Filmhandlung und Hintergrund

Spannender Politthriller, der die Kubakrise intelligent und spannend aus dem Geschichtsarchiv holt.

Der Kalte Krieg geht in seine heißeste Phase, als US-Piloten 1962 russische Nuklearraketen mit Zielrichtung USA auf Kuba entdecken. 13 Tage lang ringt Präsident Kennedy um eine Reaktion, bedrängt vom Militär, das die Konfrontation sucht. Ein diplomatischer Wettlauf gegen die Zeit und mächtige Gegner beginnt, in der jede Entscheidung die falsche sein kann.

Oktober 1962. Amerikanische Aufklärungsflugzeuge fotografieren aus großer Höhe Truppenbewegungen auf Kuba. Als die CIA anhand der Filme erschreckt feststellt, dass die Sowjetunion nukleare Erstschlagsraketen auf Castros Eiland stationiert, beruft Präsident John F. Kennedy sofort den Krisenstab ein. Trotz immer lauter werdender Rufe der Militärs nach einer Invasion der Karibik-Insel scheut JFK vor solch rigorosen Maßnahmen zurück. Zu sehr fürchtet er die Eskalation und einen möglichen - nuklearen - Dritten Weltkrieg.

Als US-Piloten 1962 auf Kuba russische Nuklearraketen mit Zielrichtung USA entdecken, sucht Präsident Kennedy 13 Tage nach einer angemessenen Reaktion. Während das Militär die Konfrontation will, laufen diplomatische Bemühungen, einen Krieg zu verhindern. Intelligenter Politthriller, der mit militärkritischer Haltung eine Weltkrise nachzeichnet.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Thirteen Days: Spannender Politthriller, der die Kubakrise intelligent und spannend aus dem Geschichtsarchiv holt.

    Angriffe anderer Nationen auf den eigenen Boden kennen die Vereinigten Staaten nur aus Pearl Harbour - ein Desaster, das Michael Bay im Sommer zu einem Hit machen will. Bereits im März aber kommt ein Film über die bislang wohl größte Bedrohung Amerikas in die deutschen Kinos, die heute nur historische Randnotiz ist, 1962 aber auch die Welt in die Nähe einer nuklearen Katastrophe rückte. Roger Donaldsons Erinnerung an die Kubakrise verbindet Politlektion, Spannungskino und das Porträt zweier mythischer amerikanischer Helden zu einem Film, der die schwierige Aufgabe, einen diplomatisch ausgetragenen Konflikt auf der Leinwand umzusetzen, mit formaler und darstellerischer Klasse und ohne musealen Historikermief löst.

    Ursprünglich hätte „Thirteen Days“ eine Reunion von Kevin Costner mit Phil Alden Robinson, dem Regisseur seinen magischen Dramas „Feld der Träume“ werden sollen. Nach Budgetdisputen war aber Robinson plötzlich out und Roger Donaldson in, womit nun das Duo aus Costners Hit „No Way Out - Es gibt kein Zurück“ wiedervereint ist. Das Ergebnis zeigt, dass es sehr wohl ein Zurück für den Australier gibt, der hier seinen überzeugendsten Film seit der ersten Zusammenarbeit mit Costner vorlegt. Dessen Mitwirkung hat für die Dramaturgie des Films keine zwingende Bedeutung, wohl aber für seine Verwertung, die ohne den Star angesichts des relativ pathosarm und militärkritisch präsentierten Stoffes vor erheblich größeren Problemen stünde. Aus diesem Grund wird Costners Präsidentenberater O’Donnell an Bedeutung aufgewertet und zum Filter der Ereignisse, die sich über einen Zeitraum von 13 Tagen im Oktober 1962 abspielen. In deren detaillierter Nachzeichnung geht das Drehbuch David Selfs streng chronologisch vor. Es beginnt mit der Entdeckung der auf Kuba eingerichteten russischen Raketenstellungen, die potentiell jede amerikanische Großstadt mit nuklearen Sprengköpfen erreichen könnten. Während Präsidentengattin Jackie eine große Party vorbereitet, muss John F. Kennedy (Bruce Greenwood), beraten von Bruder Robert (Steve Culp) und O’Donnell, eine angemessene Reaktion auf die russische Provokation finden. Das fieberhafte Ringen um eine Lösung zwischen Präventivschlag und Besonnenheit bildet den Schwerpunkt von „Thirteen Days“, der es sich mit seiner packenden Präsentation, von einer Luftkampfsequenz abgesehen, leisten kann, auf „Top Gun“-Action zu verzichten, die Hollywood üblicherweise ungeachtet der Verfälschung historischer Ereignisse auch in solche Filme einbaut, ohne danach schlecht träumen zu müssen. Rein diplomatisch wird dieser Konflikt ausgetragen - über Mittelsmänner zwischen den Supermächten, aber auch direkt zwischen Falken und Tauben in der US-Regierung. Deutlich werden dabei der schmale Grat, auf dem damals der Weltfrieden balancierte, aber auch die schwierige Position der Kennedys, die bei FBI, CIA und Militär alles andere als beliebt waren, somit Stärke demonstrieren mussten, aber auch liberale Ideale nicht verraten wollten. Für einen teuren Mainstreamfilm wie diesen nimmt „Thirteen Days“ eine kritische Haltung gegenüber dem Militär ein, das hier nicht wie üblich Krisen zur Zufriedenheit der Nation löst, sondern sie mit blinder Aggression schürt. Kommerziell dürfte diese Position für den Film zumindest in Amerika nicht ohne Folgen bleiben, obwohl auch „Thirteen Days“, freilich ohne wuchtiges Pathos und subtiler, dem Herzen Oliver Stones folgt und den Verlust der Kennedys als größte Narbe Amerikas beklagt. Sowohl Bruce Greenwood, in amerikanischen Castingagenturen oft in der Rubrik Bösewicht abgelegt („Doppelmord“), als auch Newcomer Steven Culp liefern Oscar-reife Inkarnationen dieser mythischen politischen Aristokraten ab und werden von einem exzellenten Ensemble unterstützt, in dem auch Costner wesentlich engagierter als in den letzten Jahren wirkt. So wäre es nur verdient, wenn auch das Publikum diese unterhaltende und intelligente Koalition von Stoff, Inszenierung und Darstellung honorieren würde. Bereuen müsste es seinen Besuch jedenfalls nicht. kob.

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