Filmhandlung und Hintergrund

Spannender, schön gefilmter Serienkiller-Film vom Drehbuchautor von "Blade Runner".

Der Zufall entscheidet, wohin es Vann Siegert treibt. Er lässt sich in einer kleinen Ortschaft nieder, wo er sich bei einem netten, allerdings psychisch angeschlagenen Paar einmietet und einen Job bei der Post samt resoluter Freundin bekommt. Auf alle macht er den Eindruck eines sympathischen Sunnyboys, doch der muss ab und zu Menschen umbringen, um ausgeglichen zu sein.

Ein Serienkiller durchstreift das Land, und weil der junge, höfliche Mann eher Beschützer- und Liebesinstinkte statt Fluchtreflexe weckt, holt manches Opfer sich seinen Sensenmann selbst ins Haus. So geht es auch einem gar nicht glücklich verheirateten Ehepaar: Er mag den jungen Mann, weil er in dem Fremdling einen Ersatz für sein vor Jahren verschwundenes Kind wähnt, sie ist dagegen, findet sich aber mit seiner Gegenwart ab. Das Leben scheint sich zu normalisieren für den Drifter, Liebe keimt in der neuen Bürgerlichkeit. Doch kann er über seinen mörderischen Schatten springen?

Vann Siegert ist ein höflicher junger Mann. Niemand ahnt, dass hinter dem sympathischen Sunnyboy ein Serienmörder steckt. Thriller der ohne spektakuläres Blutvergießen oder pompöse Knalleffekte auskommt.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • The Minus Man: Spannender, schön gefilmter Serienkiller-Film vom Drehbuchautor von "Blade Runner".

    Der netteste Serienkiller der Filmgeschichte ist dem späten Regiedebütanten Hampton Fancher, Drehbuchautor und Produzent des legendären „Blade Runner“, ganz sicher mit dem flachsblonden „The Minus Man“ gelungen. Der sanfte, aber dafür umso intensivere Horror-Thriller mit einem sensationell freundlich-abgründigen Owen Wilson (demnächst auch in „Shang-High Noon“) in der Titelrolle dürfte die Fans hintersinnigen Nervenkitzels und raffinierter Krimi-Hochspannung a la Hitchcock scharenweise in die Arthouse-Kinos locken.

    Als einsamer Truckfahrer taucht der freundliche Zeitgenosse Vann Siegert (Wilson) eines Tages aus dem Nirgendwo in der sonnendurchfluteten amerikanischen Westküsten-Kleinstadt auf. Bei einem nicht mehr besonders harmonierenden Ehepaar (Mercedes Ruehl und Brian Cox) findet er ein Untermieterzimmer und wird bald zum Vertrauten des merkwürdig selbstzerstörerischen Mannes und zum freundschaftlichen Verbündeten der schönen, offenbar leicht frustrierten Frau. Vann, der schon bald durch die Vermittlung seines Vermieters einen Job bei der Post bekommt, richtet sich in dem Städtchen offenbar ganz zufrieden, dabei bescheiden, ein, und doch vermittelt Fancher das unterschwellige Auf-dem-Sprung-Verhalten seines Besuchers in der Figur des netten Blonden mit dem Oskar-Werner-Look. Vann ist ein liebenswerter junger Mann, zu niemandem unfreundlich, hilfsbereit, zurückhaltend. Und diese Zurückhaltung ist es, die es in sich hat. Sie ist der Schlüssel zu den geheimen Abgründen in Vann, die der Kinozuschauer zu ahnen beginnt, wenn gleich zu Beginn des Films eine junge asthmatische Junkie-Tramperin (Rock-Star Sheryl Crow in ihrer ersten Filmrolle) ihm ihr Leid klagt und nach einem tröstlichen Schluck aus seinem Flachmann sanft aus dem Leben nickt neben Vann am Steuer seines Truck.

    Mit ruhig intelligentem Understatement inszeniert Hampton Fancher diese Szene, die eine stille Zärtlichkeit ausstrahlt. Owen Wilson hat die Sympathie der Zuschauer von Anfang an und eigentlich sogar bis zum Ende, wenn er in dem Nirgendwo, aus dem er kam, wieder verschwindet. Wenn er von Zeit zu Zeit Fremden, die seinen Weg kreuzen, einen Schluck aus seinem Flachmann anbietet und sich bald die geheimnisvollen Todesfälle am Ort häufen, ist man höchstens erstaunt darüber, dass ihm keiner dort auf die Schliche kommt. Allerdings ist die Postangestellte Ferin (Janeane Garofalo) relativ nah dran, weil sie seine Nähe sucht und diese sogar - das einzige Mal im Film - gefährlich gewalttätig zu spüren bekommt.

    Hitchcocks Norman Bates, Melvilles Billy Budd und Camus‘ Fremder Meursault standen Pate bei der Minus-Man-Kinofigur, die Fancher nach dem Roman von Lew McCreary (deutsch bei Heyne) für die Leinwand entwarf. Ein Mann, der den bezaubernden Charme eines unschuldigen Kindes hat und gleichzeitig eine große innere Leere, er ist der perfekte Vertraute und gleichzeitig ein Fremder. So ist der ungewöhnlich spannende Film, in einer ruhigen, manchmal traumwandlerisch hypnotischen Folge suggestiver Bilder (Kamera: Bobby Bukowski) erzählt, großes existenzialistisches, sinnliches Suspense-Kino, nicht nur für Thriller-Genre-Fans. fh.

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