Filmhandlung und Hintergrund

Realistisches Drama über die sozialen Bedingungen in China, erzählt am Schicksal einer jungen Frau, die von einem besseren Leben in Japan träumt, der aber das Geld für die Schleuser fehlt.

Die 19-jährige Ping hat nur einen Traum: ihre Heimat Malaysia auf immer zu verlassen und in Japan einen Job zu finden. Ein dubioser Automechaniker soll ihr Arbeit in Tokio vermitteln, doch will er dafür auch ordentlich entlohnt werden. Um das nötige Geld zusammenzubekommen, arbeitet Ping morgens in einer Schweinezucht und nachmittags als Tellerwäscherin. Doch die Jobs werfen noch immer nicht genug ab. Da versucht ihre Tante Madame Tien, sie in ihr zwielichtiges Geschäft einer „Baby-Fabrik“ zu involvieren, wo junge Frauen für illegale Einwanderer aus Burma Kinder austragen. Als Ping die wahren Absichten ihrer Tante erkennt, zieht sie alle Register.

Bilderstrecke starten(8 Bilder)
Alle Bilder und Videos zu Tiger Factory

Darsteller und Crew

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

0,0
0 Bewertung
5Sterne
 
(0)
4Sterne
 
(0)
3Sterne
 
(0)
2Sterne
 
(0)
1Stern
 
(0)

Wie bewertest du den Film?

Kritikerrezensionen

    1. Mit der harte Realität in armen asiatischen Regionen und der sexuellen Ausbeutung junger Frauen beschäftigt sich Ming Jin Woo in seiner sozialkritischen Studie. Japan steht für einen schwer erreichbaren Traum auf ein besseres Leben. Für die schweigsame Ping könnte ein scheinbar vertrauenswürdiger Schleuser Wünsche wahr werden lassen und ihr einen Job in Tokio beschaffen, doch ohne Vorabzahlung verweigert er jede Hilfeleistung. Für ihre herrische Tante muss das Mädchen nicht nur an zwei Arbeitsplätzen niedere Dienstleistungen verrichten, sondern dient auch als lukrative Babylieferantin. Gleich zu Beginn wird Ping mitgeteilt, dass ihr Neugeborenes tot geboren wurde, woraufhin sie mit einer geringen Prämie abgespeist wird.

      Ming Jin Woo stellt einen Zusammenhang her zwischen Pings Arbeit in der Schweinefabrik, wo den Tieren Sperma abgezapft wird (welches das Mädchen in Geldnöten heimlich veräußert), und der Zeugungsmaschinerie in einem schäbigen Hotel. Beides geschieht routiniert und mechanisch. Ping wird von ihrer verschlagenen Tante an der kurzen Leine gehalten, die über alle Schritte informiert scheint. Als das Mädchen einmal eine freundschaftliche Beziehung zu einem der bezahlten „Spermaspender“ aufbaut und er sie vor ihrer zwielichtigen Verwandten warnt, scheint es fast, als würde das Geschäft mit der künstlichen Fortpflanzung ins Stocken kommen. Emotionen sind im Handel mit ungeborenem Leben nicht erwünscht, weil sie die Rädchen der illegalen Zeugungskette ins Stocken bringen könnten. Auch Ping muss dies bald einsehen. Ohnehin fällt die Entlohnung für weibliche Babys weit geringer aus als für männliche. Allein darin äußert sich die niedrigere Stellung der Frau in der malaysischen Gesellschaftsordnung.

      „Tiger Factory“, der dank der Beteiligung der Hamburger Filmförderung in wenigen Kopien die deutschen Kinos erreicht, sieht man sein geringes Budget durchaus an. Die digitale Kamera folgt der duldsamen Protagonistin zu trostlosen Absteigen, in spartanisch eingerichtete Wohnungen und schäbige Arbeitsplätze. Die Schweißflecken der mitunter etwas unbeholfenen Akteure sind echt, weshalb sich trotz oder aufgrund der einfachen, skizzenhaften Machart ein authentisches Bild eines ausbeuterischen Systems einstellt. Den dokumentarischen Gestus unterstreicht Min Jin Woo, der sich von einem Zeitungsartikel zu seiner tragischen Studie inspirieren ließ, durch einen völligen Verzicht auf begleitende Musik, womit sentimentale oder melodramatische Elemente vermieden werden. „Tiger Factory“ bildet keinen Einzelfall ab, sondern alltägliche Realität. Letztlich muss Ping für ihre Entscheidungen auf dem Weg in eine vermeintlich glückliche Zukunft einen hohen emotionalen Preis zahlen.

      Fazit: Illusionslos-realistisches Porträt eines ausreisungswilligen Mädchens in den Mühlen des illegalen Babyhandels.
    2. Tiger Factory: Realistisches Drama über die sozialen Bedingungen in China, erzählt am Schicksal einer jungen Frau, die von einem besseren Leben in Japan träumt, der aber das Geld für die Schleuser fehlt.

      Was hier wie eine erfundene Geschichte anmutet, ist die traurige Realität über sexuelle Ausbeutung junger Frauen – nicht nur in Malaysia. Regisseur Woo Ming Jin („Monday Morning Glory“) ist durch einen Zeitungsartikel über eine Babyfabrik in der Nähe seines Wohnorts auf dieses ausbeuterische Geschäftsmodell aufmerksam geworden, und entschloss sich kurzerhand zu einem Film zu dem Thema. Durch die unaufgeregte und schlichte Machart erhält der Film erst seine Authentizität und bietet dem Zuschauer die Möglichkeit, sich allein dank der schauspielerischen Leistung einzufühlen.

    Kommentare