The Good Thief

Kinostart: 09.10.2003
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Filmhandlung und Hintergrund

Remake des Cine-Noir-Klassikers "Bob Le Flambeur" über einen drogenabhängigen Glücksspieler, der seinen größten Coup im Casino von Monte Carlo plant.

Der amerikanische Meisterdieb Bob (Nick Nolte) ist auf den Hund bzw. das Heroin gekommen und fristet seinen Lebensabend mit Gaunereien in den Kaschemmen von Marseille. Das ändert sich, als ein alter Bekannter ihn für einen spektakulären Raubzug auf die Kunstsammlung des Casinos von Monaco gewinnen will. Bob geht auf Entzug, trifft seine schillernden Partner und schöpft neuen Mut.

Neil Jordan

Aufmerksam verfolgt von einem Polizisten, plant der drogenabhängige Spieler Bob Montagnet mit seinen Partnern Paulo und Raoul, dem technischen Mastermind Vladimer, dem ehemaligen Dealer Said, der jungen Prostituierten Anne und den komplett identischen Zwillingen Albert und Bertram den spektakulärsten Coup seines Lebens im Casino von Monte Carlo.

Bob Montagnet ist ein Gentleman-Gauner wie er im Buche steht. Doch die guten Zeiten sind für ihn längst vorbei. Jetzt treibt sich der passionierte Spieler mit Vorliebe für Kunst und Rennpferde nur noch in den zwielichtigen Spelunken von Nizza herum. Da schlägt ihm ein alter Vertrauter einen spektakulären Coup vor. Bob soll als Kopf eines bunt zusammengewürfelten Teams das Casino von Monte Carlo um seine Kunstsammlung erleichtern. Diese einmalige Chance lässt sich Bob natürlich nicht entgehen.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • The Good Thief: Remake des Cine-Noir-Klassikers "Bob Le Flambeur" über einen drogenabhängigen Glücksspieler, der seinen größten Coup im Casino von Monte Carlo plant.

    1955 gab der französische Genrespezialist Jean-Pierre Melville mit seinem atmosphärischen Frühthriller „Drei Uhr nachts“ einen ersten Vorgeschmack auf die Nouvelle Vague. Deren stilistische Freiheiten und Spielereien bilden wiederum die Grundlage für Neil Jordans furioses Remake des Melville-Stoffes über einen abgehalfterten Spieler und Gauner, der eigentlich down and out ist, aber in diesem clever-lässigen Heist-Krimi eine letzte Chance auf Absolution für alle Sünden und Fehler erhält.

    Nicht ein Ton von Jazzlegende Chet Baker ist über 109 Minuten Lauflänge zu hören. Er spielt keine Rolle in der Geschichte, noch nicht einmal sein Name wird genannt. Und doch ist Neil Jordans eindringliche Charakterstudie im Genrekostüm beseelt vom Geist des begnadeten Trompeters, der sich auf den losen, lässig-jazzigen Rhythmus der Erzählung ebenso niederschlägt wie auf Nick Noltes Darstellung des titelgebenden Bob Montagnet: ein abgebrannter amerikanischer Spieler und Gelegenheitsdieb mit der Raspelstimme von Tom Waits, der heroinabhängig, müde und abgewrackt in Frankreich gestrandet ist und sich mehr schlecht als recht durch die verrauchten Clubs und Kaschemmen an der Côte d’Azur schlägt. Für Bob bietet sich eine letzte Chance, als ihm ein alter Vertrauter einen unwiderstehlichen Coup anbietet, der Bob wieder auf die Beine helfen könnte. Er soll den Diebstahl der Kunstsammlung des Casinos von Monte Carlo orchestrieren.

    Dass in Krimis wie diesem alles anders kommen muss, als man denkt, gehört zum Spiel. Aber wie Jordan dieses Diktum auf denkbar eigenwillige Weise mit immer neuen Haken und Variationen durchbuchstabiert, ist erfrischend wie kein Film des Iren seit „Crying Game“. Dass gerade die scheinbar abgeschmacktesten Genrestoffe in den letzten Jahren immer wieder Grundlage für tollstes Kino waren, hat nicht zuletzt Steven Soderbergh mit seiner Crime-Trilogie „Out of Sight“, „The Limey“ und „Ocean’s Eleven“ bewiesen.

    „The Good Thief“ profitiert ganz unglaublich davon, dass Neil Jordan wieder zu lange vermisster Höchstform aufläuft. Die Handlung hält er spannend und unberechenbar, indem er Bobs Schicksal und Gelingen des Heists ganz eng mit dessen Persönlichkeit verknüpft, die sich wiederum im zweifelhaften Riviera-Kaschemmen-Milieu widerspiegelt. Alles nur Kopien, Finten, Tricks und doppelter Boden - diese Vorlage verdichtet Jordan zum Thema seines Films: Wenn „Black Is Black“ zu hören ist, dann als Coverversion von Jimi Hendrix; als eine Gitarrensolo-Version des „Star-Spangled Banner“ ertönt, stammt sie nicht wie erwartet von Jimi Hendrix, sondern von Emir Kusturica in einem bizarren Cameo; der Muskelprotz unter den Einbrechern ist eine Heulsuse; der engste Vertraute spielt auf eigene Rechnung; ein unscheinbarer Hotel-Angestellter hat einen Zwilling. Und um das Doppelspiel bis zuletzt durchzuhalten, findet auch der Heist woanders statt als zunächst angenommen. Und Nolte macht als Mastermind gar nicht mit, weil er im Casino gerade die Glückssträhne seines Lebens hat. Bei Melville stürzt der Held am Ende. Bei Jordan lacht ihm die südfranzösische Sonne, das Mädchen im Arm, ins Gesicht. So sehr mag er seinen Bob. Und anders soll und darf es auch nicht sein. ts.

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