektiv eine ganze Menge Eigenschaften, die ihn alles andere als sympathisch machen; aber die Menschen um ihn herum sind weitaus korrupter als er. Und selbst wenn seine Motive zunächst eher selbstsüchtig sind: Letztlich erweist er sich dann doch als Moralist, der das Böse besiegen will. Das wiederum ist gar nicht so einfach, wenn sich schließlich rausstellt, dass vermeintliche Verbündete auf eigene Rechnung arbeiten.

    „Mörder auf Amrum“ war bislang der genialste Wurf von Imboden, Schmidt und Schönemann; prompt gab es einen Grimme-Preis für alle drei. An diese Klasse kommt „Tod einer Brieftaube“ nicht ran, aber selbst ein für die Verhältnisse dieses Trios durchschnittlicher Krimi ist immer noch mehr als bloß sehenswert; wenn einer ihrer Filme scheitert, dann allenfalls an den Erwartungen. Auch diesmal aber gelingt es Imboden und Schmidt, eine vermeintlich schlichte Geschichte faszinierend doppelbödig zu erzählen. Dabei geht es eigentlich um einen ganz einfachen Fall: Ein Millionärssprössling ist entführt worden. Zehender bietet sich an, nach erfolgter Bezahlung und Freilassung des Sohnes das Lösegeld wiederzubeschaffen; gegen einen erklecklichen Anteil, versteht sich. Das ist allerdings schwieriger als gedacht, weil der Drahtzieher (Jan-Gregor Kremp) überraschend skrupellos ist und außerdem auf unerwartete Hilfe bauen kann.

    Entscheidender als der Handlungskern ist ohnehin das Spiel mit dem Genre. Trotz aller komischen Momente ist „Tod einer Brieftaube“ keine Komödie, dafür wird auch viel zu beiläufig gemordet. Das Titeltier zum Beispiel muss gleich zu Beginn sein Leben lassen, weil Mühlfellner (Thomas Thieme), der Polizist aus „Wespennest“, seine Pistole ausprobiert und in die Luft schießt. Durch den Brief am Fuß der Taube wird der Detektiv überhaupt erst auf die Entführung aufmerksam. Mühlfellner, im letzten Abenteuer noch Gegenspieler, leidet nach einer Schussverletzung an einer Amnesie, so dass Zehender ihn kurzerhand zum Freund erklärt. Thieme, als Schauspieler grundsätzlich immer sehenswert, verkörpert die gern auch mal in brutale Cholerik umschlagende Begriffsstutzigkeit des Dörflers großartig. Zehenders nicht minder durchtriebene Freundin, Staatsanwältin Sonntag (Katja Danowski), ist gleichfalls mit von der Partie, und auch die bauernschlaue Polizistin Wippermann (Daniela Schulz) darf wieder mitmischen. Neben den Figuren, der stimmigen Musik (Detlef Petersen) und der Bildgestaltung (Peter von Haller) sind es jedoch vor allem die mal vordergründigen, mal subtilen inhaltlichen Details, die den großen Reiz des Films ausmachen. tpg.

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