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The Doom Generation


The Doom Generation: Mit den ebenso ungelenken wie kompromißlosen No-Budget-Produktionen „The Living End“ und zuletzt „Totally F***ed Up“ half Gregg Araki, eine neue Form des Schwulenfilms zu etablieren, fernab der ärgerlichen Stereotypen des Hollywood-Mainstream-Kinos: Selbstbewußt, trotzig, und aggressiv kommen seine Essays über das Schwul- und Jungsein in den 90ern daher. Von bewegten Männern keine Spur. „The Doom Generation“, erstmals...

Filmhandlung und Hintergrund

Mit den ebenso ungelenken wie kompromißlosen No-Budget-Produktionen „The Living End“ und zuletzt „Totally F***ed Up“ half Gregg Araki, eine neue Form des Schwulenfilms zu etablieren, fernab der ärgerlichen Stereotypen des Hollywood-Mainstream-Kinos: Selbstbewußt, trotzig, und aggressiv kommen seine Essays über das Schwul- und Jungsein in den 90ern daher. Von bewegten Männern keine Spur. „The Doom Generation“, erstmals...

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Mit den ebenso ungelenken wie kompromißlosen No-Budget-Produktionen „The Living End“ und zuletzt „Totally F***ed Up“ half Gregg Araki, eine neue Form des Schwulenfilms zu etablieren, fernab der ärgerlichen Stereotypen des Hollywood-Mainstream-Kinos: Selbstbewußt, trotzig, und aggressiv kommen seine Essays über das Schwul- und Jungsein in den 90ern daher. Von bewegten Männern keine Spur. „The Doom Generation“, erstmals mit einem substantiellen Budget von knapp einer Mio. Dollar gedreht, zeigt nun, daß Araki mehr zu bieten hat als nur Attitude: Der junge Regisseur hat Fantasie, Talent und einen höllisch schwarzen Humor. Dieser anarchische Höllenritt durch ein stets zur Gewalt bereites, homophobes Amerika, in den Credits selbstironisch als „a heterosexual movie“ tituliert, ist die tabulose Independent-Antwort auf „Natural Born Killers“. Da, wo Oliver Stone in seiner moralischen Analyse über die Ursprünge der Gewalt das Gas wegnahm, um Konflikte mit Warner und der MPAA zu vermeiden, schaltet Araki den Turbo ein. Da gibt es keine Behörde oder Zensur, die ihn bei seinen ultradirekten Bildern zügeln könnte. Schon die Grundkonstellation ist ein Affront gegen Traumfabrik-Konventionen. Statt eines Paares ist es hier ein Trio - zwei Jungs, ein Mädchen -, das den anarchistischen Zug durch das amerikanische Hinterland antritt. In immer wieder neuen Gruppierungen geben sich die drei, die gelangweilte Industrial-Nymphe Amy Blue, die dem Film mit einem in der Eingangsszene in einer Thrash-Disco frontal in die Kamera gesprochenen „Fuck“ die Richtung diktiert, ihr naiv- gutmütiger Surffreund Jordan White und der teuflisch selbstsichere Verführerschönling Xavier Red, ihren (außergewöhnlich sinnlich eingefangenen) Obsessionen hin, während sämtliche Zwischenstops in absurd-überzogene, ungezügelte Gewaltexzesse münden. Die Namen des Kleeblatts ergeben Rot, Weiß und Blau, die Farben der amerikanischen Flagge: Sie sind zum Untergang verdammt, denn nicht nur die Umwelt im allgemeinen zeigt sich bei ihrer Suche nach Freiheit und Frieden feindlich. Schon bald haben sich Polizei, FBI und ein Trupp Redneck- Neonazis an ihre Fersen geheftet. Letztere sorgen für den schokkierenden Showdown, bei dem die „Thelma & Louise“-artige Flucht in einer ultrabrutalen Gewalttragödie eskaliert. Um in diesem schockierenden Update des Schlusses von „Easy Rider“ seine These vom bis in die Wurzeln verrohten Amerika zu verdeutlichen, opfert Araki seinen lakonisch-amüsanten Ton, mit dem er auch die bisherige Explizität der Szenen erträglich gemacht hatte. Sooft Araki die Grenzen des guten Geschmacks auch überschreiten mag, sein mit der Musik von u. a. Ministry, Nine Inch Nails und MC 900 Ft. Jesus perfekt untermalter Film ist ein beeindruckendes Brachial-Statement. Nach seiner Welturaufführung in Sundance und einem überraschenden Gastspiel beim Filmfest München teilt „The Doom Generation“ gegenwärtig in Venedig die Kritik in zwei Lager. Einzig ein deutscher Verleih ist für dieses ungezügelte 90er-Jahre-„Uhrwerk Orange“ mit eingebautem Kultcharakter noch nicht gefunden. ts.
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