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Thomas Pynchon - A Journey Into the Mind of [p.]

Thomas Pynchon - A Journey Into the Mind of [p.]: Annäherung an die Biografie und den literarischen Kosmos des amerikanischen Schriftstellers Thomas Pynchon, der sich seit 30 Jahren der Öffentlichkeit verweigert.

Poster

Thomas Pynchon - A Journey Into the Mind of [p.]

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Handlung und Hintergrund

Der amerikanische Schriftsteller Thomas Pynchon, dessen Romane überaus komplex sind, verweigert sich seit fast 40 Jahren konsequent der Öffentlichkeit: Er lehnt Interviews ab, es gibt keine autorisierten Fotos von ihm. Journalisten, Betreiber von Pynchon-Websites, Ex-Geliebte und Schriftstellerkollegen kommen zu Wort.

Darsteller und Crew

  • Richard Lane
  • George Plimpton
  • Jules Siegel
  • Chrissie Wexler
  • Irwin Corey
  • James Bone
  • Fosco Dubini
  • Donatello Dubini
  • The Residents

Bilder

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Thomas Pynchon - A Journey Into the Mind of [p.]: Annäherung an die Biografie und den literarischen Kosmos des amerikanischen Schriftstellers Thomas Pynchon, der sich seit 30 Jahren der Öffentlichkeit verweigert.

    Thomas Pynchon zählt zu den wichtigsten lebenden amerikanischen Schriftstellern. Neben der schweren Zugänglichkeit seiner fast immer sehr umfangreichen Romane ist für ihn vor allem sein Unwille charakteristisch, sich der Öffentlichkeit preiszugeben: Er gibt keine Interviews und hält keine Lesungen, es existieren keine autorisierten Fotos von ihm. Die in Köln lebenden Spiel- und Dokumentarfilmer Fosco und Donatello Dubini, deren Roadmovie „Die Reise nach Kafiristan“ in Locarno und auf dem Filmfest Hamburg zu sehen war, haben sich nun aufgemacht, Licht in das Dunkel um Autor und Werk zu bringen.

    Die Dubinis versuchen, den komplexen, mit Anspielungen und Verweisen gefüllten Werken Pynchons eine filmische Entsprechung zu geben: Splitscreen-Sequenzen, rasante Fahrten durch U-Bahn-Tunnels, historische Filmaufnahmen, die mitunter enervierende Musik der Band „The Residents“ - all das soll dem Zuschauer einen Eindruck der Gedankenwelt des Autors vermitteln, über den außerdem noch ein Sammelsurium aus Journalisten, Betreibern von Pynchon-Websites, Ex-Geliebten und Schriftstellern Auskunft geben darf. Wem die Texte Pynchons bislang fremd oder zu schwer zugänglich sind, muss allerdings weiter auf Abhilfe warten: Allein mit dem bislang umfangreichsten Roman, „Gravity’s Rainbow“ (deutsch: „Die Enden der Parabel“), beschäftigen sich die Dubinis näher - vielleicht auch deshalb, weil er zu einem großen Teil im zerstörten Deutschland vor und nach Ende des Zweiten Weltkrieges spielt. Dabei wird eine eher gewagte Parallele zwischen Drogenversuchen an KZ-Insassen und Experimenten der USA in den Sechzigern gezogen und diese Einschätzung auch Pynchon unterstellt. Hinzu kommt, dass sich der Sinn einiger Äußerungen der Interview-Partner nur dem Kenner von Pynchons Werken erschließt, da auf eine Erklärung oder einen Verweis zum Text verzichtet wird. Statt dessen driftet der Film des öfteren in Richtung Boulevard ab, wenn er sich der Biografie Pynchons widmet. Wir erfahren nicht nur, welche Art von Kleidung Pynchon in den Sechzigern bevorzugte und dass er mindestens ein Mal in Frauenkleidern einen Buchladen aufgesucht haben soll, auch über die Gründe seiner demonstrativen Zurückhaltung wird fleißig spekuliert: Während ein von ihm gehörnter Ehemann seine eigenen Verschwörungstheorien auf ihn übertragen darf, andere wiederum die Ursachen in seiner Schüchternheit oder der Unzufriedenheit mit seinem Äußeren vermuten, wird der mögliche Wunsch, die Bücher für sich selbst sprechen zu lassen und sich der PR-Maschinerie der Unterhaltungsindustrie zu entziehen, nicht in Betracht gezogen. Die Wahl der seit 30 Jahren existierenden „The Residents“, deren Mitglieder anonym sind, für den Soundtrack, deutet darauf hin, dass sich die Dubinis dieser Möglichkeit zumindest bewusst sind. Statt hier innezuhalten und genauer zu untersuchen, was Menschen dazu treibt, einen solchen Wunsch nicht zu akzeptieren, macht sich der Film zu ihrem Komplizen, indem der die „Jagd auf Pynchon“ nachvollzieht und Film- und Fotoaufnahmen, die den Autor zeigen sollen, wiedergibt. mo.
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