Filmhandlung und Hintergrund

Spannender Polit-Thriller von und mit Robert Redford als ehemaligem Linksradikalen, dessen Identität von einem Journalisten aufgedeckt wird.

Als sich eine Polit-Aktivistin der militanten „Weathermen“ aus den USA der 1970er Jahre nach über drei Dezennien im Untergrund der Polizei stellt, wird ein renommierter Anwalt durch die Recherchen eines jungen Journalisten mit der eigenen radikalen Vergangenheit konfrontiert und seine falsche Identität aufgedeckt. Während das FBI ihn wegen eines damaligen Banküberfalls mit tödlichem Ausgang jagt, sucht er seine frühere Geliebte, die als einzige seine Unschuld beweisen kann und begegnet früheren Mitkämpfern.

Die Identität eines polizeilich gesuchten ehemaligen Linksradikalen wird von einem Journalisten aufgedeckt. Politthriller von und mit Robert Redford, der ein Spannungsszenario nutzt, um jüngste US-Geschichte abzuarbeiten.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Robert Redford ("Die Lincoln Verschwörung", "Von Löwen und Lämmern") hat Neil Gordons Romanvorlage als unhysterischen Thriller mit einem guten Gespür für Beschleunigung und Pause, für Spannung und Hintergrundinformation inszeniert. Das farbentsättigte, analoge Amerika seiner Erzählung sieht dabei selbst ein wenig wie aus der Zeit gefallen aus. Und nicht zuletzt erinnert der künstlich aufgebrezelte Lockenschopf von Shia LaBeouf ("Transformers 3", "Wall Street: Geld schläft nicht") beinahe penetrant an die Mähne, die Dustin Hoffman neben Redford durch "Die Unbestechlichen" trug – die beiden spielten in diesem Watergate-Thriller ebenfalls Enthüllungsjournalisten.

      Keine Frage, der Film ist als Film klug konzipiert und routiniert umgesetzt. Redford nimmt sich die Zeit, in die Gesichter seines hochkarätigen Casts zu schauen, Veteranen der Traumfabrik spielen Veteranen des Politaktivismus. Und sie stellen ihre Falten mit seltenem Stolz zur Schau – sie sollen Mahnmale für Erfahrung und gelebtes Leben sein. Von all dem strotzen auch die Dialoge: von Schuld, möglicher Sühne und Erinnerungen.

      Dennoch bleibt an "The Company You Keep" ein fader Rest. Die Enthüllungen, auf die der Plot zusteuert, haben wenig an Kraft und Überraschung zu bieten. Womöglich, weil manches davon dann doch ein wenig ins Seicht-Private fällt. Zum anderen erzählt Redford eine Geschichte, die in Deutschland in ihren Grundzügen wohlbekannt ist und regelmäßig, zuletzt etwa in "Das Wochenende", auch ihren Weg ins Kino findet. Und im Vergleich macht sich dann doch bemerkbar, wie viel Redford letztlich an seiner Plotmechanik liegt und wie - vergleichsweise - wenig an Politik.

      Fazit: "The Company You Keep" überzeugt als geradliniger, schnörkelloser Thriller, der sich viel Zeit für seine Figuren nimmt. Bei der Politanalyse bleibt Robert Redford allerdings auf halbem Wege stecken.
    2. The Company You Keep - Die Akte Grant: Spannender Polit-Thriller von und mit Robert Redford als ehemaligem Linksradikalen, dessen Identität von einem Journalisten aufgedeckt wird.

      Robert Redford erinnert in einem spannenden Polit-Thriller an die linksextremen „Weathermen“, die in den USA mit allen Mitteln gegen den Vietnamkrieg kämpften.

      „You don’t need a weatherman to know which way the wind blows“ sang Bob Dylan und wurde so Namensgeber der radikalen Gruppe „Weathermen“, die 1970 dem Staatsapparat den Krieg erklärte und in den Untergrund ging, sich später geschlechtsneutraler „Weather Underground“ nannte. Für Robert Redford waren die Beweggründe der radikalen Gruppierung richtig, weil der Vietnamkrieg falsch war wie aber auch der Einsatz von Gewalt durch die Militanten. Diese rote Linie zieht sich durch den Polit-Thriller.

      Reford mimt einen geachteten Anwals und alleinerziehenden Vater einer Zwölfjährigen, dessen (falsches) Leben aus den Fugen gerät, als sich eine frühere Polit-Aktivistin nach über 30 Jahren der Polizei stellt und ein junger Reporter (Shia LaBeouf) seine wirkliche Identität herausfindet, die Mitgliedschaft bei den Weathermen wie die Teilnahme an einem Banküberfall mit tödlichen Folgen für einen Wachmann. Der 76Jährige beweist in seinem neunten Film als Regisseur, dass er nicht nur solide inszenieren, sondern immer noch spielen kann (auch wenn es etwas befremdlich scheint, wenn er flott wie ein Jüngling durch den Wald hetzt oder den Vater, statt Großvater des Mädchens verkörpert).

      Nach dem Roman von Neil Gordon verknüpft er Vergangenheit und Gegenwart, interessiert sich aber weniger für das Historische in der Buchvorlage, sondern mehr für die Folgen des Gestern auf das Heute. Das FBI jagt ihn, während er seine frühere Geliebte sucht, die als einzige seine Unschuld beweisen kann. Es geht vor allem um Emotionen unter der Oberfläche und um die Frage, wie fühlen sich diese Menschen drei Dezennien später, wie gehen sie mit dem ständigen Druck um, entdeckt zu werden. So sind die Reaktionen der Protagonisten im Film unterschiedlich. Einige bereuen, andere halten die damaligen gewalttätigen Aktionen für einen Fehler oder eisern an ihrer Ideologie fest.

      Redford romantisiert die Rebellion nicht, sondern zeigt Menschen in ihren Selbstzweifeln und der Auseinandersetzung mit sich selbst und ihren Taten. Das Drama einer Generation ist gleichzeitig auch Reflexion über ein Stück amerikanische Geschichte, über Gewalt als falsches Mittel zur Veränderung, über persönliche Konsequenzen und die eigene Wahrheit. In Nebenrollen sieht man Nick Nolte und Chris Cooper, Susan Sarandon und Julie Christie. Für nostalgische Gefühle ist damit gesorgt. mk.
      1. Souverän inszenierter Politthriller, der sich aber zu viel vorgenommen hat.

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      • Stephen Root mit Rolle in "The Company You Keep"

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