The Limey

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   1999
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Filmhandlung und Hintergrund

The Limey: Britischer Knastprofi rächt in L.A. den Tod seiner Tochter.

L.A. ist das Ziel des gerade aus der Haft entlassenen britischen Gangsters Wilson, der den Tod seiner geliebten, aber von ihm vernachlässigten Tochter klären will. Als Verantwortlichen hat er Plattenproduzent Valentine im Visier, für den der knallharte Gegner ein Rätsel bleibt, bis sich dieser mit drastischen Gewaltaktionen direkt Zugang verschafft.

Nach einem neunjährigen Gefängnisaufenthalt setzt der Brite Wilson zum ersten Mal seinen Fuß auf den nordamerikanischen Kontinent – fest entschlossen, die Schuldigen am rätselhaften Tod seiner geliebten Tochter Jenny ausfindig zu machen. Nichts und niemand vermag ihn aufzuhalten, denn er kennt nur ein Ziel: Rache. Und tatsächlich findet er schon bald eine Zielscheibe für seine Wut: den reichen Plattenproduzenten Valentine. Dieser, so wird erzählt, hatte mit Jenny ein großes Ding geplant…

Nach neun Jahren im Gefängnis kommt der Brite Wilson nach Amerika, um den Mord an seiner Tochter Jenny zu rächen. Star-Regisseur Steven Soderbergh mit einem Großstadtwestern, in dem sich Terence Stamp und Peter Fonda gegenüberstehen.

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Kritikerrezensionen

  • "Out of Sight" verschaffte ihm sein wohlverdientes Comeback, nachdem es für Steven Soderbergh, der nach seinem Erstling "Sex, Lügen & Video" 1989 eine von Hollywoods großen Hoffnungen gewesen war, jahrelang so ausgesehen hatte, als wäre seine Karriere an einem Tiefpunkt angelangt, von dem es kein zurück mehr geben würde. "Out of Sight" galt nicht nur als einer der coolsten Krimis des Kinojahres '98, sondern auch als perfekte Hommage an das stilistisch grandiose 70er Jahre Kino. Eine Form des Films, die es heute eigentlich nicht mehr gibt.

    Zudem bescherte der Film auch Jennifer Lopez den endgültigen Durchbruch und George Clooney einen Achtungserfolg. Soderbergh stand nun eigentlich die Hollywoodsche Welt wieder offen, aber anstatt sich eines sauteuren Films anzunehmen, der künstlerisch wertlos, dafür aber ein sicherer Kassenhit gewesen wäre, blieb der Regisseur beim Mini-Budget und drehte das Krimi-Drama "The Limey", einen cineastischen Traum.

    "The Limey" ist nicht gerade einfach, hat eine manchmal schwierig nachvollziehbare Szenen-Aneinanderreihung und ist auch schwerfällig. Und trotzdem ist er ein Meisterwerk, gerade weil er diese, eigentlich recht negativen Attribute hat.
    Durch den recht konfusen Schnitt wird der Film psychologisch glaubwürdig. Soderbergh montiert beispielsweise eine Szene, in der Wilson auf seinem Bett sitzt und schneidet kurze Fragmente hinein, die nichts anderes als Erinnerungsbrocken sind, die man als Zuschauer aber noch nicht einordnen kann. Es wird kurz seine erste Begegnung mit Ed oder Elaine angerissen, die vollen Szenen sieht man erst später.

    Diese Erinnerungsszene ist zeitlich irgendwo zwischen Mitte und Ende anzusiedeln. Dann gibt es eine Szene, in der Wilson einigen von Valentines Mitarbeitern zu Leibe rückt und diese schließlich kaltblütig tötet. Auch hiervon erscheinen Momente bereits am Anfang. Der Inhalt dieser Szene ist also, dass sich Wilson an die letzten Tage erinnert, nachdem er gerade beschlossen hat, dass er Valentine töten muss. Durch seine Erinnerungen rechtfertigt er dies vor sich selbst. Selten zuvor hat ein Regisseur so tief in den Kopf seines Protagonisten blicken lassen.

    Der Film entwickelt sich langsam, aber mit Stil, der nicht nur durch die schönen Bilder entsteht, sondern auch durch die Altherrenmannschaft, die hier zu Hochformen aufläuft. Terence Stamp als knallharter und rachedurstiger Vater, Peter Fonda als arrogante, aber traurige Figur und Barry Newman als dessen kaltblütige rechte Hand. Sie alle haben ihre Zeit eigentlich hinter sich, jedoch gibt Soderbergh ihnen die Chance, noch einmal zu zeigen, was in ihnen steckt.

    Und diese Chance nutzen sie. Sie sind so gut wie zu ihrer besten Zeit, durch ihr brilliantes Spiel halten sie den Film am Leben und besonders die Gut-Böse-Verkehrung, die dadurch entsteht, dass der eigentlich gute Wilson eiskalt und der eigentlich böse Valentine ein trauriges Häufchen Elend ist, wird durch das Spiel Stamps und Fondas auf perfekte und faszienierende Weise aufgefangen.

