Filmhandlung und Hintergrund

Zweite Verfilmung des pechschwarzen Krimis von Jim Thompson über einen Kleinstadtsheriff, dessen Obsession mit einer Prostituierten eine wenig angenehme Seite in ihm erweckt.

Lou Ford ist in den Fünfzigerjahren Sheriff in dem kleinen westtexanischen Kaff Central City. Er ist attraktiv, tritt selbstsicher auf, frönt insgeheim das Dasein eines Bonvivant und hat mit Amy Stanton, die aus einer der besten Familien der Stadt kommt, einen guten Fang gemacht. Sein geordnetes Leben gerät aus den Fugen, als er im Auftrag seines Chefs die Prostituierte Joyce aus Central City entfernen soll. Sofort ist Ford ihr verfallen, der harte Sex mit ihr löst verschüttete Kindheitstraumata aus und erweckt in Ford den Psychopathen. Der Cop wird zum Killer.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Mit „The Killer inside me“ verfilmte Michael Winterbottom den gleichnamigen Roman von Jim Thompson. Thompson, der als Drehbuchautor für Stanley Kubrick arbeitete, gehört zu den Vertretern der so genannten „Pulp“(Schund)-Literatur. Seine Romane lieferten bereits die Vorlage zu Filmen wie „Getaway“ (Sam Peckinpah, 1972) und „The Grifters“ (Stephen Frears, 1990).

      Dieser Thriller mit Elementen aus dem Neo-Noir ist definitiv nichts für schwache Nerven und selbst einem abgebrühten Zuschauer dürfte er einiges abverlangen. Über zwei Stunden ist der Zuschauer gezwungen, den Film aus der Sicht eines absolut kranken Mannes zu erleben. Der Zuschauer weiß nur das, was auch der Protagonist weiß oder den Zuschauer – durch seine Voiceover oder durch Erinnerungen, die durch Rückblenden sichtbar gemacht werden – wissen lassen will. Casey Affleck stellt hier einmal mehr sein schauspielerisches Können unter Beweis und zeigt einen stoisch ruhigen – bisweilen sogar dämonisch wirkenden Lou Ford, der ausschließlich in Momenten der Gewalt aus seiner Lethargie erwacht und eine harmlose Smalltalk-Unterhaltung nur bestehen kann, indem er sich von einer dummen Redewendung zur nächsten hangelt.

      Ja, die Gewaltszenen sind äußerst brutal und dem Zuschauer wird definitiv mehr zugemutet, als ihm lieb ist, aber Gewaltverherrlichung kann man Winterbottoms Werk nicht vorwerfen. Schließlich ist beispielsweise an Jessica Albas Gesicht ganz deutlich zu sehen, welche Folgen Lous unkontrollierter Gewaltausbruch hat. Jeder einzelne Schlag demoliert ihr das Gesicht ein bisschen mehr und selbst wenn der Zuschauer in diesen Momenten die Augen schließt, die Kamera sieht hin und zeigt nicht, wie sonst üblich, das Opfer vor und dann erst wieder – wenn überhaupt – nach der Gräueltat, sondern das Gesicht in Großaufnahme nach jedem einzelnen Schlag, was in etwa die Dimension der Feuerlöscherszene von „Irréversible“ (Gaspar Noé, 2002) erreicht.

      Und ja, es ist ein seltsames Frauenbild, das da gezeigt wird in „The Killer inside me“. Es gibt nur zwei Frauenfiguren, die eine größere Rolle spielen. Komplett gegensätzlich besetzt mit Kate Hudson als unschuldige, gut bürgerliche Blondine Amy und Jessica Alba als rassige Kriminelle Joyce, die ein bisschen an den Typus der Femme Fatale aus dem Film Noir der vierziger Jahre erinnert. Zwei sehr unterschiedliche Frauentypen, die sich jedoch in einer verheerenden Sache gleichen: Beide sind Lou absolut verfallen und finden Gefallen an der sadomasochistischen Beziehung – allerdings mit fatalen Folgen. „The Killer inside me“ zeigt kein differenziertes Frauenbild, allerdings gibt die Story dazu auch keine Veranlassung. Wie bereits erwähnt erzählt Winterbottom die Geschichte aus der Sicht des sadistischen Protagonisten und es ist vollkommen glaubwürdig, dass sich Lou Ford nur mit Frauen abgibt, die zu einem Verhältnis dieser Art bereit sind – dabei sollte jedem Zuschauer von selbst bewusst sein, dass dieser Frauentypus einer Minorität angehört, ohne dass Winterbottom das noch deutlich machen muss.

      Fords Gewaltausbrüche richten sich in der Hauptsache gegen Frauen – auch das stimmt. Aber gerade weil es sich um einen sadistischen Killer handelt, ist ihm die Gefahr bei einem Faustkampf einem ebenbürtigen Gegner zu unterliegen viel zu groß und er entledigt sich derer mit Hilfe von Schusswaffen aus sicherer Entfernung oder treibt sie hinterhältig in den Tod.

      Am Ende bleibt natürlich – wie so oft – die Frage, warum man sich so einen Film angucken sollte. Nun speziell in diesem Fall lautet die Antwort bestimmt nicht, „weil es sich um ein künstlerisches Meisterwerk handelt“, aber manch einer könnte es spannend finden, für gut zwei Stunden im Kopf eines sadistischen Psychopathen zu verschwinden.

      Fazit: „The Killer inside me“ ist ein Thriller nach einer „Pulp“-Literaturvorlage und definitiv nichts für schwache Nerven.
    2. The Killer Inside Me: Zweite Verfilmung des pechschwarzen Krimis von Jim Thompson über einen Kleinstadtsheriff, dessen Obsession mit einer Prostituierten eine wenig angenehme Seite in ihm erweckt.

      In kaum einem seiner zum Nihilismus neigenden Werke ging der legendäre Krimiautor Jim Thompson („The Grifters“) so radikal und brutal zu Werke wie in „Der Mörder in mir“ aus dem Jahr 1952. 34 Jahre nach einer ersten Filmadaption (von Burt Kennedy, mit Stacy Keach) wagt sich Michael Winterbottom in seiner ersten amerikanischen Produktion an das Porträt eines schwer gestörten Kleinstadtsheriffs und bleibt nahe an der Vorlage: Mit Casey Affleck, Jessica Alba und Kate Hudson hochkarätig besetzt, bietet dieser aus Sicht der Hauptfigur erzählte Blick in eine nicht zu rettende Seele harten Tobak: In Sundance provozierte die ungeschminkte Gewaltdarstellung gegen Frauen extreme Reaktionen.

    News und Stories

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