The Brown Bunny

Filmhandlung und Hintergrund

Die bizarre Geschichte eines Mannes, der versucht, die große unersetzliche Liebe seines Lebens zu vergessen und sich neu zu verlieben.

Motorradfahrer Bud Clay wird bei jedem Rennen, das er fährt, von den immer selben Erinnerungen an eine tragisch gescheiterte Liebe verfolgt, die er mit allen Mitteln vergessen will. Ständig ist er auf der Suche nach einer neuen Liebe und konfrontiert die Frauen, die ihn auf seinen Trips begleiten, mit unerfüllbaren Forderungen - um sie daraufhin wieder verlassen zu können.

Wochenende für Wochenende dreht Bud Clay auf der 250ccm-Maschine seine Runden auf den Motorradrennpisten des Landes. Zwischen den Rennen aber, wenn er mit seinem alten Lieferwagen über die endlosen Highways fährt, hat er genug Raum und Zeit, seiner verflossenen Daisy nachzutrauern, die er einst in einem kalifornischen Kaff zurück ließ. Seine Versuche, neue Beziehungen am Wegesrand zu knüpfen, enden in der Regel schon nach Minuten. Schließlich kommt es zum Wiedersehen mit Daisy.

Rennfahrer Bud (Regisseur und Autor Vincent Gallo) trauert der großen Liebe nach. Stimmungsvolles Arthouse-Roadmovie.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • The Brown Bunny: Die bizarre Geschichte eines Mannes, der versucht, die große unersetzliche Liebe seines Lebens zu vergessen und sich neu zu verlieben.

    Das zweite Werk des Agent Provocateurs und Ex-Calvin-Klein-Models Vincent Gallo nach dem interessanten „Buffalo 66“ ist ein zweistündiger, Trübsal blasender Ego-Trip eines verzweifelten Mannes auf dem Weg quer durch Amerika, zurück an den Ort, an dem ihn die Liebe und jeglicher Antrieb verlassen haben.Gleichzeitig ist es minimalistisches Independent-Cinema und ein mit filmischen Zitaten des New Hollywood und der Seventies-Ikonographie von „Two-Lane Blacktop“ oder „Easy Rider“ gespickter Gegenentwurf zum konventionellen Hollywoodkino, der nach 90 weitgehend handlungsfreien, melancholischen Minuten in der Skandalszene des diesjährigen Wettbewerbs von Cannes mündete.

    Von der internationalen Kritik als Selbstinszenierung und -befriedigung, als Nabelschaukino, dessen eigentliche Schau explizit unterhalb der Taille stattfindet, weitgehend ausgelacht, verdient Vincent Gallos in Personalunion als Autor, Regisseur, Hauptdarsteller, Cutter, Produzent und teilweise als Kameramann realisiertes Auteur-Roadmovie als unerschrocken egomanes Werk jedoch Respekt für den Mut des Künstlers, sich dem Wettbewerb des wichtigsten Filmfestivals der Welt gestellt zu haben.

    Die sentimentale, minimalistisch inszenierte Geschichte des lonesome Bikers Bud Clay, der fünf Tage Zeit hat, um von New Hampshire zu einem Rennen nach Kalifornien zu reisen, und dem dabei die Verzweiflung über einen großen Verlust andauernd ins Gesicht geschrieben steht, konzentriert sich mit kompromissloser Radikalität auf eintönige und mehrspurige Highwayimpressionen hinter der schmutzigen Windschutzscheibe von Buds Kleintransporter. Banale Vorgänge wie die Routine des Tankens, Autowaschens, Parkens, das Anziehen eines Pullovers, Duschen oder verdrießlich Dreinschauen werden hingebungsvoll zu egozentrierten Handlungen erhoben, um das Innenleben eines Mannes sichtbar zu machen, für den auf dieser Welt nichts mehr von Bedeutung ist. So behaupten es zumindest Songs wie Gordon Lightfoods „Beautiful“, die die Autobahnabschnitte poetisch begleiten: Dass da jemand eine neue Liebe finden muss, um eine verlorene zu vergessen. Letztere wiederum - so zeigt es Gallo in einer lichtdurchfluteten Rückblende, in der man, wenn man will, sogar ein Zitat aus „Zwei Banditen“ erkennen kann - ist Daisy, gespielt von der coolen Chloë Sevigny.

    Nachdem Bud mehrere Versuche unternimmt, vorbeidriftenden Frauen (unter anderem Cheryl Tiegs als schwer gealterte Blondine) mit Blumennamen näher zu kommen, um sofort wieder das Interesse zu verlieren, taucht Daisy leibhaftig in seinem Hotelzimmer in L.A. auf - in einer sich auch in physischer Hinsicht steigernden Szene, in der die Zwei ihre gegenseitig verletzten Gefühle und die Gründe für ihre Trennung ausdiskutierten. Das „Gespräch“ findet während eines verblüffend realistisch vollzogenen Fellatioakts statt, der von Flashbacks unterbrochen wird, die aufklären, was die Beziehung auf tragische Weise in eben diese Sackgasse führte.

    Eine so bizarre wie intensive Szene - nicht nur aufgrund der Tatsache, dass Gallo hier erstmals eine Handlung in visueller Klarheit zeigt und dramatisch inszeniert. Zuvor bestimmen weitgehend unscharfe, dezentrierte und unkonventionell angeschnittene Nahaufnahmen das fehlende Geschehen, womit es Gallo zwar versteht, Buds Melancholie zu verdichten, die extreme Übertreibung seines Reduktionsprinzips und die weinerliche Emotionalität und wimmernde Hilflosigkeit des Antihelden laufen jedoch permanent Gefahr, affektiert und narzisstisch zu wirken, ebenso wie Gallos Spiel mit cineastischen Konventionen und filmischer Symbolik. Alles in allem fehlt diesem der erkennbare übergeordnete Antrieb, den der thematische Ego-Trip des Helden allein nicht hergibt. Wobei Gallo den Zuschauer, wenn überhaupt, tatsächlich mit seiner Emotionalität ergreift - und das wiederum kann man dem Künstler dann doch zugute halten, wie die Ahnung, dass sich hinter „The Brown Bunny“ handwerklich kein besonders gelungener, aber vielleicht einer der ironischsten und originellsten Filme der letzten Jahre in einem Kaninchenbau versteckt. cm.

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