    Zwischendurch montiert Soderbergh auch kurze Erinnerungen an die Kindheit von Wilsons Tochter. Problematisch dabei natürlich, dass Terence Stamp hier um knapp 30 Jahre verjüngt werden musste. Soderbergh machte das Einfachste und Beste was er tun konnte und entlieh sich diese Szenen aus dem Regiedebüt von Ken Loach "Poor Cow" aus dem Jahr 1967, in welchem Terence Stamp einen jungen Dieb mit Familienproblemen spielte, also praktisch den gleichen Charakter, den er nun auch in "The Limey" verkörperte.

    "The Limey" spielte in den USA keine 5 Millionen Dollar ein, galt dafür aber als Geheimtip und wurde von den Hollywoodkritikern bejubelt. Schon lange hat man nicht mehr solche intensiven Charaktere gesehen und der unterkühlte Stil des 70er Jahre-Kinos, den man durch die Filme Pakulas und Lumets so schätzte, ist hier nach "Out of Sight" auf grandios schlichte Weise weiterentwickelt worden.

    So war es für Soderbergh auch nicht tragisch, dass der Film floppte. Wahrscheinlich war seine Entscheidung, diesen Film dem Big Budget vorzuziehen, das Beste was er hatte tun können. Als normaler Zuschauer "The Limey" zu mögen ist nicht ganz einfach. Für den wirklichen Film-Fan ist er aber wohl Pflichtwerk und ein Kinoerlebnis der besondersten Art.

    Fazit: Ein cineastischer Traum, der sich stilvoll und langsam entwickelt. Für anspruchsvolle Film-Fans ein Pflichtwerk.
  • Ein Vater sieht rot im neuen Film von Steven Soderbergh („Out of Sight“), der mit Terence Stamp und Peter Fonda zwei Ikonen der 60er Jahre auf kalifornischem Terrain in einem Racheduell gegeneinander antreten läßt, als eine von beiden geliebte Figur mysteriös zu Tode kommt. Mit inhaltlicher und stilistischer Ökonomie, knackigen Dialogen, kompromißloser Attitüde und clever integrierten cineastischen Erinnerungen stellt sich „The Limey“ unprätentiös als Genrefilm mit Avantgarde-Touch und Unterhaltungsanspruch vor, ohne auf das ganz große Publikum zu schielen.

    Artisan Entertainment, die Hollywood mit Einkauf und Marketing von „The Blair Witch Project“ dieses Jahr eine Lektion erteilten, stehen auch hinter „Kafka“-Autor Lem Dobbs‘ Krimi und seiner zugänglichen Handlung, seinem gerade durch seine Versäumnisse zur Identifikation einladenden Protagonisten und seinen Nebencharakteren, die mit Star Stamp leuchten. „The Limey“ (US-Slang für einen britischen Seemann und im Sprachgebrauch längst auf die Nationalität verallgemeinert) ist der kürzlich entlassene Knastveteran Wilson, der auf dem ungewohntem Terrain von L.A. den Tod seiner Tochter klären will. Mit dem Bewußtseinsstrom Wilsons, Reflexionen über Vergangenheit und Gegenwart, startet und endet der Film, der gerade zu Beginn durch seine unorthodoxe, verwirrende Montagetechnik auffällt, mit der sich Soderbergh spielerisch von den Erzählgewohnheiten im Mainstream löst. Lakonische Aussparungen gehören ebenfalls zum Konzept wie Dialoge, die einen Schauplatz mit dem anderen verbinden, in dem sie an einem Ort beginnen und an einem anderen fortgeführt werden. Obwohl Stamps Figur am Ballast seiner kriminellen Vergangenheit, die ihm kaum Zeit für seine Tochter ließ, zu tragen hat, und Wilson auf dem Weg zum vermeintlichen Mörder, einem ehemals erfolgreichen Plattenproduzenten (Peter Fonda), kaum Gefangene macht, ist der Ton dieses stark mit Handkameras arbeitenden Low-Budget-Films sowohl nachdenklich als auch humorvoll. Wobei das Reflexive in Wilson selbst wie auch der Freundin seiner Tochter, der Witz in seiner knallharten, schnörkellosen Vorgehensweise und den Reaktionen seiner Kontaktperson (gewohntes Juwel: Luis Guzman) zum Ausdruck kommen. Der Clou dieses intelligenten, aber niemanden überfordenden Unterhaltungsfilms sind schließlich Aussschnitte aus Ken Loachs Sozialdrama „Poor Cow – geküsst und geschlagen“ (1967), die Stamp als 30 Jahre jüngeren Kriminellen Wilson zeigen und von Soderbergh clever und Budget sparend als biografischer Background in den Film integriert wurden. Willkommene, aber nicht willkürliche Nostalgie in einem sehr modernen, geradlinigen und sympathischen Genrefilm. kob.

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