Für Links auf dieser Seite erhält kino.de ggf. eine Provision vom Händler, z.B. für mit oder blauer Unterstreichung gekennzeichnete. Mehr Infos.
  1. Kino.de
  2. Filme
  3. The Halfmoon Files

The Halfmoon Files

Kinostart: 20.09.2007
Poster

Filmhandlung und Hintergrund

Suggestiver experimenteller Dokumentarfilm als Geistergeschichte über das Deutsche Kaiserreich und seine kriegsgefangenen Kolonialsoldaten. Einen anderen Weg als TV-Features und Personality-Dokus geht Philip Scheffner in seinem experimentellen Dokumentarfilm, der in die Zeit des Deutschen Kaiserreichs und des Ersten Weltkriegs führt. Ausgangspunkt ist eine einminütige Grammophonaufnahme (1916) von Mall Singh, indischer...

Am 11. Dezember 1916 sprach der indische Kriegsgefangene Mall Singh ein hoffnungsvolles Statement in einen Phonographentrichter. Er war in dem Lager Wünsdorf bei Berlin interniert, wo die Inhaftierten von Wissenschaftlern des Deutschen Kaiserreichs für völkerkundliche Theorien vermessen wurden. In der Allianz aus Militär, Wissenschaft und Unterhaltungsindustrie zogen sie die Preußische Phonographische Kommission für Sprechaufnahmen heran. Sie erschufen damals ein bizarres Hörarchiv, dessen Schellackplatten noch heute existieren.

Stimmen aus dem Ersten Weltkrieg beherrschen die experimentelle Dokumentation von Philip Scheffner, der sich mit einem suggestiven Puzzle der Vergangenheit annähert. Seine Reise führt in ein brandenburgisches Lager und zu Mitschnitten von Kaiser Wilhelm II.

Bilderstrecke starten(9 Bilder)
Alle Bilder und Videos zu The Halfmoon Files

Darsteller und Crew

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

0,0
0 Bewertung
5Sterne
 
(0)
4Sterne
 
(0)
3Sterne
 
(0)
2Sterne
 
(0)
1Stern
 
(0)

Wie bewertest du den Film?

Kritikerrezensionen

  • Suggestiver experimenteller Dokumentarfilm als Geistergeschichte über das Deutsche Kaiserreich und seine kriegsgefangenen Kolonialsoldaten.

    Einen anderen Weg als TV-Features und Personality-Dokus geht Philip Scheffner in seinem experimentellen Dokumentarfilm, der in die Zeit des Deutschen Kaiserreichs und des Ersten Weltkriegs führt. Ausgangspunkt ist eine einminütige Grammophonaufnahme (1916) von Mall Singh, indischer Kriegsgefangener im Lager Wünsdorf bei Berlin, wo internierte Kolonialsoldaten von deutschen Wissenschaftlern für völkerkundliche Theorien vermessen und von der Preußischen Phonographischen Kommission für Sprechaufnahmen herangezogen wurden, die man im Berliner Lautarchiv sammelte.

    Die Aufnahme mit Singh dient Scheffner zu einer Erkundung der Geschichte des brandenburgischen, 1994 entmilitarisierten Lagers und der Bedingungen der Gefangenen, zu dem, was in Archiven und Antiquariaten zum Thema zu finden ist, und zu einer Geistergeschichte, die durch den von Thomas Alva Edison 1877 erfundenen Phonographen („Seitdem können Tote sprechen“) möglich wird. Eine Rede Kaiser Wilhelms II., weitere indische Stimmen, merkwürdige Geräusche aus einer Holzbaracke und Rundfunkaufnahmen von Wissenschaftlern formen sich zu einer tastenden audiovisuellen Annäherung an die Vergangenheit.

    Im Prolog und einigen Zwischensequenzen berichtet Scheffner von seinen Bemühungen, Drehgenehmigung für Indien zu erhalten. Die bekommt er bis zum Schluss nicht, aber es gibt Auswirkungen. Der indische Botschafter verliest Mall Singhs Rede 2006 bei der Einweihung des renovierten Lagerfriedhofs, und Scheffners indische Rechercheurin gelangt an die Familie Mall Singhs, die das Tondokumet des Gefangenen, dem die Rückkehr nach Indien gelang, zurückverlangt. Damit schließt sich ein Kreis des auch mit Schwarzbild, Postkarten und Glasdias arbeitenden Films, der Stimmen durch die Zeit begleitet. Schön suggestiv. ger.
    Mehr anzeigen

News und Stories

  • Fakten und Hintergründe zum Film "The Halfmoon Files"

    Kino.de Redaktion05.11.2012

    Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!