The United States of Leland

  1. Ø 3
   2002
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Filmhandlung und Hintergrund

The United States of Leland: Unprätentiöses Independent-Drama, das nach den Tatmotiven eines jugendlichen Mörders sucht, der einen geistig Behinderten erstochen hat.

Aus scheinbar heiterem Himmel und ohne großen Anlass ermordet Leland Fitzgerald (Ryan Gosling), Sohn des ebenso zynischen wie erfolgreichen Literaten und Alkoholikers Albert Fitzgerald (Kevin Spacey), den autistischen Bruder (Michael Welch) seiner drogensüchtigen Freundin (Jena Malone). Während die Tat ihre psychologischen Spuren bei den beiden direkt betroffenen Familien hinterlässt, wittert der Psychologe, Lehrer und angehende Autor Pearl Madison (Don Cheadle) im Gefängnis die Chance auf einen Publicity-Coup.

Schauspieler Kevin Spacey produzierte dieses engagierte Drama und kaum verhohlene Gleichnis auf Teenagermassaker à la Littleton.

Der 16-jährige Leland Fitzgerald hat einen geistig behinderten Jungen erstochen. Hinter Gittern bemüht sich Gefängnislehrer Pearl Madison darum, Lelands die Motive für die Tat zu entlocken: Madison wittert in den Geständnissen des Teenagers Stoff für einen Bestseller. Die Spurensuche beginnt bei den Eltern, deren zerrüttete Ehe eine Erklärung für das Verhalten des Jungen liefern soll.

Aus scheinbar heiterem Himmel und ohne erkennbaren Anlass ermordet Leland Fitzgerald, Sohn des ebenso zynischen wie erfolgreichen Literaten Albert Fitzgerald, den autistischen Bruder seiner drogensüchtigen Freundin Becky. Während die Tat ihre psychologischen und handfesten Spuren bei den beiden direkt betroffenen Familien hinterlässt, wittert der alkoholkranke Psychologe, Lehrer und angehende Autor Pearl Madison im Gefängnis die Chance auf einen Publicity-trächtigen Coup.

Ein bis dato unauffälliger Schüler aus bestem Hause ersticht ein behindertes Kind. Eine Tat mit Folgen für Viele. Stark besetztes Familiendrama mit gesellschaftskritischem Anspruch.

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Einsamkeit, Frustration und Angst führen in Matthew Ryan Hoges berührendem Jugenddrama „The United States of Leland“ zu einem für alle Beteiligten – inklusive des Täters – unverständlichen Mord. Wegen seiner offensichtlichen Sympathie für den Täter löste das in wunderbaren Bildern erzählte, ruhige Werk in den USA Proteststürme und sogar Boykottaufrufe aus. Eine von Kevin Spacey koproduzierte und herausragend besetzte Psychostudie.

    Columbine, Erfurt, Freising – immer wenn Schüler Mitschüler töten, hält die Welt den Atem an, stellen Nationen kollektiv gesellschaftliche Werte in Frage und schieben wahlweise den (bösen) Medien, brutalen Ego-Shooter-Videospielen, dem „Satan“ Marilyn Manson oder den (abwesenden/überforderten/karrieresüchtigen/übermächtigen) Eltern die Schuld in die Schuhe. Die Täter: Meist verklemmte, unattraktive Einzelgänger mit einem ausgeprägten Hang zu Waffen. Ganz anders die Titelfigur von Matthew Ryan Hoges stimmigem Teen-Drama, das generell Stereotype und Klischees scheut. Sensibel, einfühlsam und überzeugend gespielt von Ryan Gosling („Gegen jede Regel“), gehört Leland eher „dazu“. Er sieht gut aus, hat eine feste Beziehung und unterscheidet sich von den anderen Kids hauptsächlich dadurch, das er mehr nachdenkt als sie. Liebevoll kümmert er sich um den behinderten Bruder der Freundin – bis er diesen eines Tages aus einem Affekt heraus ermordet. Brutal abmetzelt, mit Dutzenden von Messerstichen. Leland, der sich an die Tat weder erinnern, noch sie erklären kann, landet in der Jugendstrafanstalt, wo er das Interesse des Lehrers und Teilzeit-Schriftstellers Pearl Madison (Don Cheadle aus „Ocean’s Eleven“) erregt. Pearl will hinter die Beweggründe des Teenagers kommen und ganz nebenbei dessen Geschichte für seinen Roman ausschlachten – denn Lelands ruheloser Vater ist der gefeierte Autor Albert T. Fitzgerald (Kevin Spacey). Immer deutlicher treten die Beweggründe für die grausame Tat zu Tage, immer tiefer wird die Freundschaft zwischen Pearl und dem Jungen. Da schlägt das Schicksal eine weitere tragische Volte.

    Ausgewaschene, an Sofia Coppolas „Virgin Suicides“ erinnernde Bilder von Kameramann James Glennon („About Schmidt“) spiegeln das diffuse Weltbild des Titel(anti)helden wider, in dem es kaum Sicherheiten, nur Fragen und Zweifel gibt. Und die sind durchaus auch bei der Interpellation berechtigt, ob man einen jugendlichen Mörder so „nett“ darstellen und die Tat beinahe als Nebensache abtun darf. Die Antwort bleibt jedem selbst überlassen – und gerade das nicht Offensichtliche macht „The United States of Leland“ so interessant. Hoge, der selbst eine Zeitlang als Lehrer in einem Jugendgefängnis in Los Angeles arbeitete, interessiert weniger die Tat nebst der „gerechten“ Strafe für den Jungen, ihn faszinieren vielmehr die Mechanismen, die aus normalen Kids plötzlich Mörder, Vergewaltiger und Räuber werden lassen. Dabei verrennt der Regisseur und Drehbuchautor sich bisweilen in etwas (zu) prätentiöse Gespräche und Nebenhandlungen, die jedoch durch die souveränen Leistungen von Gosling, der Entdeckung Jena Malone („Donnie Darko“) und Don Cheadle spielend wettgemacht werden. Ergänzt wird das sorgfältig zusammengesetzte Ensemble durch Chris Klein („Rollerball“), Lena Olin („Chocolat“), Martin Donovan („Insomnia“), Ann Magnuson („Panic Room“) und Sherilyn Fenn („Twin Peaks“), die das unbequeme, höchst mutige Drama mit einer Prise Starpower aufwerten. So ist ein etwas anderer Film entstanden, nicht einfach, beklemmend, manchmal gar beglückend – auf alle Fälle aber ungewöhnlich, und das ist wahrlich nicht das Schlechteste. geh.

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