The Wind That Shakes the Barley

  1. Ø 4.5
   2006

The Wind That Shakes the Barley: Ken Loachs Gewinner der Goldenen Palme 2006 erzählt anhand des Schicksals zweier Brüder exemplarisch von den Anfängen des irischen Widerstands.

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Filmhandlung und Hintergrund

The Wind That Shakes the Barley: Ken Loachs Gewinner der Goldenen Palme 2006 erzählt anhand des Schicksals zweier Brüder exemplarisch von den Anfängen des irischen Widerstands.

1920, verroht vom 1. Weltkrieg, tritt das Britische Empire als brutale Besatzermacht in Nordirland auf. Als die Soldaten seinen Freund vor den Augen der Mutter totschlagen, schließt sich Medizinstudent Damien O’Donavan (Cillian Murphy) dem bewaffneten Widerstand an. An der Seite seines Bruders Teddy (Padraic Delaney) und des eloquenten Dan (Liam Cunningham) zieht er für die Irish Republican Army in den Partisanenkrieg, den die Briten mit Folter und Exekutionen beantworten. Eine Spirale der Gewalt kommt in Gang, die Damien vor ein moralisches Dilemma stellt, als er einen Jugendfreund hinrichten muss.

Für das ungeschminkte Geschichtsdrama erhielt Sozialfilmer Ken Loach („Sweet Sixteen„) in Cannes 2006 die Goldene Palme. Ihm gelang ein packendes und politisch aufschlussreiches Kino, das bis zum Ende der Gewalt führt.

Nachdem er Zeuge von zwei gewalttätigen Übergriffen britischer Soldaten geworden ist, schlägt sich Damien O’Donovan 1920 auf die Seite seines Bruders Teddy und geht als Mitglied der Irish Republican Army zur Gegenwehr gegen die Besatzer über. Als Damien im Zuge des Guerillakampfes gezwungen wird, einen Jugendfreund als Verräter hinzurichten, ist für ihn der Punkt gekommen, an dem es kein Zurück mehr gibt.

Irland in den 20er Jahren. Zwei Brüder, der Hitzkopf Teddy, militantes Mitglied der Irish Republican Army, und der besonnene, zögerliche Damien, nehmen Abschied. Denn Damien tritt seine Reise nach London an, um in einem dortigen Krankenhaus eine Stelle Arzt anzutreten. Doch die Metropole wird er nie sehen. Als er gezwungen wird, seinen ältesten Freund hinzurichten, wechselt er auf Teddys Seite, bis das Anglo-Irish Peace Agreement, der innerhalb der IRA umstrittene Friedensvertrag, die beiden zu Todfeinden macht.

Darsteller und Crew

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Kritikerrezensionen

  • Zum ersten Mal seit „Land and Freedom“ kehrt Ken Loach, Britanniens ewiger Kämpfer wider soziale Ungerechtigkeit, in die Vergangenheit zurück. Sein eindringliches Drama über zwei Brüder in den Wirren des irischen Befreiungskampfes wurde überraschend, aber nicht unverdient mit der Goldenen Palme beim 59. Festival de Cannes prämiert.

    69 Jahre und kein bisschen leise: Nach der versöhnlichen Liebesgeschichte „Just a Kiss“ (2004 im Wettbewerb der Berlinale) schultert Ken Loach in seiner 21. Kinoregiearbeit wieder ein gewichtiges Thema: Mit Hilfe eines Drehbuchs seines langjährigen Mitstreiters Paul Laverty verfolgt er die Anfänge des irischen Widerstands gegen die britische Besatzung in den 20er Jahren und spiegelt dessen Entwicklung am Schicksal zweier Brüder, die sich bis zum tragischen Ende in konträre Richtungen bewegen. Damien O’Donovan ist ein aufstrebender Arzt, der sein Irland verlassen will, um in London in einem Krankenhaus als Arzt Menschen zu helfen. Ihm gegenüber steht sein älterer Bruder, der hitzköpfige Teddy, der längst als Mitglied der Irish Republican Army im Untergrund zur Gegenwehr gegen die Besatzer vorgegangen ist. Damien wechselt auf Teddys Seite, nachdem er in kurzem Abstand Zeuge von zwei gewalttätigen Konfrontationen mit britischen Soldaten wurde. Der bewaffnete Kampf in einer Guerillagruppe fordert einen hohen Preis: Als der zuvor so apolitische Damien gezwungen wird, seinen ältesten Jugendfreund als Verräter hinzurichten, ist für ihn der Punkt gekommen, an dem es kein Zurück mehr gibt. Erbitterte Streitigkeiten innerhalb der IRA nach der Unterzeichnung des Anglo-Irish Peace Agreement lassen ihn schließlich zum Todfeind seines Bruders werden. Loach nutzt die ebenso simple wie effektive Geschichte, um einerseits die Ursprünge jenes Konflikts zu illuminieren, der Irland auch heute noch nicht zu einem friedlichen Miteinander kommen lässt, andererseits ist der ruhige, in Braun- und Grüntönen gehaltene Film aber auch als exemplarisches Fallbeispiel über Freiheitskampf und die Entzweiung eines Landes zu lesen, wobei sich der Vergleich mit der aktuellen Situation im Irak aufdrängt – und von Loach nach eigenen Angaben auch gewollt ist. All das wäre graue Theorie, eine leblose Geschichtsstunde, wenn der Regisseur nicht ein Gespür dafür hätte, die einfache Bevölkerung mit wenigen Strichen zu zeichnen: Politik hat hier nichts mit Theorie zu tun, sondern mit menschlichen Bedürfnissen und Empfindungen und ist deshalb nachvollzieh- und erfahrbar. Was nicht zuletzt dem umwerfend wandelbaren Cillian Murphy („Red Eye“) in der Hauptrolle zu verdanken ist. Dank seiner Performance verliert „The Wind That Shakes the Barley“ – Titel eines irischen Volksliedes – auch dann nicht an Intensität, wenn im letzten Drittel das Wort lauter spricht als die Aktion. Es wird endlos über das richtige Verhalten nach Abschluss des Friedensabkommens diskutiert – das aber wenigstens in Englisch und nicht Spanisch wie in „Land and Freedom“, wenngleich der Film in Cannes ob des kantigen irischen Dialekts mit französischen und englischen Untertiteln gezeigt wurde. ts.

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