Filmhandlung und Hintergrund

Serienkiller-Thriller mit visuellen Tricks um einen Frauenmörder, der sich mit einem FBI-Agenten verbunden fühlt.

FBI-Agent Joel Campbell ist nur noch ein Wrack seit Serienmörder David Allen Griffin seine Geliebte ermordete. Campbell flüchtet von L.A. nach Chicago, doch Griffin folgt ihm, schickt ihm Fotos seiner vorgesehenen Opfer und gibt ihm Zeit bis zum nächsten Abend, sie ausfindig zu machen. Zwei mal versagt Campbell. Schließlich hat es der Killer auf Campbells Psychotherapeutin abgesehen.

FBI-Agent Joe Campbell hat sich bei der vergeblichen Jagd auf einen Serienmörder Gesundheit und Seelenheil ruiniert, weshalb er um seine Versetzung von L.A. nach Chicago bittet, wo er sich in die Therapie der schönen Psychiaterin Polly begibt. Seine alte Nemesis lässt ihrem Lieblingsfahnder derweil auch am Lake Michigan keine Ruh und bombardiert Campbell unverdrossen mit Nachrichten von bzw. Hinweisen auf neuerliche Untaten. Als schließlich Polly ins Visier des Psychos rückt, sieht sich Campbell zum verzweifelten Befreiungsschlag genötigt.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. "The Watcher" hält sich nicht mit den üblichen Genreelementen des Psychothrillers auf. So weiß der Zuschauer von Anfang an, wer der Mörder ist und was er plant. Im Mittelpunkt steht die Jagd auf den Killer, wobei der Film starkes Interesse an der Psychologie des Täters und des Helden entwickelt. Der Cop Joel wird nicht durch Rachegefühle geleitet, sondern durch das Gefühl der Schuld. Er hat nicht vor, dem Mörder seiner Geliebten eine Kugel zwischen die Rippen zu jagen, er will einfach nur vergessen - was ihm jedoch nicht gelingt.

      Da kommt der Psychopath Griffin ins Spiel, der seinen Jäger für dessen Scharfsinn bewundert und der nur noch weitermordet, weil er seinen Spaß daran gefunden hat, den FBI-Agenten ermitteln zu sehen. "The Watcher" erfindet zwar das Serienkiller-Genre nicht neu, jedoch sticht er durch diese Eigenschaft deutlich aus der Masse ähnlicher Produkte heraus.

      Die Besetzung weiß, was sie da tut. Keanu Reeves spielt nicht wie sonst den Helden, er gibt das genau Gegenteil seines "Speed"-Cops Jack Traven. Er ist der Psycho-Killer - und überzeugt in der Rolle des Schurken, auch wenn man nicht so weit geht, dass man den Schauspieler, der wohl am meisten weibliche Fans haben dürfte, mit dem Messer eine Frauenkehle zerschneiden sieht -schließlich will Mr. Reeves seine Fans ja nicht schocken. James Spader agiert als gebrochener FBI-Agent Reeves ebenbürtig. So füllt er seine Rolle mit viel Melancholie aus. Nur Oscar-Gewinnerin Marisa Tomei bleibt blass, das Drehbuch lässt ihr bereits kaum eine Chance, denn Frauenfiguren sind in diesem Film eher unwichtig und werden auf die Opferrolle degradiert.

      Regisseur Joe Charbanic gibt mit "The Watcher" sein Kinodebüt. Er inszeniert bis zu einer bestimmten Stelle recht elegant, was jedoch hauptsächlich an der bemerkenswerten Kameraarbeit Michael Chapmans liegt. Denn Charbanic mag visuelle Effekte. So benutzt er Lichteffekte genauso wie den Einsatz einer wackeligen Handkamera, wenn klar werden soll, dass der Zuschauer durch die Augen des Killers "watcht". Manchmal kommt dies seinem Film zu Gute, oftmals wirkt er dadurch überstilisiert. Nervig wird die Optik jedoch nicht, da die Anzahl solcher Effekte nach dem Anfang sehr schnell abnimmt.

      Abgerundet wird der Film, was wieder ein großer Pluspunkt ist, durch seine durchdachte Vermischung von Bild und Musik. Hämmernde Heavy-Rhythmen kommen genauso zum Einsatz wie launige Liebes-Lieder und besonders wenn der Mörder Griffin mit seinen Opfern noch kurz spielt und der Hauch des Todes bereits in der Luft liegt, dann erzeugt die musikalische Untermalung oftmals eine sarkastische Note.

      Fazit: "The Watcher" ist kein Geniestreich, aber bemerkenswertes und spannendes Genrekino mit einem perfekten Soundtrack.
    2. The Watcher: Serienkiller-Thriller mit visuellen Tricks um einen Frauenmörder, der sich mit einem FBI-Agenten verbunden fühlt.

      In der Vielfalt liegt die Würze. Zumindest Keanu Reeves scheint das Motto verinnerlicht zu haben, denn nach dem Bombenerfolg von „Matrix“ konnte man ihn in USA als abgehalfterten Footballspieler in „The Replacements“ und jetzt als garstigen Psychopathen in dem Serienkiller-Thriller „The Watcher“ erleben. Was ihm oft als hölzernes Untalent angekreidet wird, kommt ihm in diesem Part deutlich Zugute. Und so liefert er mit kaltem, abwesenden Blick eine überzeugende Performance als durchgedrehter Frauenmörder. Die Inszenierung geht auf das Konto des Musikvideoregisseurs (u.a. für Reeves‘ Band Dogstar) Joe Charbanic, der der altbekannten Story vom Cop und Killer mit visuellen Gimmicks neues Leben einzuhauchen versucht.

      FBI-Agent Joel Campbell (James Spader) ist ein emotionales und körperliches Wrack, denn der Serienmörder David Allen Griffin hat neben zahlreichen anderen Frauen auch seine Geliebte auf dem Gewissen. Er flüchtet sich von Los Angeles nach Chicago und lässt sich vom Dienst suspendieren, nur um nach kurzer Zeit festzustellen, dass Griffin ihm gefolgt ist und sein mörderisches Treiben fortsetzt. Er fühlt sich mit dem Agenten verbunden und hat sich eine neue Methode ausgedacht, ihr Katz-und-Mausspiel aufregender zu gestalten: Er schickt Campbell Fotos seines jeweiligen vorgesehenen Opfers und gibt ihm Zeit bis zum nächsten Abend, sie ausfindig zu machen. Zwei mal versagt der entnervte Cop und zwei einsame Mädchen, deren Gewohnheiten Griffin eingehend beobachtet hat (daher der Titel), müssen einen grausamen Tod durch Erwürgen erleiden. Schließlich hat es der Killer auf Campbells Psychotherapeutin Polly (Oscar-Gewinnerin Marisa Tomei in einer eindimensionalen Rolle) abgesehen, und in einem leerstehenden Fabrikgebäude kommt es zum feurigen Finale.

      Wie David Fincher in seinem Klassiker „Sieben“ arbeitet Charbanic mit visuellen Verfremdungen, die sich hier jedoch weniger homogen ins Gesamtkonzept einfügen. Kameraveteran Michael Chapman („Taxi Driver“, „Wie ein wilder Stier“) arbeitet mit Zeitraffer und Zeitlupe, wechselt Film- mit grobkörnigen Videoaufnahmen ab, benutzt Weichzeichner und Verzerrerlinsen. Und doch täuschen diese nett anzusehenden Effekte nicht über eine wenig originelle Story hinweg, in der nur sporadisch Spannung aufkommen will. Spader müht sich, seinem gebeutelten Agenten Tiefe abzugewinnen, doch kann er ihn nicht aus dem festen Griff der Klischees befreien. In den USA gelang es diesem Ausflug in die Gefilde von (besseren) Filmen wie „Copykill“ oder „Das Schweigen der Lämmer“ in Anbetracht mangelnder Konkurrenz, an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden die Spitzenposition der Charts zu belegen. ara.

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